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Magdeburger Dom, in der Mitte die Skulpturen Ottos  I. und Edgithas                                                                                        

Hochmittelalter | Ottonen (919-1024)

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"Eine Mauer im Haus des Herrn" - Ketzerpross gegen Heinrich III. von Sayn

Zu Beginn des 10. Jahrhunderts hatten sich in Bayern, Schwaben, Franken und Sachsen hatten sich mächtige Stammesherzogtümer herausgebildet. Der geistliche und weltliche Adel hatte an Macht gewonnen, und ehemals königliche Besitzungen wurden nun frei vererbt.  Nach dem Tod des letzten Karolingers wählten die Herzöge dann auch einen weniger mächtigen Herzog zu ihrem König: Konrad I. (911-918).

Es heißt, Konrad I. selbst habe weniger Jahre später den Herzog Heinrich "den Vogler" von Sachsen als seinen Nachfolger vorgeschlagen.  Nach der Eroberung Sachsens durch Karl den Großen hatte sich Heinrichs Familie, die Liudolfinger, erfolgreich ins Karolingerreich integriert; er  selbst war ein mächtiger Herzog. 

Heinrich I. 

Doch ganz so überrascht, wie es im Lied  "Herr Heinrich saß am Vogelherd" heißt, wurde er nicht.  Wahrscheinlich haben die anderen Herzöge vorher lange mit ihm verhandelt, um ihre eigene Interessen zu wahren.  Doch das ganze Land war in Gefahr, von den Ungarn überrannt zu werden, und ein zerrissenes Reich, dessen Fürsten ständig im Streit miteinander lagen, hatte ihnen nichts entgegenzusetzen.  Heinrich I. (919-936) wurde der erste nicht-fränkische König des Ostfränkischen Reichs. Er handelte mit Augenmaß und schaffte es, die ostfränkischen Stämme zu einen; um 920 tauchte erstmals die Bezeichnung "Regnum teutonicum" auf.  Der König erkannte, dass sein Reich den ungarischen Reiterkriegern nicht gewachsen war,  und erkaufte sich durch Tributzahlungen einige Jahre Sicherheit vor ihren Überfällen, damit er mit seinen Fürsten die Landesverteidigung aufbauen konnte. Fluchtburgen wurden ausgebaut und neue angelegt, dabei musste jeder neunte Bauer mitarbeiten. Außerdem wurde ein Reiterheer aufgestellt.  Mit  Rudolf von Burgund schloss Heinrich einen Freundschaftsvertrag. Daraufhin erhielt er von ihm die heilige Lanze, eine der wertvollsten Reliquien des Abendlandes. Später gehörte sie zu den Reichsinsignien.

Das Rheinland kommt zum Ostfränkischen Reich

An der Westgrenze des Reichs lag Lothringen, das in den Verträgen von Meersen (870) und Ribemont (880) dem Ostfränkischen Reich zugesprochen worden war. Trotzdem  orientierte Herzog Giselbert von Lothringen sich nach Westen und huldigte dem westfränkischen Herrscher Karl dem Einfältigen. Heinrich suchte zunächst eine politische Lösung. Am 7. November 921 traf er Karl  bei Bonn, auf einem in der Mitte des Rheins verankerten Schiff. Im "Bonner Vertrag" schworen sie sich Freundschaft, und Karl, der Karolinger und Nachfahr Karls des Großen, erkannte den Sachsen Heinrich als legitimen Herrscher des Ostfränkischen Reiches an. Das war ein diplomatischer Erfolg für Heinrich, doch die "lothringische Frage" blieb offen. Aber im Westfrankenreich tobte ein Machtkampf. Karl unterlag, er wurde von seinen Gegnern eingekerkert und starb. Nun zog Heinrich I. nach Lothringen, und 925 musste Giselbert sich unterwerfen. Lothringen mit dem Krönungsort Aachen kam endgültig zum Ostfränkischen Reich. 1000 Jahre später, 1925, fanden trotz der Not der Nachkriegsjahre, Tausendjahrfeiern statt. 

Der Kölner Erzbischof Hermann I. (EB 889 – 924) erlebte während seiner langen Amtszeit  den Wechsel von den Karolingern zu den Ottonen. Sein Nachfolger Erzbischof Wichfried (EB 924 – 953) beanspruchte für sich das Recht, Otto I. zu krönen, da der Krönungsort Aachen in seinem Bereich lag. Doch zu seiner  Zeit wurde das Krönungsrecht den Kölner Erzbischöfen noch nicht so unangefochten zugestanden wie später zur Zeit der Salier und Staufer; hier wurde ein Kompromiss mit den anderen rheinischen Erzbischöfen von Mainz und Trier ausgehandelt.

