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Drachenfels (321 m) |
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Auf den Drachenfels Burgruine Vom Breiberg zum 1x Sanssouci-Drachenfels Drachenfels Königsklasse |
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Der Drachenfels ist sicher der bekannteste Berg im Siebengebirge. Er hat schon Dichter wie Heinrich Heine und Lord Byron inspiriert, und heute zieht er Jahr für Jahr unzählige Besucher an. Wenn man eine Bootstour auf dem Rhein macht oder im Zug zwischen Köln und Frankfurt unterwegs ist, hat man bei Bonn-Bad Godesberg auf der linken bzw. Königswinter auf der rechten Rheinseite einen wundervollen Blick auf den Drachenfels. Für viele Menschen aus unserer Region ist der Drachenfels ein Stück Zuhause. Heute stehen der Drachenfels und die Altstadt im Mittelpunkt des Projektes Drachenfels 2010 der Regionale 2010, des Strukturprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen. Der
steile Anstieg hat es schon in sich, doch der Weg durch das Nachtigallental
oder von Süden, von Rhöndorf aus durch den "wilden Wald" sind
ein besonderes Erlebnis. Von der Bushhaltestelle Wintermühlenhof führte
ein asphaltierter Weg an der Hirschburg vorbei hinauf zum Drachenfels.
Natürlich kann man auch mit der
historischen Zahnradbahn hinauffahren. Und was wäre der Drachenfels ohne
seine Esel, die noch heute Kinder den Eselsweg hinauf tragen? Ich freue mich jedesmal, wenn ich beim Besuch am Drachenfels schon von weitem
das vertraute "I-A" höre und die Esel wiedersehe. Auf
jeden Fall bekommt man eine Menge zu sehen: die Drachenburg und die Nibelungenhalle, das Honighäuschen mit dem Schaubienenstand und das
Lemmersbad.
Über so viel Rhein-Romantik mag man vergessen, dass
der Drachenfels eine bewegte
Geschichte hinter sich hat. Schon die
Römer haben hier Steine
gebrochen, sie den Berg hinab rutschen lassen und in
ihrer kleinen Verladestation (am südlichen Ende des heutigen
Königswinters) auf Schiffe gebracht. In Bonna
und Colonia
Claudia Ara Agrippinensium
(Köln), ja sogar in Xanten und Nijmegen
wurde mit Trachyt vom Drachenfels gebaut.
Die Burg
auf dem Drachenfels entstand im Hohen Mittelalter, zur Zeit der Staufer.
Damals
waren die Kölner Erzbischöfe sehr mächtige Männer im Reich. 1118 war als erste Kölner Burg im Siebengebirge die Wolkenburg
gebaut worden. Doch die Grafen von Sayn vom
Süden und die Grafen von Berg von Norden machten dem Erzbistum die
Vorherrschaft in unserer Region zunehmend streitig. Zur Sicherung
seines Territoriums im Süden ließ Erzbischof
Arnold I. von Merxheim (EB 1137-1151) ab 1140 die Burg
Drachenfels erbauen,
fertiggestellt wurde sie vom Bonner St. Cassius-Stift im Jahre 1167.
Die Verwaltung der Burg wurde später Burggrafen übertragen. Das Geschlecht der Burggrafen vom Drachenfels hat Höhen und Tiefen
durchlebt. Ein Tiefpunkt war die Niederlage in der Schlacht
von Worringen
im Juni 1288, als
die Burggrafen vom Drachenfels in Gefangenschaft des Herzogs von Berg
gerieten und für eine geraume Zeit unfreiwillig
an seine Weisungen gebunden waren
Im Mittelalter ging der
Steinbruch weiter. Seit der
Grundsteinlegung 1248 wurde in Köln der neue gotische Dom gebaut, seit 1273
auch mit Trachyt vom
Drachenfels.
Der wohl berühmteste Burggraf Godart
machte damit ein Vermögen.
