Rheindrache mobil  Blog Suche Sitemap
logo

Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit

Auch im und um das Siebengebirge lebten schon früh Menschen. 1914 wurden in einem Steinbruch bei Oberkassel die Knochen eines Mannes, einer Frau und eines Hundes gefunden, die vor ungefähr 13.000 Jahren, also gegen Ende der Altsteinzeit (Paläölitikum), gelebt hatten.. Die Menschen gehörten zum Cro-Magnon-Typ, also zu einem "moderneren" Menschentyp als die Neandertaler. Im Rheinischen Landes-museum in Bonn können Sie die Funde sehen.

Mittelsteinzeit (Mesolithikum)

Nach dem Ende der Eiszeit gab es bessere Lebensbedingungen. Die Menschen siedelten vor allem an Küsten und Ufern von Flüssen und Seen. Im "Fruchtbaren Halbmond" des Vorderen Orients, gab es schon früh Siedlungen. Neben Jericho, das es bereits um 7.000 v. Chr. gab, ist Catalhüyök in der Türkei eine der ältesten Ansiedlungen der Welt.

Jungsteinzeit (Neolithikum)

Die Jungsteinstein wird unterteilt in Altneolithikum (5.500-5.000 v. Chr.), Mittelneolithikum (5.000-4.400 v. Chr.), Jungneolithikum (4.400-3.500 v. Chr.), Spätneolithikum (3.500-2.800 v. Chr.), Endneolitihkum (2.800-2.200 v. Chr.). Die wohl bekanntesten Zeugnisse der Jungsteinzeit sind die Pfahlbauten am Bodensee und die gewaltigen Steinanlagen in Westeuropa, z.B. Newgrange in Irland (um 3.200 v. Chr.) und Stonehenge in Südengland (um 2.800 v. Chr.)

Verschiedene Völkerschaften zogen durch Europa, die sich begegneten und langsam sesshaft wurden. Der Übergang vom Jäger und Sammler zum Bauern, der seinen Acker bestellt, Vieh züchtet und Vorräte erwirtschaftet, wird als Neolithische Revolution bezeichnet. Doch im Gegensatz zu den gut dokumentierten frühen orientalischen Hochkulturen bleiben diese Menschen für uns anonyme "Leute", die wir nach den von ihren gefertigten Schmuck- und Gebrauchsgegenständen, Waffen oder der Art ihrer Totenbestattung benennen.

Bandkeramik, Rössener Kultur, Michelsberger Kultur

Vermutlich aus dem Vorderen Orient stammt die Kultur der Bandkeramiker, die sich im Altneolithikum von Südosteuropa aus langsam nach Norden vorschob. Die Menschen suchten fruchtbare Lößböden, die sie auf der linken Rheinseite fanden; so gab es in der Kölner Gegend eine Bandkeramiker-Siedlung. Vermutlich aus der Bandkeramik entstand um 4.500 AD die Rössener Kultur. Charakteristische Werkzeuge sind Keile und Beile mit Löchern. Auch in der Nähe vom Kuckstein und in Thomasberg wurden solche Geräte gefunden. Als nächste Kulturstufe kam im Jungneolithikum auf beiden Seiten des Rheins die Michelsberger Kultur auf. Charakteristisch sind spitzbodige, unverzierte Tulpenbecher.

Der Petersberg und seine Umgebung waren schon um 3500 besiedelt, auch hier gibt es Funde aus der Michelsberger Kultur. Vielleicht gab es auf der "Mondscheinwiese" zwischen Petersberg und Nonnenstrom-berg eine prähistorische Siedlung.

Schnurkeramik, Glockenbecherkultur

Am Ende der Steinzeit, im Endneolitihkum, stehen zwei Kulturen, die Metall kannten: Die Schurkeramik, die aus dem Osten kam, und die Glockenbecherkultur, die sich von Südwesten her verbreitete. Beide trafen sich am Rhein. Das Kupfer tauchte als neuer Werkstoff auf. Die Glockenbecherkultur gilt als erste metallverarbeitende Kultur im Rheinland.

