Burgen und Ritter in historischen Märchen

Stadttor im Jahre 1212
Stadttor im Jahre 1212

Heute sind die Burgruinen im Siebengebirge Ausflugsziele, daher fällt es bisschen schwer, sich das mittelalterliche Leben auf der Burg vorzustellen. Die Engländer haben Richard Löwenherz, Alienor von Aquitanien und Robin Hood, die Schotten später Braveheart. Bücher und Filme vermitteln uns ein lebendige Vorstellung dieser Persönlichkeiten und ihrer Welt. Uns bleiben Recherche, historische Märchen und Vorstellungskraft, um den mittelalterlichen Menschen aus unserer Region etwas näher zu kommen.

Caesarius von Heisterbach schrieb einmal, dass er sich bei den Wundersamen Geschichten von Joh. 6, 12 leiten ließ: „Sammelt die Stücklein, damit sie nicht verderben“. Während andere das ganze Brot brachen, schrieb er weiter, habe er die Brotsamen gesammelt. Das ist ihm ganz wunderbar gelungen.

Bei meinen historischen Märchen habe ich etwas Ähnliches gemacht. Die Brotsamen, das sind die „Randnotizen“ der Reichsgeschichte, in denen die Herren vom Siebengebirge am Rande der Kaiser und Könige und Kölner Erzbischöfe erwähnt werden. Historische Märchen als Annäherung an die mittelalterlichen Menschen in unserer Region.

Ritter auf der Löwenburg

Die Märchen von Ritter Brexger auf der Löwenburg, seiner Familie und seinem Drachenfreund Siefnir spielen im Hochmittelalter zur Zeit der Staufer, genau gesagt zur Zeit des Thronkriegs zwischen Otto IV. und Philipp von Schwaben, und später zur Zeit Friedrichs II. In der Geschichte Kreuzfahrer aus dem Siebengebirge begleiten wir Brexgers Sohn Remy und seinen Freund Bardo nach Akkon.

Viele traditionelle Legenden spielen in der Zeit der Kreuzzüge, denn sie haben die Menschen sehr bewegt. Man bangte um die ausgezogenen Kreuzfahrer, hörte über Monate nichts, und oft genug nutzten skrupellose Herren die Abwesenheit des Burgherrn und der Ritter aus.

Das erste Gasthaus am Lohrberg ist ein Märchen um Mechthild von Sayn, die Große Gräfin, die Witwe Graf Heinrichs III. Sie ließ eine Grabfigur für ihn anfertigen, in dem er mit einem kleinen Mädchen abgebildet ist. Dabei galten Kinder im Mittelalter nur wenig (wenigstens hier hat Otto IV. Glück im Leben gehabt, denn sein Onkel Richard liebte ihn sehr.) Gräfin Mechthild kümmerte sich sehr um die Menschen in ihren Ländereien und stiftete Pflegestellen in Heisterbach. Das ist historisch belegt. In dieser – fiktiven- Geschichte stiftet sie ein Heim für Waisen auf den Lohrberg.

Ritter Lambert von der Wolkenburg

Die Geschichten von Ritter Lambert von der Wolkenburg, seinem Hündchen Lucie und Bruder Bolko nehmen uns mit ins Spätmittelalter Anfang des 14. Jahrhundert. Die letzte Kreuzritterstadt Akkon war gefallen, die Überlebenden zogen zurück ins ferne Europa. Wir können nur erahnen, wie fremd den geschlagenen Kreuzrittern das Europa des Spätmittelalters vorgekommen sein muss. Zudem war es eine schwere Zeit, denn ein drastischer Klimawandel führte zu Überschwemmungen und Hungernöten. Unterernährung und Krankheiten, verstärkt durch die völlig unzureichende Hygiene in den engen Städten, rafften viele Menschen dahin.

Noch ein Linktipp zum Themen Burgen und Ritter
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/burgen-mythos-und-wahrheit-die-zeit-der-ritter-104.html

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