Truchsessischer Krieg

Hogenberg, Belagerung von Königswinter
Hogenberg, Belagerung von Königswinter

Kaiser Ferdinand I. hatten mit den Protestanten den Augsburger Religionsfrieden geschlossen. Danach kann ein katholischer geistlicher Würdenträger, z.B ein Erzbischof, selbst durchaus Protestant werden kann – sein erzbischöflicher Besitz aber muss bei der katholischen Kirche verbleiben.

In Köln war  Gebhard I. Truchsess von Waldburg Erzbischof. 1582 sagte er sich von der katholischen Kirche los, verkündete Glaubensfreiheit und heiratete Agnes von Mansfeld, eine Protestantin. Das war sein gutes Recht, doch nach den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens muss er seinen Besitz als Erzbischof aufgeben. Dazu aber war er nicht bereit. Daraufhin wurde er am 1. April 1583 vom Papst exkommuniziert; das Domkapitel wählte einen Gegen-Erzbischof, Ernst von Bayern., Bruder des Herzogs von Bayern.

Beide Seiten machten mobil: Gebhard erhielt Unterstützung von Truppen aus der Kurpfalz, das Domkapitel von Truppen aus Bayern und Spanien. Auch der Herr vom Drachenfels, Dietrich von Mirelaer, stellte sich auf seine Seite und stellte ihm die Burg Drachenfels zur Verfügung.

Während der nächsten Jahre kam es zu heftigen Gefechten. Vergeblich verschanzte sich Gebhard auf der Godesburg; sie wurde belagert und nach Eroberung 1583 gesprengt.

1583 wird Königswinter besetzt, gebrandschatzt und dann durch bayrische Truppen, die vom Drachenfels angreifen, entsetzt. Auch Kloster Heisterbach erlebte Schlimmes.

Gebhard floh nach Westfalen und dann in die Niederlande. Unterstützt durch niederländische Truppen, nahm er den Kampf noch einmal auf und eroberte 1587 Bonn. Doch als die Niederländer 1588 ihre Truppen zurückzogen, musste er aufgeben.

Ernst von Bayern war nun unumschränkter Erzbischof von Köln,  in den folgenden fast 200 Jahren regierten Wittelsbacher im Erzbistum Köln. Ernst baute seine Macht weiter aus, schließlich war er in Personalunion Bischof von Freising, Hildesheim, Lüttich, Münster und eben Erzbischof von Köln.  Im Herzogtum Berg arrangierte er die Ehe zwischen seiner – katholischen – Cousine und dem Sohn Herzog Wilhelms V. Fest auf der Seite des Kaisers und Spaniens, war er die katholische Macht in unserer Region und ging scharf gegen die Protestanten vor.

Viele Burgen und Städte waren zerstört. Der Augsburger Religionsfrieden war verletzt worden; zudem hatten beide Seiten ausländische Truppen ins Land geholt. Ungefähr 50 Jahre später sollte ees im Dreißigjährigen Krieg noch viel schlimmer kommen.

Bild- und Quellenachweis
Das Bild stammt aus der Public Domain Section der Wikipedia.

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