Glaubensspaltung

Dr. Johann Weyer, Blankenberg

Die Zeit der Glaubensspaltung hat auch Siebengebirge tiefe Spuren hinterlassen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Burgen Drachenfels und Löwenburg zerstört, im Truchessisschen Krieg zuvor schon Burg Godesburg.

Reich und Region, Anfang des 16. Jahrhunderts. Seit dem Ende des des Spätmittelalters gehörten große Teile unsere Region zum Herzogtum Berg. Nur Königswinter und Ittenbach mit den Burgen Drachenfels und Wolkenburg gehörten noch zum Kölner Erzbischof.

Beiträge in diesem Kapitel
Reformation | Truchsessischer Krieg | Dreißigjähriger Krieg

Herzog Wilhelm V. "der Reiche" von Jülich-Cleve-Berg
Herzog Wilhelm V. „der Reiche“ von Jülich-Cleve-Berg

Reformation

Die Reformation fand im Rheinland zunächst wenig Widerhall. Doch auch der Kölner Erzbischof Hermann von Wied sah, wie drängend Reformen waren, und rief schließlich Theologen der Reformation ins Land. Kaiser Karl V. bekämpfte die Reformation, doch die Kriege im Ausland banden viel von seiner Zeit und Kraft.

Auch in unserer Region entstanden Lutheraner-, Täufer- und Calvinistengemeinden. Die Täufer aber wurden verfolgt, und auch das Bekenntnis zum Calvinismus war gefährlich.

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Hogenberg, Belagerung von Königswinter
Hogenberg, Belagerung von Königswinter

Truchsessischer Krieg

Nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 konnte ein katholischer geistlicher Würdenträger, z.B ein Erzbischof, selbst durchaus Protestant werden kann – sein erzbischöflicher Besitz aber musste bei der katholischen Kirche verbleiben.

In Köln sagte sich Erzbischof Gebhard I. Truchsess von Waldburg 1582 von der katholischen Kirche los, verkündete Glaubensfreiheit und heiratete eine Protestantin. Seinen erzbischöflichen Besitz aber gab er nicht zurück. Das Domkapitel wählte einen Gegen-Erzbischof. Beide Seiten machten mobil, es kam zum Krieg, fremde Truppen kamen ins Land.

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Wallensteins Truppen im Krieg
Wallensteins Truppen im Krieg

Dreißigjähriger Krieg

Auf den Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 folgte ein fürchterlicher Krieg. Schon bald ging es nicht mehr um einen Glaubenskrieg innerhalb Deutschlands, sondern um die Vorherrschaft in Europa. Es waren Schreckensjahre. Überall wurde gekämpft, geplündert und gebrandschatzt. 1632/33 wurden die Burgen auf dem Drachenfels und der Löwenburg erobert und zerstört.

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Hexenverfolgung

Im Bild oben sehen Sie Dr. Johann Weyer (1515/15-1588), Leibarzt unseres toleranten Landesherrn Herzog Wilhelm V. von Berg. Unter dem Schutz des Herzogs entstand 1563 sein Buch „Vom Blendwerk der Dämonen“, in dem er gegen die grausamen Hexenprozesse protestierte.  

Die Hexenverfolgungen sind ein dunkles Kapitel aus der Frühen Neuzeit. Menschen, von denen man glaubte, dass sie Zauberei praktizierten und mit dem Teufel im Bunde standen, wurden aufgespürt, festgenommen und gefoltert. In den meisten Fällen kam die Anklage einem Todesurteil. gleich. 1486 hatte der Dominikaner Heinrich Kramer sein Buch „Hexenhammer“ veröffentlicht, in dem er die Hexenverfolgung legitimierte. Auch Martin Luther war in dem Denken verhaftet, dass manche Menschen einen Pakt mit dem Teufel schlossen und von ihm Zauberkräfte erhielten, mit denen sie viel Schaden anrichten könnten. Daher mussten sie verfolgt werden. „Die Zauberinnen sollst Du nicht am Leben lassen“, so stand es im Alten Testament. Auch Johannes Calvin war entschieden für die Verfolgung und Hinrichtung von Hexen.

Die Höhepunkt der Verfolgungswelle liegen zwischen 1550 und 1650, Schätzungen sprechen von 40.000-60.000 Hinrichtungen .

Die Zeit der Glaubensspaltung im Siebengebirge, zum Weiterlesen
Johannes Weyer im Portal Rheinische Geschichte. LVR

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