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Rheindrache > Geschichte des Siebengebirges und der Region

Totalitäre Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933-1945)

vor dem Kölner Dom 1945
Die Ofenkaulen - Ort der Zwangsarbeit und Zufluchtsstätte

NS-Diktatur / 1

Siebengebirge, die stillgelegten Mine am Ofenkaulberg. Die Wiederaufforstung verdeckt schmerzliche Erinnerungen. 1944, während des Zweiten Weltkriegs, wurde ein Teil der Rüstungsindustrie in die Ofenkaulen verlagert: russische und polnische Zwangs-arbeiter mussten Einspritzpumpen für Jagdflugzeuge anfertigen. Im Februar/März 1945 suchten Königwinterer Bürger dort Schutz vor den Luftangriffen.

Die totalitäre Diktatur

Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Sogleich ergriff er Maßnahmen zur Umsetzung seiner Ziele. Am 24. März 1933 verabschiedete der Reichstag das "Ermächtigungsgesetz", durch welches er fast alle Macht an die Reichsregierung abgab. Nur die SPD stimmte dagegen. Im Sommer des Jahres wurden alle Parteien außer der NSDAP und die Gewerkschaften verboten. Oppositionelle Politiker und Beamte verloren ihre Posten, auch Konrad Adenauer, Oberbürgermeister von Köln. Nach der "Nacht der langen Messer" Mitte 1934 wurde er verhaftet und war eine kurze Zeit im Gefängnis; während der folgenden zwei Jahre wechselte er auch Angst vor weiteren Verhaftungen mehrfach den Wohnort. 1934 wurden die Länderparlamente aufgelöst und Hitler rief das Dritte Reich aus

Die totalitäre Diktatur

Schon 1933 begann die planmäßige Verfolgung von Juden, ethnischen Minderheiten und politischen Gegnern. Die Nazi-Regierung verabschiedete eine Reihe von Gesetzen, welche die Rechte der deutschen Juden beschnitten. Im September 1935 verabschiedete der Reichstag die Nürnberger Rassegesetzte: Juden verloren ihre deutsche Staatsbürgerschaft und es wurde ihnen verboten, nicht-jüdische Deutsche zu heiraten. Ebenso wurden Sinti und Roma sowie andere Minderheiten diskriminiert. Auch die sogenannten "Rheinland- Bastarde", Kinder von Deutschen und Soldaten der Besatzungsarmeen, litten schrecklich.

Nach fünf Jahren hasserfüllter Propaganda gegen die Juden, nach Boykotten und diskriminierenden Gesetzen, waren die Deutschen Juden vom sozialen und politischen Leben fast ausgeschlossen, viele von ihnen hatten das Land verlassen. In der Nacht vom 9./19. November 1938, der Kristallnacht wurden fast 100 Juden ermordet und 25.000-30.000 Juden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Mehr als 200 Synagogen wurden zerstört, tausende jüdischer Geschäfte und Häuser verwüstet, auch in unserer Region.

Wiederaufrüstung und Einmarsch ins Rheinland

Im Vertrag von Locarno (1925) hatte Deutschland die Westgrenze anerkannt und zugestimmt, dass das Rheinland eine entmilitarisierte Zone würde. Doch seit 1935 rüstete Nazi-Deutschland wieder auf, und am 7. März 1936 rückten deutsche Truppen in Rheinland. Nach dem Locarno-Vertrag hätten Großbritannien zugunsten Frankreichs intervenieren müssen, doch nichts geschah. So stärkte dieser Coup Hitlers Ansehen in Deutschland.

Zweiter Weltkrieg

Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Im selben Jahr wurde das Sudetenland, der überwiegend von Deutschen bewohnte Teil der Tschechoslowakei, annektiert.1939 marschierten deutsche Truppen erst in Prag und dann im September in Warschau ein. Nun erklärten England und Frankreich den Krieg gegen Deutschland. Der Zweite Weltkrieg (1939-45) wütete noch verheerender als der erste. Stärker als je ein Krieg zuvor traf er die Zivilbevölkerung; mehr als 70 Millionen Menschen wurden getötet. Hitler hatte ihn von Anfang an gewollt; dabei ging es nicht nur um die Wiederherstellung des Deutschen Reiches von 1914 und Tilgung der "Schmach" des Versailler Vertrages, sondern um einen Eroberungs-, ja einen Vernichtungskrieg im Osten. Während des ersten Kriegsjahres hatte Deutschland die Oberhand. Die Niederlande und Belgien wurden übermannt, Dänemark und Norwegen besetzt. Im Juni 1940 kapitulierte Frankreich.

Nun plante Hitler die Invasion Englands. Doch die Luftschlacht um England ging verloren, Hitler musste seine Invasionspläne aufgeben. Innerhalb des Dritten Reichs herrschten Terror und Gewalt, unterstützt durch eine immer brutalere Blutjustiz. Mehr als 70.000 alte und kranke Menschen wurden umgebracht. Vor allem in den besetzen Gebieten im Osten wurden weitere Konzentrationslager gebaut. Im Sommer 1941 gab Hitler den Befehl zum Einmarsch in die Sowjetunion, und zu Anfang war die Offensive erfolgreich. Doch trotz der Unterschiede zwischen westlichen Demokratien und sowjetischem Kommunismus boten zuerst England und dann die USA der Sowjetunion Unterstützung an; die Allianz gegen Nazi-Deutschland stand.

Am 7. Dezember 1941 griff Japan Pearl Harbor an. Nun erklärten die USA und England Japan, Deutschland den USA den Krieg. Die Wannsee-Konferenz in Berlin 1942 hatte die "Endlösung der Judenfrage" sanktioniert. Millionen Menschen, die meisten Juden, aber auch unzählige Zigeuner, Slawen und andere Rassen wurden verhaftet, deportiert und in Konzentrationslagern in Osteuropa ermordet. Das Blatt wendete sich. Seit 1942 flogen die Alliierten Luftangriffe auf deutsche Großstädte; Köln wurde in der "Nacht der 1000 Bomber" am 31. Mai 1942 fast völlig zerstört.

Legale Opposition oder offener Widerstand war unmöglich, und die Einzelpersonen und Gruppen, die sich dem Nazi Regime entgegenstellten, riskierten ihr Leben. Unter ihnen waren Sophie und Hans Scholl von der Weißen Rose; sie wurden 1943 hingerichtet. Am 20. Juli 1944 scheiterte das von Claus Graf Schenk von Stauffenberg geplante Attentat. Noch am selben Tag wurden er und andere Verschwörer hingerichtet.

Im Osten erlitt die deutsche Wehrmacht im Februar 1943 in Stalingrad eine verheerende Niederlage. Von nun ab wurde der Krieg, den sie so grausam in den Osten getragen hatte, unerbittlich erwidert. Am 6. Juni 1944, dem D-Day, landeten Amerikaner, Engländer und Kanadier in der Normandie. Mitte Januar 1945 brach die Rote Armee durch die Ostfront und überrannte Ostpreußen. Unübersehbare Flüchtlingstrecks flohen ins Innere Deutschlands. Am 7. März 1945 überschritten die Amerikaner die einzige intakt gebliebene Rheinbrücke bei Remagen. Nach erbitterten Gefechten, vor allem um die Löwenburg und den Ölberg, standen sie im Siebengebirge.

Ende April 1945 war die Lage aussichtslos. Berlin war von russischen und polnischen Armee eingenommen. Hitler beging Selbstmord. Am 7./8. Mai wurde die Kapitulation unterzeichnet.

Bild- und Quellenachweis

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