Vulkanischer Ursprung

Vulkanischer Ursprung
Vulkanischer Ursprung

Hier, am stillgelegten Steinbruch Weilberg, sehen wir den Gesteinsaufbau und gewinnen einen Eindruck davon, wie das Siebengebirge entstanden ist. Vor ungefähr 30 Millionen Jahren, im Oligozän und bis ins Miozän hinein muss auf dem Gebiet des heutigen Siebengebirges die Hölle los gewesen sein.

Über Millionen von Jahren kam es immer wieder zu Vulkanausbrüchen. In einer ersten Ausbruchsphase wurden Lava und große Mengen von Steinen an die Oberfläche geschleudert, wo sie langsam erkalteten. Das waren die Trachyttuffe, und ein Gebiet weit über das heutige Siebengebirge hinaus war damit bedeckt.

In einer zweiten Ausbruchsphase blieben die Trachyte in der dicken Schicht aus Trachyttuff stecken, so dass die Trachyttuffdecke hochgewölbt wurde und zahlreiche Berge entstanden: Drachenfels, Schallenberg, Geisberg, Jungfernhardt, Lohrberg, Perlenhardt, Wasserfall, großer Ölberg und Lahrberg. In einer dritten Ausbruchsphase erschienen Latittuffe und Latite, die den Trachyttuff durchbrachen und ihrerseits Berge formten: Wolkenburg, Bolvershan, Hirschberg, Stenzelberg, Lahrberg, Himmerich, Mittelberg und Broder-konsberg. Die letzte Ausbruchsphase fällt schon in Miozän; nun kamen mit der Lava Basalttuffe und Basalte. Als letzte Berge entstanden Asberg, Leyberg, Scheerkopf, Petersberg, Nonnenstromberg, der Kern des großen Ölbergs, der kleine Ölberg, Weilberg, Dollendorfer Hardt, Rabenley und Finkenberg. Wind und Wetter gaben dem Siebengebirge dann seine heutige Gestalt.

Die frühen Geologen, und sogar große Gelehrte wie Alexander von Humboldt, mochten nicht glauben, dass das Siebengebirge vulkanischen Ursprungs ist. Heute wissen wir, dass unsere Region, der Mittelrhein, Teil eines kontinentalen Bruchliniensystems ist. An solchen Linien brechen Kontinente vielleicht auseinander und kommt zu heftigen Vulkanausbrüchen. Mehr dazu finden Sie in dem Buch „Das Siebengebirge, Natur, Landschaft, Kultur“ erschienen 2002 im Wienand Verlag, Köln. Am Buchenplatz am Ölbergrundweg können Sie Steine aus dem Siebengebirge sein: Trachyt, Latit, Basalt und Quarzit. Viel mehr zu Gesteinen, Vulkanismus im Siebengebirge und Gesteinskunde sehen Sie im Naturparkhaus des VVS und auf seiner Website www.naturpark-siebengebirge.de.

Die Geschichte des Siebengebirges ist auch eine Geschichte der Steinbrüche. Mit dem Trachyt vom Drachenfels wurden große Teile des Kölner Doms gebaut. Der Latit von der Wolkenburg wurde für die Fassaden von Barockpalästen gebracht, der vom Stenzelberg zum Bau der Abteikirche Heisterbach. Seit der Zeit Napoleons wurde Basalt für den Straßen- und Eisenbahnbau abgebaut, die Preußen brauchten ihn zudem für ihre Festungen. Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, kann ich Ihnen eine Videokassette bzw. heute DVD empfehlen:

Das Siebengebirge – Vom Steinbruch zum Paradies.
Die Geschichte der Steinbrüche, die Veränderungen der Landschaft – und das Siebengebirge heute!
Video auf Kassette von Georg Renard.
Verlag & Medien Service, Eibenweg 3, 53757 St. Augustin, 02241 / 932533
ISBN 3-936253-39-0, 19,80 Euro.

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