| um 1200 | Hohes Mittelalter zur Zeit der Staufer. Die Grafen von Sayn waren mächtige Männer in unserer Region. Seit 1180 stand ihre Burg Blankenberg oberhalb des Siegtals. Im Reich tobt der Thronkrieg zwischen Otto IV. und Philipp von Schwaben, auch das Rheinland wird schwer heimgesucht. Eine erbitterte Fehde tobte zwischen den Grafen von Sayn, Gefolgsleuten Ottos, und Dietrich von Landsberg, einem Anhänger der Staufer. In jenen Jahren entstand die Löwenburg. Erst durch die Ehe zwischen Heinrich III. von Sayn und Mechthild von Landsberg wurde die Fehde beendet. |
| 1233 | Graf Heinrich III. von Sayn war ein hochgeachteter Fürst, der mit der Kaiser Otto IV., König König Heinrich (VII.) und Kaiser Friedrich II. in Kontakt stand. Und doch wurde er der Ketzerei angeklagt und wäre beinahe auf dem Scheiterhaufen gestorben. |
| 1246/47 | Der Tod des Grafen in der Silvesternacht 1246/47 war ein tiefer Einschnitt; seine Nachfolger konnte diese herausragende Stellung nicht halten. |
| 1248 | In seinem Testament hatte der Graf seiner Frau Mechthild u.a. die Löwenburg als Witwensitz übertragen. Im August 1248 übertrug sie in einer vorgezogenen Erbauseinandersetzung in Blankenberg einige Ländereien an Heinrich I. von Sponheim, den Sohn ihrer Schwägerin Adelheid. Urkunden aus dem Jahr 1248 belegen, dass ihm 3/4 der Löwenburg gehörten. |
| 1269 | Spätmittelalter, zur Zeit des Interregnums. Auf Heinrich I. von Sponheim folgte 1269 sein ältester Sohn aus der Ehe mit Agnes von Heinsberg, Dietrich II. von Heinsberg (Herr der Löwenburg 1269-1271), auf ihn sein Bruder Johann I. von Heinsberg (Herr der Löwenburg 1271-1306). Mit ihm beginnt das nächste Kapitel in der Geschichte der Löwenburg, das der Herren zu Löwenberg. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, vermutlich unter Johann I., entstand die Burg, deren Ruinen wir heute sehen. |
| 1268/69 | Mechthild von Sayn hatte bislang ihr Wohnrecht auf der Löwenburg behalten; um 1268/69 entschied sie sich für eine andere Burg als Witwensitz und gab ihre Rechte an der Löwenburg vorzeitig ab. |
| 1284/85 | Zur Jahreswende 1284/85 oder im Juli 1285 verstarb sie. Nun fiel die Löwenburg ganz an die Familie ihrer Schwägerin. |
| 1288 | Spätmittelalter, zur Zeit König Rudolfs von Habsburg. Der Machtkampf zwischen den Erzbischöfen von Köln und den Grafen von Berg eskalierte in der Schlacht von Worringen im Juni 1288. Die Grafen aus dem Siebengebirge zogen als Lehnsmänner Erzbischof Siegfrieds von Westerburg mit ihm in die Schlacht - und unterliegen. Johann I. von Löwenberg geriet in die Gefangenschaft des Grafen Gerhard von Jülich und war für eine geraume Zeit unfreiwillig an seine Weisungen gebunden. |
| 1301 | Spätmittelalter, zur Zeit der Grafenkönige. Bei einer Fehde zwischen dem Kölner Erzbischof Wigbert von Holte und den Grafen von Jülich und der Mark geriet er zwischen die Fronten. Truppen des Erzbischofs beraubten und brandschatzten sein Gebiet; sein Sohn aus erster Ehe, Heinrich, schlug sich auf die Seite des Erzbischofs. Doch noch im gleichen Jahr versöhnten sich Vater und Sohn wieder. 1306 verstarb Johann I. und Heinrich wurde als Heinrich I. Herr der Löwenburg (1306-1343). |
| 1314 | Der Thronstreit 1314 zwischen Ludwig IV. "dem Bayern" und Friedrich "dem Schönen" von Habsburg spaltete auch die Familie der Löwenberger: Heinrich I., Sohn Johanns I., stand auf der Seite des Erzbischofs und damit auf der Seite Friedrichs, sein Stiefbruder Johann II. auf der Seite von Jülich und Heinsberg, und damit auf der Seite Ludwigs. Erst 1325 versöhnten sich die Brüder. |
| 1338/1339 | 1338 übertrugen Heinrich I. und seine Ehefrau Agnes von Cuyk u.a. die Löwenburg dem Grafen Dietrich von Loen und Chiny, Herr von Heinsberg und Blankenberg (1331-1361) zu Lehen. Dietrichs Vater war Herr von Heinsberg und Blankenberg, seine Mutter hatte die Grafschaften Loen und Chiny in die Ehe eingebracht. So war Dietrich ein einflussreicher Mann in unserer Region, und mit ihm sollte es Jahre später Streit geben.
