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Weihnachten auf dem Drachenfels |
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"Bitte, Herrin, nur noch eine", bat eine helle Stimme. Brangwen, die Herrin vom Drachenfels, blickte von ihren Geschäftsbüchern auf. Da stand Harti, der kleinste unter den Knappen auf der Burg, und sah sie mit großen Augen an, "nur noch eine geröstete Marone (Esskastanie)!" Brangwen zwang sich zum einem Lächeln und sagte: "Tut mir leid, doch ich habe Dir schon die letzte gegeben, die ich hatte. Aber wenn ich mit den Büchern fertig bin, gehe ich in den Vorratskeller und suche noch einmal gründlich nach." Etwas fröhlicher verließ Harti den Raum. Aber Brangwen war verzweifelt.
Doch trotz aller Mühen waren nur wenige Teile der Burg gesichert und warm, und diese Arbeiten hatten ihre Geldmittel erschöpft. Auf einmal hielt sie es in ihrer Kemenate nicht mehr aus. Sie lief hinaus in den Wald, immer weiter, bis dass sie zu einem kleinen See kam. Dort hockte sie sich auf einen Baumstumpf und weinte bitterlich. Doch dann sah sie überrascht auf .. es schien, als ob bunte Lichter in den verschiedensten Rottönen auf der Oberfläche des Sees tanzten. Brangwen trat näher und beobachtete verträumt die roten Lichter. "Was immer das ist, was da flackert", seufzte sie, "es sieht schön aus. Ich wünschte, die Feuer bei uns auf der Burg und in den Häusern würden auch so flackern und es wäre überall behaglich warm."
"Wie Harti", entfuhr es Brangwen. Und dann erzählte sie der alten Drachen-Dame all ihre Sorgen. Wie schlimm es auf der Burg und in den Dörfern aussah, wie einsam es war, dass sie nicht wüsste, wovon sie das Weihnachtsfest ausrichten sollte. "Da kann ich helfen", sagte die alte Drachen-Dame, "Wenn Du magst, komme ich mit dir. Ich hole schnell noch ein paar Maronen von meinen Vorräten, und dann können wir los. Übrigens, ich bin Brann."
Die freundliche Art der beiden lockte auch die sonst so scheuen Elfen hervor. Sie schlossen sich ihnen an und so kam kurz darauf ein buntes Häufchen, beladen mit guten Dingen, auf der Burg an. Dort begann ein freudiges Treiben: es wurde repariert, gefegt, gebacken und gekocht .. und in der Nacht fanden die Elfen, die ja geschickte Handwerker sind, noch Zeit, aus alten Dingen Geschenke zu zaubern .. und Brann zog von Haus und Haus und sorgte dafür, dass die Feuer überall in den Herden brannten. Und so kam es, dass das Weihnachtsfest doch noch fröhlich wurde. Alle waren zu einer Feier auf die Burg gekommen, auch Brann und die Elfen. Spät am Abend wollte sie sich verabschieden. "Bleib doch bei uns", bat Brangwen sie, "wir alle haben Dich lieb gewonnen". "Ich bin auch gerne bei Euch", antwortete Brann, "hab vielen Dank. Aber ich bin auch nicht mehr die Jüngste und muss meine Kräfte einteilen. Und .. ein Geschenk habe ich noch für Euch. Du weißt, wir Drachen hüten den Anfang und das Ende der Zeit, und deshalb kann ich Dir verraten, dass im Frühjahr Eure Männer zurückkommen. Und dann werden wir wieder zusammen feiern!" |
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