Am Rhein und in der Welt

Blick vom Alten Zoll, Bonn
Blick vom Alten Zoll, Bonn

Unsere Region liegt an der Nordgrenze des Mittelrheintales, das bei Bingen / Rüdenheim beginnt. Das enge Tal mit seinen steilen Hängen, dem Weinbau und den vielen Burgen ist für viele die klassische Rheinlandschaft und der Inbegriff der Rheinromantik. Dies gilt insbesondere für das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz, das seit 2002 UNESCO-Welterbe ist. Schon bei Bonn, an der Mündung der Sieg, beginnt der Niederrhein. An Bonn und Köln vorbei fließt er nach Leverkusen, Düsseldorf, nach Xanten und dann über die Grenze nach Holland.

Wenn wir von unseren Sieben Bergen auf unser Stückchen Rhein hinab sehen, dann hat er schon einen langen Weg hinter sich von seinen Quellen in der Schweiz über Liechtenstein, Österreich, Baden-Württemberg, Frankreich, Hessen und Rheinland-Pfalz. Und weiter geht es durch das niederrheinische Buchtland und in einem weiten Bogen durch Holland bis zur Mündung in die Nordsee.

Wenn wir vom „Vater Rhein“ reden, dann haben wir in all diesen Regionen eine große Verwandtschaft. Dazu ist unsere Ahnenreihe bunt gemischt. „Ich wor ne stolze Römer, kom met Caesar’s Legion, ..“ so beginnt das Lied „unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss. Seit nun gut 2000 Jahren sind immer wieder Menschen aus aller Herrn Länder in unsere Region gekommen, und so sind wir Rheinländer von Geburt aus Mischwerke. Ich bin stolz darauf.

„Wenn de en d’r Welt römhängs ..“

Das ist auch eine Textzeile von den Bläck Fööss aus „Die kleine Saache“. Unser heutiges Berufsleben verlangt Mobilität. Einige von uns hängen in der Welt rum – die ersehnte unbefristete Festanstellung oder der Bonn-Berlin Umzug, von dem ich selbst betroffen bin. Mit dem Rheindrachen möchte ich auch den Menschen eine Freude machen, die weit weg wohnen und nicht so oft herkommen können.
Wie mag es erst den Menschen ergangen sein, die ihre geliebte Heimat verlassen mussten und nicht zurück konnten? Die innigsten Worte zur rheinischen Heimat fand ich in Heinrich Heines „Wintermärchen“ und in den Lebenserinnerungen von Carl Schurz. Heine, der große Dichter aus Düsseldorf, wurde zeitlebens zensiert, später sogar steckbrieflich verfolgt, und ging ins Exil nach Paris. Schurz, der junge Bonner Student, ging nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in die USA und wurde dort ein großer Staatsmann.

Zuhause am Rhein und in Amerika – Familiengedichten deutscher Auswanderer

Um Auswanderer geht es in der Geschichte „Zuhause am Rhein und in Amerika“ – Familiengeschichten deutscher Auswanderer“. Sie erzählt deutsche und amerikanische Geschichte von der Zeit Ludwigs XIV. von Frankreich bis nach dem Ersten Weltkrieg, stellt aber die Menschen in den Vordergrund – genauer gesagt eine Familie, die über den Atlantik hinweg zusammenhält und auf zwei Kontinenten zuhause ist.

Ich weiß wohl, mit dem ‚Rheindrachen‘ werde ich Vater Rhein wohl nie ganz gerecht werden. Und so sei noch einmal Heinrich Heine bemüht.

„Gib‘ dich zufrieden, Vater Rhein,
denk‘ nicht an schlechte Lieder
Ein bess’res Lied vernimmst Du bald,
leb‘ wohl, wir sehen uns wieder.“

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