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chronik drachenfels

Kleine Chronik Drachenfels

um 50 An der Grenze des Römischen Reiches. Römische Legionäre brechen Steine am Drachenfels, lassen sie den Berg hinab rutschen und bringen sie in ihrer kleinen Verladestation am südlichen Ende des heutigen Königswinters auf Schiffe. In Bonn und Köln, ja sogar in Xanten und Nijmegen wurde mit Trachyt vom Drachenfels gebaut.
1140-1167 Hohes Mittelalter zur Zeit der Staufer. Die Kölner Erzbischöfe sind sehr mächtige Männer im Reich;  1118 war als erste Kölner Burg im Siebengebirge die Wolkenburg gebaut worden. Doch die Grafen von Sayn vom Süden und die Grafen von Berg von Norden machten dem Erzbistum die Vorherrschaft in unserer Region zunehmend streitig. Zur Sicherung seines Territoriums im Süden lässt Erzbischof Arnold I. von Merxheim (EB 1137-1151) die Burg auf dem Drachenfels erbauen. Fertiggestellt wird sie vom Bonner St. Cassius-Stift im Jahre 1167. Die Verwaltung der Burg wird später Burggrafen übertragen.
ab 1273 Spätmittelalter. 1248 hatte Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den neuen gotischen Dom gelegt. Trachyt vom Drachenfels ist der ideale Stein für den Dombau; Verträge zwischen den Burggrafen und dem Domkapitel werden geschlossen, und die "Steine für den Dom" brachten den Burggrafen schnell ein beachtliches Vermögen. 
1288 Der Machtkampf zwischen den Erzbischöfen von Köln und den Grafen von Berg eskaliert in der Schlacht von Worringen im Juni 1288. Die Grafen aus dem Siebengebirge ziehen als Lehnsmänner Erzbischof Siegfrieds von Westerburg mit ihm in die Schlacht - und unterliegen. Burggraf Heinrich vom Drachenfels und sein Bruder gerieten in die Gefangenschaft des Herzogs von Berg und mussten ihm den Lehnseid schwören.
1425 Spätmittelalter zur Zeit der Luxemburger. Der wohl berühmteste Burggraf vom Drachenfels, Godart, hatte mit dem Drachenfelser Trachyt ein Vermögen gemacht. Eine Anekdote besagt, dass er einen prächtigen Ring mit einem ganz besonderen Stein trug - einem Stück Trachyt vom Drachenfels! Der Kölner Erzbischof Dietrich von Moers war so tief bei ihm verschuldet, dass er ihm 1425 Amt und Burg Wolkenburg verpfändete - Godart vom Drachenfels war quasi Landesherr!
1493 Spätmittelalter zur Zeit der Habsburger. Der hochverschuldete Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz versuchte mit Waffengewalt, verpfändete Ländereien zurückzubekommen. Daraufhin griffen auch die Pfandherrn zu den Waffen; einer ihrer Anführer war Claus vom Drachenfels.
Auch in der Familie der Burggrafen schwelte ein Konflikt, denn Claus vom Drachenfels forderte den Drachenfels für sich. 1493 wurde er von seinem Vetter Heinrich in der Nähe des Kucksteins erschlagen. Am vermutlichen Tatort vor der Nibelungenhalle steht heute ein Kreuz.
1530 Burggraf Heinrich, der letzte aus der Familie der Drachenfelser, starb.
1583 Frühe Neuzeit. Im Truchsessischen Krieg (1583-1588) wurde Königswinter besetzt, gebrandschatzt und dann durch die bayrischen Truppen, die vom Drachenfels über den Feind kamen, entsetzt.
1638 Zwischen 1618-48 tobte der Dreißigjährige Krieg über weite Teile Europas. 1638 eroberten protestantische schwedische Truppen den Drachenfels und schleiften die Außenwerke. Kurz darauf wurden sie von den Spaniern, katholische Verbündeten des Erzbistums Köln, vertrieben.
Dennoch ließ der Erzbischof wenig später die Burgruine abreißen. Eine Instandsetzung wäre viel zu teuer gewesen und wohl auch sinnlos gegen Kanonen und Feuerwaffen, zudem war die halbzerstörte Burg war ein guter Schlupfwinkel für Feinde und Gesetzesbrecher.
1813/14 Franzosenzeit. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig flieht Napoleon nach Frankreich, die Allierten setzten nach, der Rheinbund fällt auseinander. Der preußischen Major von Boltenstern organisiert mit seiner Truppe und Einheimischen den Landsturm Siebengebirge. Beim Versuch, das linke Rheinufer zurückzuerobern, kommen von Boltenstern und Johann Josef Genger, Pächter des Wülsdorfer Hofes, ums Leben. An deide erinnert das Landsturmdenkmal auf dem Drachenfels.
1819 Preußenzeit. Am 18. Oktober 1819 zogen Bonner Studenten auf den Drachenfels, um den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig zu feiern. Die preußischen Behörden reagierten sofort und verboten jede Teilnahme an Burschenschaften oder anderen Verbindungen. In jener Nacht war auch Heinrich Heine mit dabei, er war für kurze Zeit an der Bonner Universität eingeschrieben, und schrieb das Gedicht "Die Nacht auf dem Drachenfels" (erschienen 1827 im "Buch der Lieder").
1826  Der Steinbruch am Drachfels geht weiter, die Kuppe mit der Burgruine ist in großer Gefahr; 1826 stürzte ein Teil der Außenmauern ein. Es kam zu einem jahrelangen, erbittert geführten Rechtsstreit zwischen der Königswinterer Steinbrechergewerkschaft, engagierten Bürgern und den preußischen Behörden, der schließlich auf den Schreibtisch König Friedrich Wilhelms III. gelangte.
1829-1836 1829 verfügte das preußische Innenministerium die Einstellung aller Steinbrucharbeiten.1836 kaufte die preußische Regierung den oberen Teil des Drachenfelses mit der Ruine und er kam unter Denkmalschutz.
1883 Die erste Zahnradbahn fährt auf dem Drachenfels, sie hatte eine Dampflok und war die erste Zahnradbahn in Deutschland überhaupt. 1953 wurde sie auf elektrischen Betrieb umgestellt und fährt heute noch.
  Auf halber Höhe entsteht die Drachenburg. Hier hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts Baron Sarter aus Bonn einen Traum erfüllt. Die Stil heißt Historismus - ein Stil, der sich historischer Formen bediente, sie dabei aber überzieht und mischt. In der Vorburg befindet sich heute das Museum zur Geschichte des Naturschutzes.