Als 1339 der Hundertjährige Krieg ausbrach, stellte sich Heinsberg auf der Seite, und auch Heinrich I. zog in den Krieg. |
| 1343 | Ende Dezember 1343 verstarb Heinrich I. von Löwenberg. Da seine Ehe mit Agnes von Cuyk kinderlos geblieben war, trat sein Neffe Heinrich II. (Herr der Löwenburg 1343-1346), Sohn seines Stiefbruders Johann II., das Erbe an. Doch schon wenige Jahre später, am 19. Juli 1346, fiel Heinrich II. in der Schlacht. Bald darauf starb auch sein kleiner Sohn, und es gab keine männlichen Löwenberger mehr. Nun kämpften Agnes von Dollendorf aus der Familie der Löwenberger und ihr Neffe Johann vom Stein auf der einen Seite und Dietrich III. von Heinsberg und Blankenberg, Graf zu Loen und Chiny auf der anderen um das Erbe. Kurz darauf erhob auch Dietrichs Neffe Gottfried III. von Heinsberg Ansprüche auf die Löwenburg. |
| 1361 | Spätmittelalter, zur Zeit der Luxemburger. Als 1361 Dietrich III. ohne legitime Erben starb, konnte Gottfried III. den Streit für sich entscheiden. Doch Gottfried III. muss finanziell ständig in der Klemme gewesen sein, denn er verkaufte weite Ländereien, und 1363 verpfändete er Blankenberg an Wilhelm II. von Jülich, Graf von Berg. Damit wuchs der Einfluss der Grafen von Berg in unserer Region beträchtlich. Der Graf von Berg setzte 1365 seinen Lehnsmann Johann vom Stein als Amtmann auf der Löwenburg ein. |
| 1376/1377 | Nach dem Tod seiner Tante Agnes von Dollendorf 1376/1377 erhob Johann selbst Erbansprüche Gottfried III. gegenüber und konnte sich zunächst durchsetzen. |
| 1395-1438 | Doch 1395 besiegte ihn Gottfrieds Sohn Johann II. von Loen, genannt "der Streitbare". Für eine lange Zeit war er der "Herr zu Löwenberg" (1395-1438). Jene Jahrzehnte sind von militärischen Auseinandersetzungen geprägt. Johann II. von Loen verwüstete bergisches Gebiet, und zur Rache eroberten die Berger 1400 die Löwenburg. Erst Jahre später verglich man sich, vorerst. Um die Löwenburg wurde eine Zwingermauer gebaut |
| 1448 | Spätmittelalter, zur Zeit der Habsburger. Nach dem Tod Johanns II. von Loen gab es wieder Erbstreitigkeiten. Die Löwenburg und das Land Löwenberg wurden zunächst Philipp II. von Nassau zur Verwaltung zugesprochen. Dabei machte er sich durchaus verdient, denn die Löwenburg hatte durch die ständigen Kämpfe einiges mitgemacht. Zudem war sie 1436 verpfändet, aber schon 1438 ausgelöst worden. |
| 1457-1472 | Im Dezember 1457 wurden Johann II. von Nassau-Saarbrücken und seine Frau Johanna von Heinsberg neue Herren der Löwenburg. Bei ihrem Tod 1469/1472 hinterließen sie zwei Töchter, Elisabeth und Johanna. |
| 1484 | Bald darauf heiratete Herzog Wilhelm von Jülich und Berg (beide Herzogtümer waren seit 1423 vereinigt) die ältere Schwester Elisabeth, zudem schaffte er 1478 eine gütliche Einigung mit Philipp II. von Nassau. Schließlich verkaufte die jüngere Schwester Johanna 1483 alle ihre Erbansprüche auf die Löwenberg an ihren Schwager. 1484 kam das Land Löwenberg endgültig zu Berg und wurde zum "Amt Löwenberg". |
| 1638 | Frühe Neuzeit. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Burg kaum noch befestigt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört und dann aufgegeben. |