932 glaubte sich Heinrich stark genug und zahlte den Ungarn keine Tribute mehr. Wenig später drangen sie über die Grenze vor; doch an der Unstrut konnten Heinrich und seine Kämpfer sie in die Flucht schlagen. Heinrich starb nach einem Schlaganfall am 9. Juli 936 in seiner Pfalz Memleben (im Bild rechts die Krypta). Sein Sohn Otto war schon 929 als Nachfolger eingesetzt worden. Er war in  zweiter Ehe mit Edgitha, der Halbschwester des englischen Königs Aethelstan, verheiratet. 

Otto I. (936-973)

Otto I. war ein starker Herrscher, doch auch ihm machten die mächtigen Herzöge zu schaffen – freilich setzte er sich gleich nach seiner Krönung über Althergebrachtes hinweg und stieß einige unter ihnen vor den Kopf.  Nach mehreren Aufständen (939 und 941), an denen sich sogar sein Bruder Heinrich beteiligte, entzog er ihnen ihre Herzogtümer und setzte dafür Pfalzgrafen seines Vertrauens ein. Zur Sicherung der Ostgrenze seines Reiches gegen die Slawen richtete er in den Jahren 936/937 Marken ein und gründete zahlreiche neue Bistümer, von denen aus die Slawen christianisiert werden sollten. Besonders Magdeburg, damals eine Grenzstadt, lag Otto am Herzen;  er tat viel für "seine" Stadt und "seinen" Dom.

Ottonisch-Salisches Reichskirchensystem

Auch die von Otto eingesetzten Pfalzgrafen erhoben sich gegen ihn. Fortan stützte er sich zunehmend auf die Geistlichkeit, trat ihr dafür jedoch Rechte ab, vor allem das Recht, Ländereien zu erwerben und sich so ein eigenes Herrschaftsgebiet aufzubauen. Doch Geistliche unterlagen dem Zölibat, sie heiratete nicht, hatten keine erbberechtigten Kinder, und so fielen ihnen überlassen Lehen nach ihrem Tod an den König zurück. Otto besetzte hohe geistliche Ämter, z.B. Bischofsstühle, mit Personen seines Vertrauens. Da er ihnen auch Ländereien aus dem Reichsgut zu Lehen gab und königliche Rechte (Regalien) verlieh, erhielten sie zugleich große weltliche Macht. Wegen der starken Verflechtung von Reich und Kirche sprach man vom "ottonisch-salischen Reichskirchensystem". 

Eine Märchenhochzeit?

In Pavia war 950 König Lothar aus dem Haus Burgund verstorben. Markgarf Berengar von Ivrea hatte sich selbst zum König der Langobarden erhoben und Lothars Witwe Adelheid gefangengesetzt. Adelheids Getreue baten Otto um Hilfe, denn er war Lehnsherr von Burgund und Adelheids Bruder wurde an seinem Hof erzogen. Otto seinerseits war seit dem Tod von Edgitha Witwer und plante eine Verbindung mit Adelheid, die ihm die langobardische Krone in die Ehe einbringen würde. Zudem war Berengar sein Lehnsmann, und einen solchen Treuebruch konnte er nicht hinnehmen.

951 brach Otto nach Italien auf (951-952). Er zog kampflos in Pavia ein, aber Berengar war entkommen, und Otto konnte nichts weiter gegen ihn ausrichten. Adelheid hatte fliehen können, und wenig später fand ihre Hochzeit mit Otto  in Pavia statt.  War es eine Märchenhochzeit zwischen der schönen jungen Königin und dem älteren, mächtigen König? In jedem Fall wurde Adelheid durch ihre Ehe eine sehr reiche und mächtige Frau. Otto hat sie an den Regierungsgeschäften beteiligt, und nach seiner Kaiserkrönung wurde sie ganz offiziell "Mitregentin" (consors regni) genannt.  

Aufstände und die Schlacht auf dem Lechfeld

Doch Ottos Sohn mit Edgitha, Liudolf, und sein Schwiegersohn Konrad der Rote fürchteten um ihr Erbe und erhoben sich gegen ihn (954/955) Auch Ottos jüngerer Bruder Heinrich war mit dabei. Es kam zum Bürgerkrieg, den Tausenden von Menschen das Leben kostete. Schlimmer noch, die Aufständischen riefen die gefürchtetsten Feinde ins Land - die Ungarn. Riesige Reiterhorden unter dem Kriegshelden und Staatsmann Horka Bulksu zogen raubend durch das Land.  955 standen die Ungarn vor Augsburg. 

In aller Eile sammelte Otto sein Heer, und im August 955 zog das "erste gesamtdeutsche Aufgebot" (S. Fischer-Fabian, Die deutschen Cäsaren)  in die Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg. Die Ungarn wurden vernichtend geschlagen - auch dank Konrad dem Roten, der in einer schlimmen Phase der Schlacht wieder zum König stieß und dabei selbst getötet wurde. Als die Ungarn sich zur Flucht wandten, schickte Otto ihnen seine Soldaten hinterher und ließ sie alle niedermachen. Die ungarischen Anführer wurden gefangengenommen, und auf Anordnung von Heinrich alle aufgehängt, auch Horka Bulcsu. Das galt als wenig ehrenhafte Tat - es war wohl als Abschreckung gedacht. Zugleich waren nun alle Zeugen seines Landesverrats beseitigt.

