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Löwenburg (455 m) |
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![]() Aufstieg zur Löwenburg Burgruine Löwenburg Löwenburg im Mai |
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Ein bisschen müssen Sie am Ende klettern, bis Sie auf der Löwenburg sind - aber der Weg lohnt sich. Von hier oben haben Sie eine herrliche Aussicht auf das Rheintal und die anderen Berge. Erleben Sie einmal oben auf der Löwenburg, wie der Nebel sich lichtet, oder die Blumenpracht von Löwenzahn und Rainfarn im Frühling und Sommer. Auch an kalten Tagen ist ein Besuch auf der Löwenburg ein Ereignis, sofern der Weg nach oben nicht vereist ist. Unwillkürlich ist man dankbar für das eigene feste Schuhwerk und winddichte Kleidung. Die einfachen Menschen im Mittelalter hatten all dies nicht, und der Winter auf der Burg, wo der Wind durch die Ritzen pfiff und es fast nie richtig warm wurde, muss für die Menschen hart gewesen sein. Die Ruine der mittelalterlichen Burg gleichen Namens können Sie besichtigen. Um 1200 wurde sie von den Grafen von Sayn erbaut. Gemeinsam mit der Burg Blankenberg oberhalb des Siegtals sicherte sie Saynisches Territorium. In jenen Jahren wurde das Rheinland durch den Thronkrieg zwischen Otto IV. und Philipp von Schwaben schwer heimgesucht. Eine erbitterte Fehde tobte zwischen den Grafen von Sayn, Anhängern der Welfen, und Dietrich von Landsberg, einem Anhänger der Staufer. Erst durch die Ehe zwischen Graf Heinrich III. von Sayn und Mechthild von Landsberg wurde die Fehde beendet. Graf Heinrich III. von Sayn war ein hochgeachteter Fürst, der mit der Kaiser Otto IV., König König Heinrich (VII.) und Kaiser Friedrich II. in Kontakt stand. Und doch wurde er der Ketzerei angeklagt und wäre beinahe auf dem Scheiterhaufen gestorben. Auf der Seite Eine Mauer im Haus des Herrn finden Sie mehr dazu. Der Tod Heinrichs III. von Sayn in der Silvesternacht 1246/47 war ein tiefer Einschnitt; seine Nachfolger konnte diese herausragende Stellung nicht halten. Im Testament des Grafen war seiner Frau Mechthild u.a. die Löwenburg als Witwensitz übertragen wurden, doch bereits im August 1248 hatte sie in einer vorgezogenen Erbauseinandersetzung in Blankenberg einige Ländereien an Heinrich I. von Sponheim übertragen, den Sohn ihrer Schwägerin Adelheid. Urkunden aus dem Jahr 1248 belegen, dass ihm 3/4 der Löwenburg gehörten. Doch noch hatte Mechthild von Sayn ihr Wohnrecht auf der Löwenburg behalten; erst um 1268/69 entschied sie sich dann für eine andere Burg und gab ihr Rechte an der Löwenburg vorzeitig ab. Sie verstarb zur Jahreswende 1284/85 oder im Juli 1285. Nun fiel die Löwenburg ganz an die Familie ihrer Schwägerin. Auf Heinrich I. von Sponheim folgte 1269 sein ältester Sohn aus der Ehe mit Agnes von Heinsberg, Dietrich II. von Heinsberg (Herr der Löwenburg 1269-1271), auf ihn sein Bruder Johann I. von Heinsberg (1271-1306). Mit ihm beginnt das nächste Kapitel in der Geschichte der Löwenburg, das der Herren zu Löwenberg. Ein Tiefpunkt war die Niederlage in der Schlacht von Worringen im Juni 1288, als er in die Gefangenschaft des Grafen Gerhard von Jülich geriet und für eine geraume Zeit unfreiwillig an seine Weisungen gebunden war; mehrfach geriet er zwischen die Fronten regionaler Konflikte. