Die Herren zu Löwenberg

Der Tod Graf Heinrichs III. von Sayn 1246/47 war ein tiefer Einschnitt. Er war ein mächtiger Fürst gewesen, der mit Kaiser Friedrich II. und König Heinrich (VII.) in Kontakt gestanden hatte; seine Nachfolger konnte diese herausragende Stellung nicht halten.

Die Herren von Sponheim

In seinem Testament hatte der Graf seiner Frau Mechthild u.a. die Löwenburg als Witwensitz übertragen. Im August 1248 übertrug sie in einer vorgezogenen Erbauseinandersetzung in Blankenberg einige Ländereien an Heinrich I. von Sponheim, den Sohn ihrer Schwägerin Adelheid. Urkunden aus dem Jahr 1248 belegen, dass ihm 3/4 der Löwenburg gehörten. Mechthild von Sayn behielt zunächst ihr Wohnrecht, um 1268/69 entschied sie sich dann für eine andere Burg als Witwensitz und gab ihre Rechte an der Löwenburg vorzeitig ab. Nun fiel die Löwenburg ganz an die Familie ihrer Schwägerin. Zur Jahreswende 1284/85 oder im Juli 1285 verstarb Mechthild von Sayn.

Heinrich I. von Sponheim war verheiratet mit Agnes, der Erbtochter von Heinsberg. So konnten er und seine Söhne sich Herren von Heinsberg nennen. Nach seinem Tod 1269 ging die Löwenburg zunächst an seinen ältesten Sohn, Dietrich II. von Heinsberg (Herr der Löwenburg 1269-1271), dann an seinen jüngeren Sohn Johann I. von Heinsberg. Von 1271-1306  war er Herr der Löwenburg.

Die Herren zu Löwenberg

Mit Johann I. begann das nächste Kapitel in der Geschichte der Löwenburg, das der Herren zu Löwenberg. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, vermutlich unter Johann I., entstand die Burg, deren Ruinen wir heute sehen.

Die Folgen aus der Niederlage von Worringen 1288 trafen Graf Johann I. besonders hart. Er war in die Gefangenschaft des Grafen Gerhard von Jülich geraten, hatte ihm seine Burg Reitersdorf bei Rhöndorf übertragen müssen und war für eine geraume Zeit an dessen  Weisungen gebunden. Als unfreiwilliger Lehnsmann geriet er 1301 beim „Kurfürstenkrieg“ König Albrechts I. von Habsburg (1298-1308) gegen den Kölner Erzbischof Wigbert von Holte (EB 1297-1304) und die anderen rheinischen Kurfürsten zwischen die Fronten, denn die grafen von Berg, Jülich und der Mark standen auf Seiten des Königs. Truppen des Erzbischofs beraubten und brandschatzten sein Gebiet; sein Sohn aus erster Ehe, Heinrich, schlug sich auf die Seite des Erzbischofs. Doch noch im gleichen Jahr versöhnten sich Vater und Sohn wieder.

1306 verstarb Johann I. und Heinrich wurde als Heinrich I. Herr der Löwenburg (1306-1343). Der Thronstreit 1314 zwischen Ludwig IV. „dem Bayern“ und Friedrich „dem Schönen“ von Habsburg spaltete auch die Familie der Löwenberger: Heinrich I. stand auf der Seite des Erzbischofs und damit auf der Seite Friedrichs, sein Stiefbruder Johann II. aus der zweiten Ehe seins Vaters auf der Seite von Jülich und Heinsberg, und damit auf der Seite Ludwigs. In den folgenden Kämpfen wurde die Burg Reitersdorf bei Rhöndorf zerstört. Erst 1325 versöhnten sich die Brüder.

In jenen Jahren wurde erstmals die „Herrschaft von Löwenberg“ und die Errichtung der „unteren Burg“ erwähnt. Am 11.11.1338 übertrugen Heinrich I. und seine Ehefrau Agnes von Cuyk u.a. die Löwenburg dem Grafen Dietrich von Loen und Chiny, Herr von Heinsberg und Blankenberg (1331-1361) zu Lehen. Dietrich stammte aus der Linie des älteren  Sohns Heinrichs von Sponheim, sein  Vater war Herr von Heinsberg und Blankenberg, seine Mutter hatte die Grafschaften Loen und Chiny in die Ehe eingebracht. So war Dietrich ein einflussreicher Mann in unserer Region, und mit ihm sollte es Jahre später Streit geben.

Als 1339 der Hundertjährige Krieg ausbrach, stellte sich Heinsberg auf die Seite Englands, und auch Heinrich I. zog in den Krieg.

Ende Dezember 1343 verstarb Heinrich I. von Löwenberg. Da seine Ehe mit Agnes von Cuyk kinderlos geblieben war, trat sein Neffe Heinrich II. (Herr der Löwenburg 1343-1346), Sohn seines Stiefbruders Johann II., das Erbe an. Doch schon wenige Jahre später, am 19. Juli 1346, fiel Heinrich II. in der Schlacht von Vottem. Bald darauf starb auch sein kleiner Sohn, und es gab keine männlichen Löwenberger mehr.

Viele Jahre wurde um die Löwenburg gestritten und gekämpft. 1365 setzt sich zunächst Johann vom Stein durch, ein entschiedener Gegner des Kölner Erzbischofs und bergischer Amtmann.

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