Ottos Bruder, der Erzbischof von Köln

Ottos Bruder und enger Vertrauter Bruno I. von Sachsen war Erzbischof von Köln (EB 953-65) und zugleich Herzog von Lothringen – er war der erste Kölner "Reichsbischof" und schuf die Grundlagen eines starken Erzbistums (im Bild rechts St. Pantaleon). Trotz seiner großen Macht bewährte er sich auch als Bischof; durch ihn gewann das Erzbistum Köln an Ansehen. Von seinem Nachfolger Folkmar (EB 966-969) ist nicht viel zu berichten.

Kaiserkrönung

960 traf eine Bittschrift aus Rom ein: Papst Johannes XII. bat Otto um Hilfe gegen Berengar von Ivrea, jenen anmaßenden Markgrafen, der Otto fünf Jahre zuvor entkommen war und nun dem Papst und der Stadt Rom mächtig zusetzte. In Rom bekämpften sich Adelsfamilien und scheuten auch vor Mord nicht zurück. Auch die Päpste waren tief darin verstrickt, Johannes XII. selbst galt als zutiefst verderbt. Im Mai 961 wurde Ottos sechsjähriger Sohn aus der Ehe mit Adelheid  zum König gewählt und als Otto II. in Aachen gekrönt, und gleich darauf brach Otto I. zu seinem zweiten Italienfeldzug (961-965) auf.  

962 krönte ihn Papst Johannes XII. zum Kaiser, und als Kaiser gewährte er dem Kirchenstaat seinen Schutz. Damit stellte sich Otto ganz in die Tradition Karls des Großen: der fränkische König als Erbe der christlichen römischen Kaiser. Es war die Geburtsstunde des Heiligen Römischen Reiches. Doch kaum hatte Otto Rom verlassen, da intrigierte der Papst gegen ihn. Otto kehrte 963 zurück und ließ ihn von einer Synode absetzen. Der neue Papst Johannes XIII. krönte wenig später, am 25. Dezember 967, Otto II. in Anwesenheit seines Vaters zum Mitkaiser.

Eine Braut aus Byzanz

In einem dritten Italienfeldzug (966-972) konnte Otto I. sein Herrschaftsgebiet um Nord- und Teile Mittelitaliens erweitern. Doch damit war der Grenzkonflikt mit den Byzantinern in Süditalien da. Beim Besuch einer byzantinischen Delegation 967 fielen prompt deutliche Worte. Doch Otto I. schlug eine diplomatische Lösung vor und bat für den Kaisersohn und Thronfolger Otto II. um die Hand einer byzantinischen Prinzessin, am liebsten der "purpurgeborenen" Kaisertochter, die Rechts- oder Erbansprüche an die byzantinische Krone mitbringen würde. Doch von Kaiser Nikepheros Phokas bekam er eine herbe Abfuhr. Für ihn war sein Reich der einzig legitime Erbe des christlichen Römischen Reiches, und er allein der einzig legitime Kaiser in römischer Tradition - Ottos Kaiserkrönung galt ihm nichts. Es wäre eine Schande, ließ er vernehmen, würde eine byzantinische Prinzessin in eine solche Familie von Emporkömmlingen einheiraten. Dennoch ließ er eine Hintertür offen: Falls der Kaiser ihm Italien abtreten würde, so der Basileus, könnte man darüber reden .. Das waren skandalöse Bedingungen, und als Antwort darauf ging der Krieg in Süditalien weiter.

Einige Jahre später wurde Nikephoros Phokas Opfer einer Verschwörung. Sein Nachfolger, Johannes I. Tzimiskes, musste sich gegen so viele Feinde im Inneren wehren, dass er nach außen den Ausgleich suchte. Otto schickte eine Delegation nach Byzanz, um die Verhandlungen für die Ehe zu führen und die Braut standesgemäß nach Rom zu begleiten. Mit dabei war der Kölner Erzbischof Gero (EB 969 - 976). Er brachte den Leib des heiligen Pantaleon von dieser Reise nach Köln; er war überhaupt ein wichtiger Mann im Erzbistum und im Reich. Bekannt wurde er vor allem durch das von ihm gestiftete Gero-Kreuz im Kölner Dom.