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, vermutlich unter Johann I., entstand die Burg, deren Ruinen wir heute noch sehen können. Der Thronstreit 1314 zwischen Ludwig IV. "dem Bayern" und Friedrich "dem Schönen" von Habsburg spaltete sogar die Familie der Löwenberger: Heinrich I., Sohn Johanns I., stand auf der Seite des Erzbischofs und damit auf der Seite Friedrichs, sein Stiefbruder Johann II. auf der Seite von Jülich und Heinsberg, und damit auf der Seite Ludwigs. Erst 1325 versöhnten sich die Brüder. Das ganze Spätmittelalter hindurch gab es immer wieder Streit um die Löwenburg. Nach dem Tod des letzten Herrn von Löwenberg 1343 kämpften Agnes von Dollendorf aus der Familie der Löwenburger und ihr Neffe Johann vom Stein auf der einen Seite und Dietrich III. von Heinsberg und Blankenberg, Graf zu Loen und Chiny auf der anderen um das Erbe. Kurz darauf erhob auch Dietrichs Neffe Gottfried III. von Heinsberg Ansprüche auf die Löwenburg. Erst als 1361 Dietrich III. ohne legitime Erben starb, konnte Gottfried III. den Streit für sich entscheiden. Doch Gottfried III. muss finanziell ständig in der Klemme gewesen sein, denn er verkaufte weite Ländereien, und 1363 verpfändete er Blankenberg an Wilhelm II. von Jülich, Graf von Berg. Damit wuchs der Einfluß der Grafen von Berg in unserer Region beträchtlich. Der Graf von Berg setzte 1365 seinen Lehnsmann Johann vom Stein als Amtmann auf der Löwenburg ein. Nach dem Tod seiner Tante Agnes von Dollendorf 1376/77 erhob Johann selbst Erbansprüche Gottfried III. gegenüber und konnte sich zunächst durchsetzen. Doch 1395 besiegte ihn Gottfrieds Sohn Johann II. von Loen, genannt "der Streitbare". Für eine lange Zeit war er der "Herr zu Löwenberg" (1395-1438). Jene Jahrzehnte sind von militärischen Auseinandersetzungen geprägt. Johann II. von Loen verwüstete bergisches Gebiet, und zur Rache eroberten die Berger 1400 die Löwenburg. Erst Jahre später verglich man sich, vorerst. Um die Löwenburg wurde eine Zwingermauer gebaut. Doch auch diese Linie währte nicht lange. Nach dem Tod des letzten Herrn von Heinsberg und Herrn der Löwenburg gab es wieder Erbstreitigkeiten. Die Löwenburg und das Land Löwenberg wurden zunächst Philipp II. von Nassau zur Verwaltung zugesprochen. Dabei machte er sich durchaus verdient, denn die Löwenburg hatte durch die ständigen Kämpfe einiges mitgemacht. Zudem war sie 1436 verpfändet, aber schon 1438 ausgelöst worden. Im Dezember 1457 wurden Johann II. von Nassau-Saarbrücken und seine Frau Johanna von Heinsberg neue Herren der Löwenburg. Bei ihrem Tod 1469/1472 hinterließen sie zwei Töchter, Elisabeth und Johanna. Bald darauf heiratete Herzog Wilhelm von Jülich und Berg (beide Herzogtümer waren seit 1423 vereinigt) die ältere Schwester Elisabeth, zudem schaffte er 1478 eine gütliche Einigung mit Philipp II. von Nassau. Schließlich verkaufte die jüngere Schwester Johanna 1483 alle ihre Erbansprüche auf die Löwenberg an ihren Schwager. 1484 kam das Land Löwenberg endgültig zu Berg und wurde zum "Amt Löwenberg".
Im 15. und
16. Jahrhundert war die Burg kaum noch befestigt. Im
Dreißigjährigen Krieg wurde
sie zerstört und dann aufgegeben.
Anreise
Zum Weiterlesen
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