Diese lange Überschrift passt etwas besser, denn von den Germanen wissen wir nur wenig Konkretes, und was wir wissen, stammt aus römischen Quellen. Die Archäologen haben im Siebengebirge nur wenige Funde aus der Römerzeit gefunden.
Nachdem der Rhein nach Caesars Gallischem Krieg die Grenze geworden war, lag das Siebengebirge in Sichtweite der römischen Legionäre in Bonn und Köln. Somit könnten wir das Kapitel vielleicht "An der Grenze zum Römischen Reich" benennen, denn obwohl das rechte Rheinufer Teil des freien Germaniens war, blieb es für die Römer vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht von Bedeutung: Sie betrieben in großem Rahmen Steinbruch am Drachenfels und transportierten die Steine von der römischen Verladestation in Königswinter nordwärts. In Bonn und Köln, ja sogar in Xanten und Nijmegen wurde mit Trachyt vom Drachenfels gebaut. In der Spätantike, zur Zeit Konstantins, entstand auch das Kastell Deutz mit Steinen vom Drachenfels.
Alle diese Städte spielten während der Jahrhunderte der Römerherrschaft am Rhein eine große Rolle. Von Xanten zogen die römischen Feldherren Drusus und Germanicus die Lippe entlang ins Innere Germaniens; Xanten, Nijmegen und das Bonner Legionslager wurden während des Bataver-Aufstands zerstört; Bonn und Köln waren während der zahlreichen Frankeneinfälle hart umkämpft.
Wir wissen kaum etwas von den Menschen, die damals auf der rechten Rheinseite im und um das Siebengebirge gelebt haben. Direkt an der umkämpften Grenze wird ein "normales" Leben weder für Römer noch für Germanen möglich gewesen sein. Über Jahrhunderte haben die politischen Ereignisse das Leben der Menschen geprägt: Caesars Rheinüberquerungen, die Kriegszügen des Drusus und Tiberius, der Aufstand unter Arminius, der Bataver-Aufstand, der Bau des Limes, Einfällen der Franken und Alamannen und schließlich der Durchzug der Hunnen bis zur endgültigen Eroberung Kölns durch die Franken 450. Deshalb folgt hier ihre Geschichte etwas ausführlicher, auch wenn es aus dem Siebengebirge wenig Konkretes zu berichten gibt.