Theophanu

Doch Johannes Tzimiskes hatte nicht die erbetene purpurgeborene Prinzessin als Braut ausgesucht, sondern seine Nichte Theophanu, die keine Ansprüche an die byzantinische Krone hatte. Fast hätte man sie zurückgeschickt, doch Otto I. fand,  dass diese Ehe dennoch die Anerkennung seines Kaisertums und seines Hauses bedeutete. Am 14. April 972 wurde in der Peterskirche in Rom die Hochzeit Ottos II. mit Theophanu gefeiert, die zugleich zur Kaiserin gekrönt wurde. Mit ihrer Hochzeit wurde Theophanu zur "reichsten Frau des Abendlandes", denn die Morgengabe ihres Gatten war gewaltig. Ob sie in den ersten Jahren auch glücklich war, ist eine andere Sache. Deutschland und die Deutschen waren ihr fremd, und umgekehrt wurde sie, die schöne, hochgebildete junge Frau, an den glanzvollen Lebensstil im "verderbten" Byzanz gewöhnt, von vielen argwöhnisch beobachtet. Auch waren sie und ihre Schwiegermutter Adelheid zu verschieden, als dass sie Freundinnen hätten werden können. 

Am Ende von Ottos langer Regierungszeit fand ein glanzvoller Hoftag in Quedlinburg statt. Die deutschen Fürsten und hochrangige Delegationen aus ganz Europa huldigten ihm. Wenig später zog er weiter nach Memleben, der Kaiserpfalz, in der sein Vater gestorben war. Dort verstarb auch Otto I. am 7. Mai 973 an einer Lebensmittelvergiftung. Er wurde in "seinem" Magdeburger Dom neben seiner zweiten Frau Edgitha beigesetzt.

Otto II. 

Im Gegensatz zu seinem Vater hatte er eine gute theoretische Ausbildung genossen, doch der Vater hatte ihn kaum in die Regierungsgeschäfte einbezogen und ihn nie selbständig entscheiden lassen. So hatte er keine Gelegenheit gehabt, in seine Aufgaben hinein zu wachsen. Nun wurde er sofort gefordert. Immer wieder musste er sich gegen Übergriffe seines Vetters Heinrich von Bayern, genannt der Zänker, wehren. Hier wiederholt sich ein Konflikt in der zweiten Generation, denn Heinrich der Zänker war der Sohn von Ottos I. Bruder Heinrich, der sich mehrfach gegen ihn erhoben hatte.  Otto II. setzte sich durch, Heinrich der Zänker wurde 976 für abgesetzt erklärt und 978 zu einer Haftstrafe verurteilt. 

Im Norden griffen die vereinten Dänen und Norweger unter König Harald Blauzahn an.  Nach anfänglichen Rückschlägen konnte Otto  sie 974 ausgerechnet in der Nähe der alten Wikingerstadt Haithabu besiegen.  979 führte ein Feldzug zur Unterwerfung des polnischen Herzog Mieszkos I. Durch seine Ehefrau Theophanu konnte der Kaiser eine gute Beziehung zum byzantinischen Herrscherhaus aufbauen.

Doch im Herrscher des Westfrankenreichs, Lothar, hatte Otto einen mächtigen Feind. 978 wurde er in Aachen überfallen, musste Hals über Kopf fliehen, ja sogar die Reichsinsignien zurücklassen und entkam mit knapper Not  nach Köln. Diese Schmach nagte an ihm, noch im selben Jahr begann er einen Feldzug gegen Lothar und konnte nach wechselvollen Kämpfen im Mai 980 zwingen, auf Lothringen zu verzichten.

980 wurde der lang ersehnte Thronfolger, der spätere Otto III. geboren. Kurz darauf musste sein Vater nach Italien ziehen, denn dort ging es drunter und drüber. Doch viel mehr als der deutsche Kaiser und seine griechische Gattin galt den Italienern Ottos Mutter Adelheid, die in Pavia zuhause war. Doch sie hatte im Streit Ottos Hof verlassen und war an den Hof ihres Bruders, des burgundischen Königs, gegangen. Nach einigem diplomatischen Hin und Her kam es in Pavia zur Versöhnung zwischen Mutter und Sohn.

Ottonische Renaissance

Otto II. war der Wegbereiter der "Ottonischen Renaissance", er förderte Künstler und Wissenschaftler. In seiner Zeit wurden wissenschaftliche Themen diskutiert und Aristoteles ins Altdeutsche übersetzt; es entstanden Wandgemälde, Buchillustrationen (im Bild rechts eine Seite aus dem Gero-Kodex, benannt nach dem Kölner Erzbischof Gero. Bauwerke von hoher künstlerischer Bedeutung entstaanden. Doch nicht nur das, vielmehr förderte Otto II. auch das Streben nach mehr Bildung im Adel.

Rückschlag in Italien

Zur Zeit Ottos II. gehört Süditalien zum Byzantischen Reich, Sizilien aber wurde von den Sarazenen beherrscht,  und von dort aus überfielen sie immer wieder Süditalien.  Erfüllt von der Idee, der Kaiser sei Vorkämpfer des christlichen Abendlandes, entschloss er sich zu einem Feldzug gegen sie. Auch politisch schien der Feldzug eine gute Gelegenheit, Ottos Kaisertum gegenüber dem byzantinischen Kaiser zu stärken. Ein Putsch in Byzanz hatte Theophanus Familie getroffen, und würde der Kaiser Süditalien erfolgreich gegen die Sarazenen verteidigen, könnte es es  zugleich den neuen Machthabern in Byzanz entreißen. 

