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Drachenfels (321 m)

Der Drachenfels ist sicher der bekannteste Berg im Siebengebirge. Er hat schon Dichter wie Heinrich Heine und Lord Byron inspiriert, und heute zieht er Jahr für Jahr unzählige Besucher an. Wenn man eine Bootstour auf dem Rhein macht oder im Zug zwischen Köln und Frankfurt unterwegs ist, hat man bei Bonn-Bad Godesberg auf der linken bzw. Bad Honnef und Königswinter auf der rechten Rheinseite einen wundervollen Blick auf den Drachenfels. Für viele Menschen aus unserer Region ist der Drachenfels ein Stück Zuhause.

Der steile Anstieg hat es schon in sich, doch der Weg durch das Nachtigallental oder von Süden, von Rhöndorf aus durch den "wilden Wald" sind ein besonderes Erlebnis. Von der Bushhaltestelle Wintermühlenhof führt ein asphaltierter Weg an der Hirschburg vorbei hinauf. Natürlich kann man auch mit der historischen Zahnradbahn hinauffahren. Und was wäre der Drachenfels ohne seine Esel, die noch heute Kinder den Eselsweg hinauf tragen? Ich freue mich jedesmal, wenn ich beim Besuch am Drachenfels schon von weitem das vertraute "I-A"; höre und die Esel wiedersehe. Auf jeden Fall bekommt man eine Menge zu sehen: die Drachenburg und die Nibelungenhalle, das Honighäuschen mit dem Schaubienenstand und das Lemmersbad.

Über so viel Rhein-Romantik mag man vergessen, dass der Drachenfels eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Schon die Römer haben hier Steine gebrochen, sie den Berg hinab rutschen lassen und in ihrer kleinen Verladestation (am südlichen Ende des heutigen Königswinters) auf Schiffe gebracht. In Bonn und Köln, ja sogar in Xanten und Nijmegen wurde mit Trachyt vom Drachenfels gebaut. Die Burg auf dem Drachenfels entstand im Hohen Mittelalter, zur Zeit der Staufer. Im Mittelalter ging der Steinbruch weiter, große Teile des Kölner Doms wurden mit Trachyt vom Drachenfels gebaut; die Burggrafen wurden darüber im wahrsten Sinne steinreich. Das Ende der Burg kam 1638 im Dreißigjährigen Krieg.

Doch der Steinbruch am Drachenfels ging weiter. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zur Preußenzeit,  hatten die Schäden durch den Steinbruch bedrohliche Formen angenommen; 1826 stürzte ein Teil der Außenmauern der Burgruine ein. Es kam zu einem jahrelangen, erbittert geführten Rechtsstreit zwischen der Königswinterer Steinbrechergewerkschaft, engagierten Bürgern und den preußischen Behörden, der schließlich auf den Schreibtisch König Friedrich Wilhelms III. gelangte. 1829 verfügte das preußische Innenministerium die Einstellung aller Steinbrucharbeiten.1836 kaufte die preußische Regierung den oberen Teil des Drachenfelses mit der Ruine und er kam unter Denkmalschutz.

1883 fuhr die erste Zahnradbahn auf dem Drachenfels, sie hatte eine Dampflok und war die erste Zahnradbahn in Deutschland überhaupt. 1953 wurde sie auf elektrischen Betrieb umgestellt und fährt heute noch. Auf halber Höhe steht die Drachenburg. Hier hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts Baron Sarter aus Bonn einen Traum erfüllt. Die Stil heißt Historismus - ein Stil, der sich historischer Formen bediente, sie dabei aber überzieht und mischt. In der Vorburg befindet sich heute das Museum zur Geschichte des Naturschutzes.

Mehr über die bewegte Geschichte des Drachenfelses finden Sie auf der Seite Kleine Chronik Drachenfels.


Bild- und Quellennachweis

Das Titelbild "Drachenfels von Süden" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia, Public Domain Section.