Am Ende des 3. Jahrhunderts kam mit Diokletian wieder ein starker Herrscher auf den Thron. Ihn verbinden wir mit der Vier-Männer-Herrschaft und schlimmen Christenverfolgungen, mit Diokletian beginnt die Spätantike.
Germania Prima und Germania SecundaDiokletian ordnete die Provinzen neu: Germania Inferior blieb weitgehend unverändert, nur der Name änderte sich in Germania Secunda, Germania Superior wurde aufgeteilt: der Teil nördlich von Argentorate / Straßburg blieb und hieß nun Germania Prima. Die Vier-Männer-Herrschaft hatten keinen Bestand. Schon Konstantin setzte sich in einem blutigen Machtkampf gegen seine Mitkaiser durch. Nun wurde das unter Diokletian noch verfolgte Christentum eine anerkannte, ja sogar privilegierte Religion, wenn auch noch keine Staatsreligion. Gelebt hat er selbst es nicht.
Castellum Divitia - Köln-DeutzDie Rheingrenze wurde neu befestigt. Um 310 entstand das Kastell Deutz (castellum divitia), auch mit Steinen vom Drachenfels, und die erste feste Rheinbrücke, aus Holz, verband es mit der Stadt. Gebaut haben es Männer der XXII. Legion Primigenia, auch divitenses genannt, daher der Name.
Julian ApostataAls nach dem Tod Konstantins erneut ein blutiger Machtkampf ausbrach, drangen die Alemannen und Franken erneut über den Rhein. 353 zerstörten die Franken das Bonner Legionslager, 355 eroberten und plünderten sie Köln. Konstantins Neffe Julian, damals Unterkaiser in Gallien, konnte sie nach heftigen Kämpfen über den Rhein zurückdrängen. Er eroberte Köln zurück und ließ das Bonner Lager neu aufbauen und befestigen. Wir wissen nicht, was mit der dort stationierten Legion I. Minervia geschah. Wenig später wurde Julian "Apostata" Kaiser.
Rom gestattete den Franken, sich in Toxandrien (im heutigen Belgien) anzusiedeln. Immer mehr kamen, schließlich waren sie, nunmehr Salfranken genannt, die größte ethnische Gruppe. Viele Salfranken, unter ihnen die frühen Merowinger, dienten in der Römischen Armee. Die rechtsrheinischen Franken hingegen blieben Feinde des Reiches.
395 wurde das Römische Reich unter den Söhnen Kaiser Theodosius' in ein Weströmisches und ein Ost-römisches Reich geteilt. Während das Oströmische Reich eine Zeit relativen Friedens erlebte, befand sich das Weströmische Reich in einem ständigen Abwehrkampf. Sein Heer bestand zunehmend aus Fremden, auch die Heermeister waren überwiegend Germanen. Im 5. Jahrhundert waren sie die starken Männer im Weströmischen Reich.
Die größte Gefahr waren die Hunnen, die um 370 aus Zentralasien in die damals bekannte Welt eingefallen waren. Ihrer brutalen Kriegsführung hatten die Völker nichts entgegenzusetzen; die besiegten mussten Heeresfolge leisten, die anderen flohen und suchten Schutz im Römischen Reich. Auch die Westgoten lebten als Verbündete (foederati) auf römischem Gebiet.
Mehrfach focht Kaiser Theodosius I. Thronkämpfe im Westen aus, und stets waren die Verluste bei den westgotischen Hilfstruppen besonders hoch. Als die Goten nach dem Tod des Kaisers endlich zurückkehren durften, hatten die Hunnen ihre Siedlungsgebiete zerstört. Schließlich zogen sie unter ihrem Anführer Alarich ins Westreich; 401/2 standen sie in Italien.
Kaiser Honorius zog mit seinem Hof nach Ravenna, das als uneinnehmbar galt. Sein Heermeister Stilicho, ein Vandale, konnte die Goten besiegen. Doch schon 405/ 406 fiel ein weiteres Heer in Italien ein, und auch Alarichs Truppen standen noch an der Grenze. In dieser Notsituation zogen die Römer Truppen vom Rhein ab. Daraufhin überschritten Tausende Vandalen, Sueben und Alanen bei Mainz den zugefrorenen Rhein, überrannten die romtreuen Franken auf der linken Rheinseite und drangen bis tief nach Gallien ein. Für Jahrzehnte herrschten Anarchie und Not.
Fränkische Scharen erstürmten Köln. 440 eroberten die Römer die Stadt zurück, 446 fielen die Franken wieder ein. Noch einmal konnten die Römer sie zurückdrängen, doch das Ende der Römerherrschaft zeichnete sich ab.
Um 450 war der Hunnenkönig Attila Herr über ein Riesenreich von der Wolga bis an den Rhein, und der mächtigste Mann der bekannten Welt. Für Rom hatte der mächtige Heermeister Flavius Aëtius lange Zeit gute Beziehungen zu den Hunnen gepflegt. Doch dann kam es zum Bruch; Attila zog gegen Westrom. 451 standen die Hunnen am Rhein. Die rechtsrheinischen Franken unterwarfen sich und mussten als Hilfstruppen mit Attilas Heer ziehen.
Auf den Katalaunischen Feldern trafen die beiden Heere aufeinander. Nur etwa die Hälfte der Soldaten in Attilas Streitmacht waren Hunnen, die andere Hälfte Ostgoten, Gepiden, Burgunder und rechtsrheinische Franken. In Aëtius' Heer stellten die Westgoten die Hälfte der Soldaten, die andere Hälfte waren Weströmer, linksrheinische Franken, Burgunder und Alanen. Aëtius und seine Verbündeten siegten, und Attila zog sich aus Gallien zurück. Zwei Jahre später starb er, das Hunnenreich brach auseinander. Aëtius überlebte ihn nicht lange, 454 wurde er ermordet.
Der letzte römische Feldherr am Rhein war Aegidius. Wie sein Freund, der Kaiser Majorian, stemmte er sich letztlich vergeblich gegen den Machtverlust Westroms. 455 wurde Köln endgültig von den Franken erobert. Die römische Herrschaft im Rheinland war vorbei; um 475 war auch die lateinische Sprache verschwunden.
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