Doch am 13. Juli 982, am Cap Colonna in Kalabrien, erlitt der Kaiser eine vernichtende Niederlage: Tausende Ritter aus allen Teilen des Reiches und slawische Hilfstruppen fielen, der Kaiser selbst entkam nur dank der Hilfe eines Juden und eines Slawen. Danach schien es für Wochen kaum Kontakt zwischen Deutschland und Otto II. zu geben. Sein Ansehen sank, und privat kam es zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen ihm und Theophanu. Vor allem war der Mythos von der Unbesiegbarkeit der Deutschen zerstört, und schon bald brodelte es an vielen Stellen des Reiches. 983 brach der große Slawenaufstand los und das ostelbische Gebiet ging verloren. Doch ist es richtiger zu sagen, dass der Freiheitskampf der Slawen erfolgreich war. Die Markgrafen im Osten hatten eine brutale Unterdrückung betrieben, Otto I. selbst sprach in Briefen von "ausrotten" und ließ sich vom Papst bestätigen, dass dies ein gottgefälliges Werk wäre.

Die Kinderkrone

Trotz aller Rückschläge wurde Ottos dreijähriger Sohn Otto III.  983 in Aachen zum Mitkönig gekrönt. Vielleicht mit der Krone im Bild rechts, die in der Domschatzkammer in Essen aufbewahrt wird. Sie berührt noch heute.  Aber was für ein Leben ging damit einher! Otto musste von klein auf die unglaublichen physischen Strapazen durchstehen, die seine hohe Stellung mit sich brachte. Im Mittelalter Mitglied der Königsfamilie zu sein hieß, ein Leben im Sattel zu führen – bei Wind und Wetter, durch dichte Wälder und Sümpfe. Oft genug hat er dabei Tod und Zerstörung gesehen. Nicht nur der König, sondern seine ganze Familie zogen von Pfalz zu Pfalz durch das Reichsgebiet, denn es bestand ständig die Gefahr einer Entführung.

Theophanu (Regentschaft 983-991)

Er selbst war noch im Rom. Plötzlich wurde er krank und starb noch im selben Jahr, am 7. Dezember 983, wahrscheinlich an den Folgen einer Überdosis Aloe. Er war 28 Jahre alt geworden. Als einziger mittelalterlicher Kaiser wurde er im Petersdom beigesetzt. 

Als die Nachricht vom Tod Ottos II. Deutschland erreichte, sah sein langjähriger Widersacher, Heinrich der Zänker, seine Stunde gekommen: Er floh aus der Haft, reiste nach Köln und forderte den Kölner Erzbischof Warin (EB 976-985) auf, ihm den kleinen Otto III. zu übergeben, denn als nächstem männlichen Verwandter der herrschenden Dynastie stünde ihm die Vormundschaft und die Regentschaft zu. Warin gab den Jungen sofort heraus. Heinrich der Zänker zog mit ihm durch die Lande und fand zunächst durchaus Zustimmung bei den Fürsten. Seiner Sache sicher, ließ er sich 984 sogar krönen. Doch längst hatte Willigis, der Erzbischof von Mainz, Theophanu und Adelheid, Ottos II. Mutter, aus Italien nach Deutschland geholt. Gemeinsam gelang es ihnen, Heinrich den Zänker politisch zu isolieren. Schließlich gab er auf, und 984 bekam Theophanu ihren kleinen Sohn wieder. Im Mai 985 wurde ihr in Frankfurt am Main endgültig die Herrschaft zugesprochen. Der Erzbischof von Köln jedoch musste abdanken.

"Das Reich der Frau Adelheid werdet Ihr bald mit der Hand umspannen können"
Theophanu über Adelheid

Theophanu setzte alles daran, ihrem Sohn sein Erbe zu erhalten. Durch ihre Klugheit, ihre Diplomatie und auch ihr Durchsetzungsvermögen gelang es ihr, das Reich zusammenzuhalten. Darüber kam es zum Zerwürfnis mit Adelheid. Auch wenn man es menschlich bedauert, so war es im Interesse des Thronfolgers konsequent: Adelheid war sehr fromm und verschenkte viel Reichsgut an die Geistlichkeit. Doch je mehr sie verschenkte, desto weniger blieb vom Erbe des künftigen Kaisers, und Theophanu wollte das verhindern. 

Bis zu ihrem Tod 991 war sie Regentin des Heiligen Römischen Reichs, und sie erfüllte ihre Aufgabe mit Bravour. In einer Urkunde vom 1. April 990 signierte sie in byzantinischer Tradition als Kaiser: "Theophanius, durch göttliche Gnade erhabener Kaiser". Theophanu starb nach kurzer Krankheit am 15. Juni 991 in Nimwegen. Der Kölner Erzbischof Everger (EB 985-999), ihr Freund und Vertrauter, veranlasste die Bestattung der Kaiserin in der Abteikirche St. Pantaleon. 

