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Mittelalter im Siebengebirge

Vieles im Siebengebirge erinnert uns an das Mittelalter: die Burgen Wolkenburg, Drachenfels und Löwenburg, Kloster Heisterbach und die Ruine der mittelalterlichen Kirche auf dem Petersberg.  Vieles von dem, was wir über die Zeit der Staufer wissen, verdanken wir Caesarius von Heisterbach, er ist unser wichtigster Zeitzeuge. Es war eine Zeit, die von großen Gegensätzen geprägt war: Höfischer Glanz, Minnesang und Burgen auf der einen Seite – bittere Armut, Krankheit und oft genug das Recht des Stärkeren auf der anderen. Damals verlief die Front zwischen den regionalen Mächten, den Erzbischöfen von Köln, den Grafen von Sayn und den Grafen von Berg, mitten durch das Siebengebirge!

Die christliche Kirche führte Kreuzzüge gegen die muslimischen Araber, aber auch gegen Christen, so 1209/1210 gegen die Katharer in Südfrankreich. Auch die Staatsmacht griff durch: Friedrich II. sah seine Ordnung und die Autorität seiner Regierung gefährdet: Ketzer sollten der Acht verfallen und in schweren Fällen auf dem Scheiterhaufen sterben. Graf Heinrich III. von Sayn, der Herr der Löwenburg, wäre fast als Ketzer verurteilt und verbrannt worden. Auf der Seite "Eine Mauer im Haus des Herrn" erfahren Sie mehr darüber.

Das Spätmittelalter begann mit einem gewaltige Umbruch in Reich und Region. Nach dem Tod Friedrichs II. brach die Königsmacht des Hohen Mittelalters zusammen. Auch der Tod Heinrichs III. von Sayn war ein tiefer Einschnitt; die Machtstellung der Grafen ging verloren, um die Löwenburg gab es in den folgenden gut 200 Jahren immer wieder Erbstreitigkeiten, bis sie 1484 endgültig an den Herzog von Berg fiel.

Der Machtkampf zwischen den Erzbischöfen von Köln und den Grafen von Berg eskalierte in der Schlacht von Worringen im Juni 1288. Die Grafen aus dem Siebengebirge zogen als als Lehnsmänner Erzbischof Siegfrieds von Westerburg mit ihm in die Schlacht - und unterlagen. Die Vorherrschaft des Erzbistums in unserer Region war dahin. Friedlich blieb es nicht, auch in unserer Region gab es immer wieder Hauen und Stechen, und ein kleines Städtchen wie Königswinter bekam um 1400 eine Stadtmauer.

Doch für die Burggrafen vom Drachenfels brachen auch gute Zeiten an, denn der Trachyt vom Drachenfels war der ideale Stein für den Bau des neuen gotischen Doms in Köln, die "Steine für den Dom" brachten den Burggrafen schnell ein beachtliches Vermögen.