Napoleon und das Großherzogtum Berg

Königswinter
Königswinter

Das Alte Reich gab es nicht mehr.  Franz II. war nun Kaiser von Österreich, 16 Fürsten in Süd- und Mitteldeutschland waren als souveräne Staaten als Rheinbund unter dem Protektorat Napoleons zusammengeschlossen.

Zu den Rheinbundfürsten gehörte auch der Herzog von Berg, Max Joseph. Am 15. März 1806 trat er das Herzogtum an Napoleon ab – das war kein großes Opfer, denn zuvor hatte Napoleon ihn zum König von Bayern erhoben.  Nun vergrößerte Napoleon Berg und erhob es zum Großherzogtum; auch Königswinter mit der Wolkenburg und dem Drachenfels kamen nun zu Berg. Erster Großherzog wurde Napoleons Reitergeneral und Schwager Joachim Murat; ein tollkühner und ehrgeiziger Mann, der prachtvolle Uniformen liebte und in repräsentativ Hof halten wollte.

Viele Menschen teilten die Ideen der Französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Viele lebten in Leibeigenschaft, Herrschaft oder Zünfte bestimmten ihr privates und persönliches Leben. Sie mussten das prächtige Hofhalten ihrer Herrschaften durch hohe Abgaben finanzieren, auch wenn sie dann selbst nicht mehr ein noch aus wussten.  Nun brachte Napoleon die Errungenschaften der Französischen Revolution nach Berg. Am 12. Februar 1808 wurde im Großherzogtum Berg die Leibeigenschaft aufgehoben, am 1. Januar 1810 der französische Franc eingeführt und der Code Civil, auch Code Napoléon genannt, trat in Kraft.  Das weckte Hoffnung: nun, da die feudalen Vorrechten dahin waren und der Code Napoléon die Gleichheit aller vor dem Gesetz gebot, sollte es gerechter zugehen.  Gewerbefreiheit eingeführt, auf dass sich viele Menschen bescheidenen Wohlstand aufbauen konnten. 1812 folgt eine einheitliche Gerichtsorganisation.

1808 gab Murat die Herrschaft an Napoleon zurück, der es dann selbst übernahm.

Doch zugleich hatte Napoleon die Wehrpflicht verfügt, das Großherzogtum Berg musste jährlich 5.000 Mann für Napoleons Armee abstellen; bergische Soldaten kämpften gegen die Preußen und in Spanien.  In den nächsten Jahren forderten Napoleons Kriege den Menschen immer größere Opfer ab. Am Ende verfinsterte sich das Bild vom Hoffnungsträger Napoleon; für viele war er nur noch ein Despot, der koste es was es wolle ganz Europa beherrschten wollte und dafür unzähligen Menschen in den Tod schickte.

Bild- und Quellenachweis
Das Bild stammt aus der Public Domain Section der Wikipedia.

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