20. Jahrhundert

Blick von Rolandswerth auf das Siebengebirge
Blick von Rolandswerth auf das Siebengebirge

Die Niederlage kam für die meisten Menschen überraschend. Nun muss Deutschland einen harten Friedensvertrag unterschreiben, die Alliierten besetzen das Rheinland. Viele Menschen fürchten eine Annexion durch Frankreich, es gibt Bestrebungen „Los von Berlin“.

Die junge Weimarer Republik steht vor überwältigen Problemen, und die Extremisten von rechts geben den Demokraten die Schuld daran. Wegen ausstehender Reparationen besetzen französische und belgische Soldaten das Ruhrgebiet, die Reichsregierung ruft zum passiven Widerstand auf. Auch Königswinter und Bad Honnef werden besetzt. Die Wirtschaft bricht zusammen, der Wert der Mark sinkt ins Bodenlose. Im Westen schlagen die Separatisten los, in Sachsen und Thüringen die Kommunisten, in Bayern putscht Hitler.

Wenige Jahre des Aufschwungs sind der Weimarer Republik vergönnt. Das sind die „goldenen“ zwanziger Jahre. Die Wirtschaft erholt sich langsam, und die Menschen können sich ein bisschen Normalität gönnen: Kino, Radrennbahn, Baden oder Ausflüge mit dem Auto. Auch die Menschen im besetzten Rheinland können etwas aufatmen: Die französischen Soldaten geben Bonn und den Siebengebirgsraum frei.

Doch der Börsencrash in New York zu einem großen Börsencrash. Er weitet sich schnell zur Weltwirtschaftskrise aus und reißt die ganze nicht-sowjetische Welt in den Abgrund. In Deutschland führt die Weltwirtschaftkrise zu Massenarbeitslosigkeit und Verelendung. Die parlamentarische Republik zerbricht darüber, die Reichskanzler regieren mit Notverordnungen des Reichspräsidenten, der politische Kampf spielt sich mehr und mehr auf der Straße ab. Anfang der 1930er Jahre gibt es eine Mehrheit für die Extremisten, im Januar 1933 ernennt Reichspräsident von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler.

Schnell und gründlich wird Deutschland zu Nazi-Deutschland: eine totalitäre Diktatur, in der die Grundrechte nicht mehr gelten, Juden und Minderheiten entrechtet werden, geheime Staatspolizei und KZ-Aufsichten die Menschen terrorisieren. Der gesamte Staatsapparat des Reiches und der Länder, die Justiz, Presse, Film und Rundfunk, Vereine und Verbände – die ganze Gesellschaft stehen unter die Kontrolle der Nationalsozialisten.

1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus; Hitler hat ihn von Anfang an gewollt. Stärker als je ein Krieg zuvor trifft er auch die Zivilbevölkerung; mehr als 70 Millionen Menschen werden getötet. Im Mai 1945 kapituliert Deutschland. Die Städte sind zerbombt und auch viele Dörfer liegen in Schutt und Asche. Deutschland wird besetzt, die Alliierten lösen Preußen auf.

Wenn Sie zur Weihnachtszeit nach Köln kommen, finden Sie im Hauptbahnhof die Friedenskrippe, eine Station des Kölner Krippenwegs. Dann sind wir im Köln der Nachkriegsjahre – die Stadt ist zerbombt, kaum etwas ist den Menschen geblieben. Mit viel Liebe erinnern wir uns an den damaligen Kölner Kardinal Frings. 1946 entsteht Nordrhein-Westfalen.

Am 1. September 1948 tritt in Bonn der Parlamentarische Rat zusammen, am 8. Ma 1949, genau vier Jahre nach der Kapitulation, legt er das Grundgesetz vor. Nach der Genehmigung durch die drei westlichen Militärgouverneure am 12. Mai 1949 tritt es am 23. Mai 1949 in Kraft. Bonn wird als vorläufige Hauptstadt bestimmt. Im letzten Kapitel geht es um die Bundesrepublik Deutschland, den demokratischen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg, die Bonner Jahre. I

 

Bild- und Quellenachweis
Das Bild oben stammt von www.zeno.org.

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