Nach dem Tode Theophanus 991 konnte ihre Schwiegermutter, die Kaiserin Adelheid, mit fähigen Beratern an ihrer Seite die Regentschaft für den Enkel Otto III. bis Ende 994 weiterführen.

Die Ezzonen

Otto II. und Theophanu hatten vier Kinder, unter ihnen der Thronfolger, Otto III., und Mathilde (979 - 1024), verheiratet mit dem Pfalzgrafen Ezzo (955-1034).  Ezzo und seine Dynastie, die Ezzonen, waren eine neue regionale Macht in unserer Region. Sie stammten aus aus Niederlothringen, hatten in kurzer Zeit verschiedene Grafentitel und Vogteien (Vertretung einer Abtei in weltlichen Dingen)  in ihrer Familie angehäuft und nahmen nun eine zentrale Stellung im Rheinland ein, u. a. kontrollierten sie die großen Fernstraßen mit der Tomburg bei Rheinbach und dem Siegburger Michaelsberg. Damit begannt der Machtkampf mit der anderen aufstrebenden Macht in unserer Region, dem Erzbistum Köln.

Nach dem Tod des letzten fränkischen Gaugrafen traten 988 die Ezzonen die Herrschaft im Auelgau an. Pfalzgraf Ezzo war ein mächtiger Mann geworden, auch dank seiner Ehe mit Mathilde, einer Schwester Ottos III. Seine Tochter Richeza war Königin von Polen und seine älteren Söhne Ludolf und Otto waren die blutmäßig nächsten männliche Verwandten, sollte Otto III. kinderlos sterben.

"Mirabilia Mundi" - die Wunder der Welt. Otto III. 

Nach der Regentschaft seiner Mutter Theophanu und seiner Großmutter Adelheid  trat Otto III. mit 15 Jahren 995 sein Erbe an. Otto war für seine Zeit unglaublich gebildet. das trug ihm den Beinamen "Die Wunder der Welt" (mirabilia mundi) ein. Zu seinen Lehrern gehörten Gerbert von Aurillac, Adalbert von Prag und Johannes Philagathos, der Bischof von Piacenza - alle drei sollten auch Jahre später in seinem Leben eine wichtige Rolle spielen. 

Otto träumte von einer "Wiederherstellung des Römischen Reiches", einem christlichen Reich mit Rom als Hauptstadt, in dem Papst und Kaiser gemeinsam regierten.  Schon bei seinem ersten Besuch ihn die Stadt in ihren Bann. Im Rom jener Zeit herrschten weiter die Patrizierfamilien, die sich gegenseitig bekriegten, und die das Papsttum war tief darin verstrickt. Doch die Römer erinnerten sich zunehmend der großen Vergangenheit ihrer Stadt und suchten ihren Einfluss gegenüber dem Kaiser und dem Papst zu stärken. In seinem ersten Feldzug 996/997 setzte Otto III. sich durch, ließ aber Milde walten. Er setzte seinen Cousin als Gregor V. als Papst ein, und dieser krönte ihn gleich darauf am 21. Mai 996 im Petersdom zum Kaiser. Da waren zwei ganz junge Männer aus Deutschland, die ganz ähnliche Träume hatten.

"Sehe ich Dich so wieder, Grieche" - Otto III.  zu Johannes Philagathos

Doch kaum hatte Otto Rom verlassen, da wurden Treueide gebrochen. Gregor V. wurde abgesetzt, und gegen eine riesige Geldsumme ließ sich ein Gegenpapst als Johannes XVI. wählen. Im Februar 998 zog Otto wieder nach Rom. Er erfuhr, dass dieser Gegenpapst niemand anderes war als Johannes Philagathos, sein Lehrer aus Kindertagen. Wenig später wurde Johannes gefangengenommen und an den Kaiser ausgeliefert. Otto ließ ihn  verstümmeln. Nach zweimonatiger Belagerung fiel die Engelsburg. Nun straften Otto und Papst Gregor erbarmungslos. Nach Gregors Tod wurde 999 Ottos Freund und Lehrer Gerbert von Aurillac als Silvester II. Papst, und in jenen Jahren kam es zu einer selten engen Zusammenarbeit zwischen Kaiser und Papst.

Doch innerlich war Otto zutiefst erschütternd, er hatte seine Ideen verraten und an seinen Händen klebte Blut. Er legte sich selbst härteste Bußen auf und fand doch keine Ruhe mehr. Der junge Mann Otto wanderte als einfach gekleideter Pilger durch Süditalien, dachte sogar daran, abzudanken und sich in ein Kloster zurückzuziehen – doch der Kaiser ihn ihm machte Augen und Ohren auf, um das Grenzgebiet zum byzantinischen Reich zu erkunden.