Eine Anekdote besagt, dass er einen prächtigen Ring mit einem ganz besonderen
Stein trug - einem Stück Trachyt vom Drachenfels! Der
Kölner Erzbischof Dietrich von Moers war so tief bei ihm
verschuldet, dass er ihm 1425 Amt und Burg Wolkenburg verpfändete - Godart vom
Drachenfels war quasi Landesherr! Gegen Ende des
Mittelalters, zur Zeit der
Habsburger, erlebte die Burg auf dem
Drachenfels schlimme Tage. Der neue Kölner Erzbischof Ruprecht von der
Pfalz versuchte mit Waffengewalt, verpfändete Ländereien
zurückzubekommen. Daraufhin griffen auf die Pfandherrn zu den Waffen;
einer ihrer Anführer war Claus
vom Drachenfels. Auch in der Familie der Burggrafen
schwelte ein Konflikt, denn Claus vom Drachenfels forderte den Drachenfels
für sich. 1493 wurde
er
von seinem Vetter Heinrich in der Nähe des Kucksteins
erschlagen.
Am vermutlichen Tatort vor der Nibelungenhalle steht heute ein Kreuz.
Zwischen 1618-48 tobte der
Dreißigjährige Krieg
über weite Teile Europas.
1638 eroberten protestantische schwedische Truppen
den Drachenfels und schleiften die Außenwerke. Kurz darauf wurden sie von den
Spaniern, katholische Verbündeten des Erzbistums Köln, vertrieben. Dennoch ließ der Erzbischof die Burgruine
abreißen. Eine Instandsetzung wäre viel zu teuer gewesen und wohl auch
sinnlos gegen Kanonen und Feuerwaffen, zudem war die halbzerstörte Burg
war ein guter Schlupfwinkel für Feinde und Gesetzesbrecher.
Das Landsturmdenkmal auf dem
Drachenfels erinnert an den Landsturm Siebengebirge, vor allem an den
preußischen Major von Boltenstern und Johann
Josef Genger, Pächter des Wülsdorfer Hofes, die im Befreiungskrieg gegen
Napoleon 1814 ihr Leben gelassen hatten. Nach Napoleons Niederlage
kam das Rheinland, und mit ihm das Siebengebirge, zu Preußen.
Dort oben feierte man die
Jahrestage der Völkerschlacht bei Leipzig (1813).
1814/1815 hatten die Staatsmänner Europas die alte Ordnung
wiederhergestellt, wie sie vor Napoleon und der französischen Revolution
bestanden hatte. Es begann eine Zeit politischer Unterdrückung, bezogen auf die Märzrevolution
1848 Vormärz
genannt. begann. Trotzdem
zogen am 18. Oktober 1819 Bonner Studenten
auf den Drachenfels, um den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig zu
feiern. Die preußischen Behörden
reagierten sofort und verboten jede Teilnahme an Burschenschaften oder
anderen Verbindungen. In jener Nacht war auch Heinrich Heine mit dabei, er
war für kurze Zeit an der Bonner Universität eingeschrieben, und schrieb
das Gedicht "Die Nacht auf dem Drachenfels" (erschienen 1827 im
"Buch der Lieder").
Dabei war der Drachenfels mit seiner Burgruine in
großer Gefahr. Auch
zur Preußenzeit ging der Steinbruch am Drachenfels weiter. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts
hatten die Schäden durch den Steinbruch bedrohliche Formen angenommen.
1826 stürzte ein Teil der Außenmauern der Burgruine ein. Es kam zu
einem jahrelangen, erbittert geführten Rechtsstreit zwischen der
Königswinterer Steinbrechergewerkschaft, engagierten Bürgern und den
preußischen Behörden, der schließlich auf den Schreibtisch König
Friedrich Wilhelms III. gelangte. 1829
verfügte das preußische Innenministerium die Einstellung aller
Steinbrucharbeiten. 1836 kaufte die preußische Regierung den oberen Teil
des Drachenfelses mit der Ruine und er kam unter Denkmalschutz.
1883 fuhr die erste Zahnradbahn auf dem Drachenfels, sie
hatte eine Dampflok und war die erste Zahnradbahn in Deutschland überhaupt.
1953 wurde sie auf elektrischen Betrieb umgestellt und fährt heute noch.
Bild und Quellennachweis Drachenfels
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