Burgruinen im Siebengebirge

Wappen Wolkenburg, Drachenfels und Löwenburg, Burgruine Löwenburg

Neben den Wanderwegen und Ausblicken sind die Burgruinen sicherlich die bekanntesten Ausflugsziele im Siebengebirge. Gleich drei können wir besuchen: Burg Drachenfels, Burg Löwenburg und Burg Rosenau. Dazu noch Burg Reitersdorf in Bad Honnef direkt am Rhein, am Fuß des Siebengebirges,.

Heute sind die Burgruinen Ausflugsziele, und es fällt ein bisschen schwer, sich die Zeit damals vorzustellen. Dichter Wald, Nebel, keine Ausflugslokale Leider erfährt man nicht viel über das Mittelalter in unserer Region. Die offiziellen Führer beschränken sich auf die wenigen feststehenden Daten, und das ist ja auch richtig so, denn Spekulation hilft nicht weiter.

Burg Drachenfels

Vom Drachenfels wissen wir noch recht viel, vor allem aus dem Spätmittelalter, als die „Steine für den Kölner Dom“ die Burggrafen reich gemacht hatten.

Burg Löwenburg

Von der Löwenburg der Grafen von Sayn im Hochmittelalter wissen wir schon weniger. Die Zeit der älteren Grafen von Sayn in unserer Region ist recht gut dokumentiert, aber da geht es vor allem um Burg Blankenberg oberhalb der Sieg und die Stammburg Sayn über Bendorf. Die Löwenburg war eher im Randgebiet, wo der Graf und Mechthild selten hinkamen, auch wenn sie Mechthilds Witwengut wurde.

Und doch … die älteren Grafen von Sayn waren Ritter, ebenso wie ihr König Otto IV. Ich bin sicher, dass es ritterliches Leben damals gegeben hat, wenn auch nicht im Fünf-Sterne-Ausmaß. Auch wenn es auf der Löwenburg eher bescheiden zugegangen sein dürfte, da standen Burg Blankenburg und die Stammburg Sayn im Vordergrund. Wie könnte es auch sein in Jahrzehnten, die von andauernden Feldzügen geprägt waren. Den jahrzehntelangen Thronkriegen, und dann dem Bangen um den Grafen, als er 1218/20 mit anderen rheinischen Kreuzrittern nach Palästina zog.

Später, zur Zeit Friedrichs II., tobte die Inquisition in Deutschland. Die Gesetze des Kaisers selbst hatten eine schlimme Wendung gebracht. Sogar Graf Heinrich III. von Sayn wurde angeklagt, was damals einem Todesurteil gleichkam. Doch der mächtige Graf schaffte es, seinen Prozess der außenordentlichen Gerichtsbarkeit des Inquisitors zu entziehen, das rettete ihn. Eine Mauer im Haus des Herrn berichtet darüber.

Burgen und Rheinzölle am Mittelrhein

Unsere Region liegt ganz am nördlichen Ende des Mittelrheintals, mittelalterlich gesprochen an der Südgrenze des Machtbereichs der Kölner Erzbischöfe. Streng genommen ist Bonn schon nicht mehr Mittelrhein, aber vom Drachenfels aus konnte man bestimmt gut sehen, wie die Rheinschiffer dort an der Stadtmauer anlegten und erst einmal kräftig Zoll zahlen mussten.

Ein Streifzug durch die Zeit der Burgen und Rheinzölle

Die Kölner Erzbischöfe – Burgenbauer und Zollherrn

In den Texten über Burgen in unserer Region ließt man immer wieder, dass ein Kölner Erzbischof eine Burg errichten ließ, mit einem anderen Regionalfürsten oder sogar dem König im Konflikt lag, oder sogar in die Schlacht zog. Ja, der mittelalterliche Kölner Erzbischof musste Schwert und Bischofsstab griffbereit halten. Politisch ging es im Erzbistum auf und ab, besonders im Hochmittelalter und zu Beginn des Spätmittelalters.

Der Aufstieg der Kölner Erzbischöfe
Kölner Kanzler und Königmacher
Auf dem Höhepunkt der Macht
Rückzug nach Bonn

Die Magdalenenflut

Wir können nicht so tun, als wenn alles nur Rhein- und Burgenromantik wäre. An dieser Stelle denke ich an die Magdalenenflut 1342, die ganz Mitteleuropa heimsuchte.

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