Mitten im Winter des Jahres 1000 ritt Otto nach Gnesen, Polen, um als Büßer das Grab seines hochverehrten Lehrers und Freundes Adalbert von Prag zu besuchen, der im Osten als Märtyrer gestorben war. Ihm hatte er seinerzeit versprochen, ein gerechter und milder Herrscher zu werden. Als guter Diplomat nützte er die Reise,  traf den polnischen Herzog Boleslaw Chrobry und gewann ihn als Verbündeten. Otto engagierte sich für die christliche Mission in Polen und Ungarn und gründete ein selbstständiges Erzbistum in Gnesen, Polen. Das stieß bei vielen auf Unverständnis, doch Otto, der Sohn eines Deutschen und einer Griechin, dachte viel weiter - er verstand, dass er beide Völker viel eher für das Christentum und das Reich gewinnen würde, wenn er nicht zugleich auf einer "Germanisierung" bestand. 

Eines Nachts fand er sich mit wenigen Vertrauten im Kaiserdom in Aachen ein, ließ eine Mauer durchbrechen und stieg hinab ins Grab Karls des Großen. Er nahm die Gewänder, einen Zahn und das goldene Halskreuz des Toten mit. Man mag von "Leichenschändung" sprechen, aber damit würde man Ottos Motive verkennen. In seiner Zeit waren Reliquien etwas sehr Bedeutendes, sie verliehen dem Träger oder der Kirche etwas von der Kraft und dem Segen der verehrten Persönlichkeit. Otto hat Karl den Großen aufrecht verehrt, er wollte etwas von seiner Kraft auf sich übertragen und seinen Segen erlangen, damit er seine Aufgabe als Herrscher gut erfüllen konnte. 

"Das also seid Ihr, die ich meine Römer nannte". Otto III. bei seinem letzten Italienzug

Im August 1000 war Otto wieder in Rom, und es kam zum Aufstand gegen ihn und Papst Silvester. Otto schlug sich auf die Engelsburg durch und wandte sich in einer berühmt gewordenen Rede an die Römer. Doch schon bald wurde die Lage aussichtslos, am 16. Februar 1001 mussten Kaiser und Papst aus Rom fliehen. Von Ravenna aus versuchte er, ein Heer zu sammeln, doch die Fürsten folgten ihm schon lange nicht mehr, und die meisten Menschen in Deutschland nahmen ihm übel, dass er Rom über sein Heimatland stellte. Zutiefst enttäuscht zog sich Otto in die Burg Paterno bei Riete zurück.

Der Kölner Erzbischof Heribert (EB 999-1021) war ein Wegbegleiter Ottos. Seit 994 war er Kanzler von Deutschland, seit 998 auch von Italien. Er war mit am Grab Karls des Großen gewesen. Auch jetzt, in Ottos letzten, schweren Monaten, blieb er an seiner Seite. Otto fiel in eine tiefe Depression, denn für ihn bedeutete sein Scheitern, dass "sein Gott seinen Dienst nicht annehmen wollte" (S. Fischer-Fabian, Die Deutschen Cäsaren). Wie sein Vater erkrankte er an Malaria, und sein durch härteste Kasteiungen geschwächter Körper hatte der schweren Krankheit nichts entgegenzusetzen.. Am 23./24. Januar 1002 starb Otto III.; er war nicht einmal 22 Jahre alt geworden. 

Erzbischof Heribert brachte den Leichnam des Kaisers und die Reichsinsignien nach Aachen, um Otto, seinem Wunsch gemäß, neben Karl dem Großen beizusetzen. Immer wieder musste er sich den Weg freikämpfen. Übles ahnend, sandte er das Wertvollste, die Heilige Lanze zu Händen des Pfalzgrafen Ezzo voraus.

Heinrich II. (1002-1024)

War Otto III. ein Visionär, so folgte ihm mit Heinich II. ein solider Arbeiter auf den Thron – wenn auch ein ganz durchtriebener. Das zeigte sich schon in der Art, wie er die Macht an sich brachte. Heinrich war Sohn des Bayernherzogs Heinrich des Zänkers und Enkel jenes jüngeren Bruders Heinrich, der sich seinerzeit gegen Otto I. erhoben hatte. Als der Leichenzug in Bayern angelangt war, raubte Heinrich kurzerhand die Reichsinsignien. Als er feststellte, dass Erzbischof Heribert die heilige Lanze an den Pfalzgrafen Ezzo voraus gesandt hatte, nahm er den Bruder Heriberts in Geiselhaft, bis ihm die Lanze ausgehändigt wurde. Daraufhin kam es zum offenen Konflikt mit den Ezzonen, denn Ezzos Söhne waren die blutmäßig nächsten Erben. 