Bronzezeit

Da denken wir an die Helden Homers, die Goldhüte, den Sonnenwagen von Trundholm und die Himmelsscheibe von Nebra. Noch immer wissen wir wenig über die Bronzezeit. Das gilt vor allem für Mitteleuropa, denn die Menschen in unserer Region kannten noch keine Schrift, es ist nichts überliefert. So reden wir noch immer von anonymen Leuten, die wir nach der Art ihrer Totenbestattung unterscheiden.

Der Begriff Bronzezeit ist nicht für alle Regionen gleichermaßen anwendbar. In den Hochkulturen des Alten Orients wurde schon sehr früh Bronze verarbeitet. Die ersten waren die Sumerer im Südirak. In Palästina kannte man Bronze um 3.300 AD, in Ägypten um 2700 AD. Erst viel später gelangte die Bronze und das Wissen um ihre Herstellung und Verarbeitung nach Europa: In Mitteleuropa begann die Bronzezeit um 2200 AD, und in Nordeuropa um 1.800 AD.

Bronze ist eine Legierung aus 90% Kupfer und 10% Zinn. Diese Metalle kamen nicht überall vor, und schon früh gab es Handel über weite Distanzen, zu Lande und zu Wasser. Das Schiff von Uluburun im 14. Jahrhundert AD hatte neben Kupfer und Zinn auch Blauglas, Ebenholz und viele andere Schätze geladen. Im Orient und in Mitteleuropa beobachteten die Menschen den Himmel. Die Himmelsschreibe von Nebra ist 3.600 Jahre alt; man sieht den Mond, die Sonne und Sterne, vermutlich die Plejaden.
Frühe Bronzezeit (2200-1500 vor Christus)

In Ägypten standen seit langem die Pyramiden. Babylon erlebte unter König Hammurapi, dem Gesetzgeber, seine erste Blütezeit. Unter Hattušili wurde das Hethitherreich in der heutigen Türkei zur Groß-macht. Die erste europäische Hochkultur war die minoische auf Kreta.

Mittlere Bronzezeit (1500-1250 vor Christus)

In Griechenland und in der Ägäis dominierte die mykenischen Kultur, um 1450 erobern die Mykener Kreta. In Ägypten herrschten im 15. Jahrhundert Hatschepsut, deren herrlicher Totentempel erhalten ist, und Thutmosis, unter dem Ägypten zum Großreich wurde. Im 14. Jahrhundert dann Echnaton und Nofrete.

In Mitteleuropa ist die mittlere Bronzezeit auch die Zeit der Hügelgräber. Die Toten wurden nicht mehr in einfachen Flachgräbern, sondern unter Grabhügeln bestattet. Waren die Verstorbenen zu Lebzeiten reich und mächtig, bekamen sie prunkvolle Beigaben. Im Ennert, dem im Norden des Siebengebirges liegenden Höhenzug, wurden einige Hügelgräber gefunden.

Späte Bronzezeit (1250-800 vor Christus)

Über 60 Jahre lang regierte Pharao Ramses II. in Ägypten. Sein Friedensvertrag mit dem Hethitherkönig ist der älteste schriftlich überlieferte Friedensvertrag der Geschichte. Um 1200 wurde der Nahe Osten vom Ansturm der "Seevölker" erschüttert. Das Hethitherreich ging unter, die Handelsstadt Ugarit wurde zerstört, nur Ägypten konnte sie besiegen. Ein Teil der Seevölker siedelte sich in Palästina an, die Philister der Bibel. Um 1000 dann begann die Herrschaft König Davids in Israel.

In Mitteleuropa ist die späte Bronzezeit die Zeit der Urnenfelderkultur (1200-800 AD). Die Menschen verbrannte ihre Toten, füllten die Asche in tönerne Urnen und setzten sie bei.

