Die Zeit der Salier brachte große Veränderungen: Kaiser Heinrich III. (1039-54) war ein unumschränkt sakraler Herrscher, der hohe Geistliche, ja sogar Päpste einsetzte und absetzte. Sein Sohn Heinrich IV. (1054-1106) wurde im Investiturstreit vom Papst gebannt und musste 1077 den Gang nach Canossa antreten, um sein Königtum zu retten.
Köln wird KrönungsortAls Heinrich II. 1024 Erben verstarb, wählten die Großen des Reiches den Salier Konrad II. zum König. Am 8. September 1024 wurde er im Mainzer Dom von Erzbischof Aribo gekrönt. Doch der Erzbischof weigerte sich, auch Konrads Gattin Gisela zu krönen. Nun schlug die Stunde des Kölner Erzbischofs Pilgrim, dessen Erzbistum bisher etwas im Schatten des Mainzers gestanden hatte: Am 21. September 1024 krönte er Gisela in Köln. Damit begründete er die enge Anbindung des Erzbistums an das salische Königshaus und sicherte Köln das Krönungsrecht. Ostern 1028 krönte Pilgrim dann den Thronfolger Heinrich III. Wenig später wurde er zum Erzkanzler für Italien ernannt, und dieses Amt blieb fortan mit dem Kölner Erzbischofsstuhl verbunden.
RomanikDie Zeit der Salier verbindet man mit den großen Kaiserdomen in Speyer, Worms und Mainz. Doch auch in Köln wurde gebaut. 1040-1065 entstand unter Äbtissin Ida die romanische Kirche St. Maria im Kapitol, deren Kleeblattchor (Drei-Konchen-Chor oder Trikonchos) bald zum Vorbild für andere Kirchen in Köln und der Region wurde. In der Zeit des Kirchenschismas vereinte sie Elemente der westlichen und östlichen Baukunst. Äbtiissin Ida muss eine sehr tatkräftige und mutige Frau gewesen sein.
Erzbischof Anno II. von KölnDie Erzbischöfe von Köln waren also mächtige Männer. Ein mittelalterlicher Erzbischof war nicht nur ein hoher Geistlicher, sondern auch ein weltlicher Herrscher, ein einflussreicher Politiker und oft genug ein Machtmensch. Das gilt besonders für Anno II. von Köln. Nach dem Tod Heinrichs III. hatte seine Witwe Agnes von Poitou die Regentschaft für ihren kleinen Sohn Heinrich IV. übernommen. Schon bald verschworen sich die Fürsten gegen sie, an ihrer Spitze Anno II. Im "Staatsstreich von Kaiserwerth" 1162 entführten sie den Thronfolger. Anno übernahm die Regentschaft, und für die nächsten Jahre war er der starke Mann im Reich. Heinrich IV. hat ihn zeitlebens gehasst.
MachtkampfIn unserer Region kam es zum offenen Krieg mit den Ezzonen unter Pfalzgraf Heinrich "dem Wütenden". Anno setzte sich durch, nun war das Erzbistum in der gesamten Region vorherrschend. Anno gründete die Abtei auf dem Michaelsberg in Siegburg, von der wiederum die Propstei in Oberpleis gegründet wurde. Erzbischof Anno II. war auch ein großer Bauherr. 1050-1067 entstand die Säulenbasilika St. Georg, die trotz aller späteren Veränderungen noch den salischen Bau erkennen lässt.
Heinrich IV. und Heinrich V.Heinrichs IV. (1054-1106) lange Regierungszeit ist von Konflikten geprägt; er war ein sehr umstrittener König. Am Ende stürzte ihn sein Sohn Heinrich, unterstützt vom Papst und den Fürsten, unter ihnen der der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg. Doch als Heinrich V. sicher auf dem Thron saß, setzte er die Politik seines Vaters rigoros fort, der Investiturstreit ging weiter. Nun hetzte der Papst die Fürsten gegen ihn auf. Auch der Kölner Erzbischof wechselte 1114 die Fronten, die Aufstände dauerten bis 1115 an. Endlich kam es im Wormser Konkordat von 1122 zu einem Ausgleich, damit war der Machtkampf zwischen Kaiser und Papst vorläufig beigelegt. 1125 starb Heinrich V. ohne eheliche Kinder; mit ihm ging die Dynastie der Salier zu Ende.
Die erste Burg im SiebengebirgeIn unserer Region war das Erzbistum Köln nun vorherrschend. Im Siebengebirge gehörten ihm die Wolkenburg und den Drachenfels sowie die Ortschaften Königswinter und Ittenbach. Erzbischof Friedrich sicherte den Süden des Erzbistums durch den Bau mehrerer Burgen. 1118 entstand, als erste Burg im Siebengebirge, die Burg auf der Wolkenburg. Der Erzbischof war gerne hier, und hier verstarb er auch am 5. Oktober 1131.
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