Obwohl Heinrich die Reichsinsignien in seinem Besitz hatte, erkannten die anderen Großen ihn nicht an. Da manövrierte er sie aus: Er wusste die bayrischen Adelsfamilien, die aufstrebenden Luxemburger (die Familie seiner Gemahlin Kunigunde), und Ottos Schwestern Adelheid und Sophia auf seiner Seite. Und er sah, dass der Mainzer Erzbischof Willigis seine Vorrangstellung in der Reichskirche durch den Kölner Heribert bedroht sah. In einem Gewaltmarsch zog er nach Mainz und ließ sich dort am 7. Juni 1002 von Willigis zum König salben und krönen.  Nun war es seinen Widersachern nicht mehr möglich, die Hand gegen ihn zu heben, ohne selbst zum Verbrecher zu werden. Im anschließenden Königsumritt huldigte man ihm, und in Paderborn wurde dann auch Kunigunde gekrönt.

Heinrich gelang es, das Reich im Innern wieder zu ordnen und nach außen zu sichern. Er erließ Landfriedensgebote gegen die Fehden unter den Adligen. Unter ihm wurde das Reichskirchensystem weiter ausgebaut, intensiver als seine Vorgänger band er die Bischofssitze und Klöster in seine Herrschaft ein. Heinrich war getragen von einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein. Mittelalterliche Herrscherbilder sind zugleich politische Dokumente, aus ihnen kann man viel über das Selbstverständnis des jeweiligen Herrschers ablesen. Eine Miniatur von Heinrich zeigt ihn als von Christus selbst gesalbten und eingesetzten König; für ihn war Widerstand gegen seine Entscheidungen zugleich Widerstand gegen Gott. Das führte zu Konflikten mit dem Adel, doch Heinrich setzte sich rigoros durch.

Der Kölner Erzbischof Heribert hatte nach der Beisetzung von Otto III. und der Wahl von Heinrich II. sein Kanzleramt niedergelegt. Dennoch verhielt er sich weiter loyal  zum Reich, er begleitete Heinrich nach Rom und unterstützte ihn bei der Gründung des Bistums Bamberg. Sein Nachfolger als Erzbischof wurde dann Pilgrim (EB 1021-1036), ein Vertrauter Heinrichs aus Bamberg.

Boleslaw Chrobry in Polen, der erste bedeutende christliche Herrscher in Osteuropa, empfand seine Stellung als mindestens genauso herausgehoben wie Heinrich II. die seine, und er wollte sich ihm nicht beugen. Heinrich war darüber so empört, dass er sich im Jahre 1002 sogar mit den heidnischen Elbslawen gegen Boleslaw verbündete. 

Es folgte ein jahrzehntelanger Krieg, den Heinrich nicht für sich entscheiden konnte. Am Ende musste er 1018 in Bautzen Frieden schließen und Boleslaw als gleichrangigen Herrscher anerkennen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hatte Italien keine Priorität für ihn, auch wenn er am 14. Februar 1014 von Papst Benedikt VIII. in Rom zum Kaiser gekrönt wurde.

Mit Heinrich II. eng verbunden ist das Bistum Bamberg. Er musste es den Bischöfen von Würzburg und Eichstätt regelrecht abringen, doch er schaffte es: am 6. Mai 1012, seinem Geburtstag, wurde die Domkirche in einem Staatsakt geweiht. 

In einer Urkunde von 1015 erschien "Königswinter", der Name belegt die Zugehörigkeit zum königlichen Besitz. Das sollte sich schon ein halbes Jahrhundert später ändern.

Heinrich starb am 13. Juli 1024 in der Pfalz Grona an einem Steinleiden, das ihn jahrzehntelang gequält hatte. Da seine Ehe kinderlos geblieben war, endete mit ihm die Dynastie der Sächsischen Kaiser. Seinem Wunsch gemäß wurde er im Dom zu Bamberg beigesetzt. 1146 wurde er heilig gesprochen.

"Meine allerliebste Gemahlin" - Heinrich II. über seine Ehefrau Kunigunde

Diese beiden verband eine tiefe Zuneigung und Verbundenheit. Man sagt, sie hätten eine keusche Ehe geführt, aber bewiesen ist es nicht. Beide mochten "ihr" Bamberg sehr, und beide sind dort begraben. Lange nach ihrem Tod, in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts, begann die Verehrung Kunigundes. Man sagte, dass sie zum Beweis ihrer Keuschheit über rotglühende Pflugscharen gegangen wäre, ohne sich zu verletzen. Die Kirche förderte Kunigundes Verehrung, und zum Fest Mariä Geburt im Jahre 1202 wurde auch sie heilig gesprochen.

Bild- und Quellennachweis

Das Foto der Kinderkrone stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Urheber  Kinderkrone (französische Wikipedia) 

 

Zum Weiterlesen

MDR, Geschichte Mitteldeutschland, Theophanu
ZDF, Die Deutschen, Otto und das Reich
MDR, Geschichte Mitteldeutschland, Otto I.