Ob je der Klang einer bronzezeitlichen Lure im Siebengebirge zu hören war? Zwar wurden Werkzeuge und Reste von bronzenen Beile und Lanzen gefunden, doch wir wissen sehr wenig über diese Zeit, aus der Bronzezeit gibt es nur ganz wenige Funde. Man vermutet, dass die Menschen damals die fruchtbaren Lößböden gesucht haben.

Eisenzeit

Wie die Bronzezeit begann auch die Eisenzeit im Orient viel früher als in Mitteleuropa. Die Militärmächte jener Zeit waren Assyrien und Babylon. Unter Nebukadnezar I. wurde Babylon wieder zum Großreich, er eroberte 587 Jerusalem. Wenige Jahrzehnte später, 539, eroberten die Perser Babylon. Seit langem fuhren die Phönizier fuhren über das Mittelmeer, trieben Handel und gründeten Kolonien, unter ihnen Karthago (814). Im griechischen Kulturkreis philosophierten die Vorsorkratiker, unter ihnen Heraklit.

In Mitteleuropa beginnt die Eisenverarbeitung mit der Hallstatt-Kultur (ab 850-450). Aus dieser Zeit sind einige prächtig ausgestattete Fürstengräber erhalten.

Aufstieg Roms

In den drei Punischen Kriegen gegen Karthago blieb Rom am Ende Sieger, und stieg zur Supermacht der Antike auf. In der Geschichtsschreibung über den Aufstieg Roms begegnen uns nicht mehr anonyme "Leute", sondern Völker und Zivilisationen, die wir einem Kulturkreis zuordnen können: den Kelten und den Karthagern.

La-Tène-Zeit

Um 200 AD erreichte die keltische Welt ihre größte Ausdehnung: von Britannien bis ans Schwarze Meer lebten unterschiedliche Völker keltischen Ursprungs. Kulturgeschichtlich sind wir in der La-Tène-Zeit (450-50 AD), die vor allem die durch keltische Kultur geprägt ist. Süddeutschland war ein Zentrum keltischer Zivilisation. In Manching blieben Reste einer befestigten Siedlung erhalten. In der späten La-Tène-Zeit war es ein Zentrum des Fernhandels, eine erste große Stadt in Deutschland.

Kelten und Germanen

Das Siebengebirge lag im Grenzgebiet zwischen der keltischen Zivilisation im Süden und der germanischen Welt im Norden. Immer mehr Germanen verließen ihre Heimat im Norden und Nordosten, die oft genau von verheeren-den Überschwemmungen heimgesucht wurde, und drangen in keltisches Siedlungsgebiet an Rhein und Mosel vor. Die Kimbern und Teutonen zogen 113-101 sogar bis ins Römische Reich.

Ringwall auf dem Petersberg

Neben den Oppida, frühen Städten, errichteten die Kelten gerne ihre Siedlungen auf Hügel und sicherten sie durch Ringwälle. Eine solche Bergfestung stand im ersten Jahrhundert AD auf dem Petersberg; Reste des Ringwalls um die Kuppe sind erhalten. Die Anlage ist keltischen Typs, und im nahegelegenen Stieldorf wurden keltische Goldmünzen gefunden. Wir wissen aber kaum etwas von den Menschen, die damals dort lebten.

Römische Legionen am Rhein

Zu jener Zeit waren das ganze Mittelmeer und weite Teile Westeuropas in römischem Besitz. Caesars Galli-scher Krieg (58-51 AD) brachte römische Legionen auch an den Rhein. Nach seinem Sieg über die keltischen und germanischen Stämme Galliens wurde der Rhein zur Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem freien Germanien, "Germania Magna", auf der rechten Rheinseite.


Bild- und Quellennachweis

Die nachfolgend aufgeführten Fotos stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation:
Himmelscheibe von Nebra, Urheber Dbachmann;
Löwentor Mykene, Urheber;
Sonnenwagen Urheber Malene Thyssen.
Fürstengrab Hochdorf, Urheber jnn95
Bilder aus der Public Domain Section der Wikipedia sind im Bild- und Quellennachweis erwähnt.