Zweiter Weltkrieg

Friedenskrippe Köln
Friedenskrippe Köln

Deutschland, 1939-1945. Stärker als je ein Krieg zuvor traf der Zweite Weltkrieg auch die Zivilbevölkerung; mehr als 70 Millionen Menschen wurden getötet. Hitler hatte ihn von Anfang an gewollt, und ihm ging es nicht nur um eine Tilgung der „Schmach von Versailles“, sondern um einen Eroberungs-, ja einen Vernichtungskrieg im Osten.

Der Krieg in Europa

Während des ersten Kriegsjahres hatte Deutschland die Oberhand. In einem „Blitzkrieg“ wurde Polen besiegt und zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion Stalins aufgeteilt. Die Niederlande und Belgien wurden überrannt, dann Dänemark und Norwegen besetzt. Im Juni 1940 kapitulierte Frankreich. Nun plante Hitler die Invasion Englands. Doch die Luftschlacht um England ging verloren, und Hitler musste seine Invasionspläne aufgeben.

Im Sommer 1941 befahl er den Einmarsch in die Sowjetunion, und zu Anfang war die Offensive erfolgreich. Doch trotz aller Unterschiede der politischen Systeme boten zuerst England und dann die USA der Sowjetunion Unterstützung an, damit stand die Allianz gegen Nazi-Deutschland. Zugleich nötigte Italiens „Parallelkrieg“ das Deutsche Reich zum Eingreifen in Nordafrika.

Die Ausweitung zum Weltkrieg

Die USA unter Präsident Roosevelt waren bislang neutral geblieben. Doch je mehr eine Herrschaft Hitlers über Europa drohte, desto mehr wichen sie von dieser Linie ab. Wer amerikanisches Kriegsmaterial kaufen und abtransportieren konnte, bekam es. Im März 1941 gab der Kongress dem Präsidenten die Vollmacht, jedem Land, dessen Verteidigung er als lebenswichtig für den Schutz der USA erachtete, Verteidigungsmittel sogar zu leihen, zu verpachten oder zu tauschen. Zugleich kamen auf dem Atlantik amerikanische Schiffe britischen immer mehr zu Hilfe. Im September 1941 befahl Roosevelt, jedes deutsche U-Boot ohne Warnung zu versenken.

Als Japan den US-Stützpunkt Pearl Harbor angriff, erklärten die USA und England Japan den Krieg. Daraufhin erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg.

Terror und Gewaltherrschaft

Die Wannsee-Konferenz in Berlin sanktionierte die „Endlösung der Judenfrage“. Millionen Menschen, die meisten Juden, aber auch unzählige Zigeuner, Slawen und andere Rassen wurden verhaftet, deportiert und in Konzentrationslagern in Osteuropa ermordet. Mehr als 70.000 alte und kranke Menschen wurden umgebracht. Vor allem in den besetzen Gebieten im Osten wurden weitere Konzentrationslager gebaut.

Innerhalb des Dritten Reichs herrschten Terror und Gewalt, unterstützt durch eine immer brutalere Blutjustiz. Legale Opposition oder offener Widerstand war unmöglich, und die Einzelpersonen und Gruppen, die sich dem Nazi-Regime entgegenstellten, riskierten ihr Leben. Unter ihnen waren Sophie und Hans Scholl von der Weißen Rose; sie wurden 1943 hingerichtet.

Luftangriffe

Die Alliierten flogen Luftangriffe auf deutsche Großstädte. Köln wurde in der „Nacht der 1000 Bomber“ am 31. Mai 1942 fast völlig zerstört.  Der Winter 1942/43 brachte die Wende, als die deutsche Wehrmacht in Stalingrad eine verheerende Niederlage erlitt. Seitdem wurde der Krieg, den sie so grausam in den Osten getragen hatte, unerbittlich erwidert. Die deutsche Lufthoheit ging verloren.

Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Truppen in der Normandie. Nun hatten die Alliierten absolute Lufthoheit und drängten die deutschen Verbände Schritt für Schritt zurück. Im Juli musste täglich mit einem Durchbruch gerechnet werden. Zugleich drohte der Durchbruch der sowjetischen Armee im Osten.

Am 20. Juli 1944 misslang das von Claus Graf Schenk von Stauffenberg und seinen Offizierskameraden geplante Attentat, der Staatsstreich scheiterte. Noch am selben Tag wurden Stauffenberg und andere Verschwörer hingerichtet.

Am 25. August 1944 zog General de Gaulle mit seinen und amerikanischen Truppen in Paris ein. Im September erreichten die Alliierten die deutsche Grenze. Deutschland verlor die letzten Bundesgenossen. Obwohl die Verteidigung längst sinnlos geworden war, trieb Hitler die Verteidigungsmaßnahmen aufs Äußerste.

Die totale Niederlage

Im Januar 1945 brach die Rote Armee an der Ostfront durch und überrannte Ostpreußen. Seitdem waren unübersehbare Flüchtlingstrecks auf der Flucht ins Innere Deutschlands. Im Februar wurde Dresden bei amerikanischen und englischen Luftangriffen zerstört.

Die Front im Westen brach zusammen. Im März standen die Alliierten am Rhein, und die Amerikaner überschritten die einzige intakt gebliebene Rheinbrücke bei Remagen. Nach erbitterten Gefechten, vor allem um die Löwenburg und den Ölberg, standen sie im Siebengebirge.

Ende April befanden sich nur noch kleine Gebiete in den Händen der Wehrmacht; Berlin war von der russischen und polnischen Armee eingenommen. Die Lage war aussichtslos. Als die Russen in der Nähe der Reichskanzlei standen, begang Hitler am 30. April Selbstmord. Sein Nachfolger General Dönitz setzte den Kampf noch wenige Tage fort, damit möglichst viele deutsche Soldaten und Flüchtlinge den Russen entkommen konnten. Dann ließ er die bedingungslose Kapitulation vollziehen; sie wurde am 8. Mai 1945 unterzeichnet.

Potsdamer Konferenz

Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 fand im Schloss Cecilienhof in Potsdam die letzte der alliierten Kriegskonferenzen statt. Sie entschied über die Zukunft Deutschland: der nördliche Teil Ostpreußens mit Königsberg wurde sowjetischer, ein großes Gebiet im Osten polnischer Verwaltung unterstellt. Danach wurde das verbleibende Gebiet in vier Besatzungszonen eingeteilt: eine amerikanische, britische, sowjetische und eine französische. Deren Oberbefehlshaber bildeten den „Alliierten Kontrollrat“. Unsere Region gehörte zur britischen Besatzungszone.

1945/1946, Deutschland

Die Städte waren zerbombt und auch viele Dörfer lagen in Schutt und Asche. Es gab kaum etwas zu essen, kaum ein festes Dach über dem Kopf, kein fließendes Wasser und keinen Strom. Die Verkehrswege waren zerstört, das Post- und Fernmeldewesen nahezu lahmgelegt. Die Lazarette und Krankenhäuser waren vollkommen überlastet.

In einem Büchlein „Krieg und Währungsreform im Siebengebirge – ein Heisterbacherrotter berichtet“ erinnert sich Heinz Klein an jene Jahre. Mit schlichten Worten und viel menschlicher Wärme erzählt er von auseinandergerissenen Familien, von Trauer und Not, und von der Hilfsbereitschaft, die wenigen festen Dächer über dem Kopf mit Notleidenden und Flüchtlingen zu teilen. Da ist Mitfreude, wenn ein Angehöriger wiederkommt, und Verständnis für die Freude der Zwangsarbeiter, die nun nachhause reisen können. Da ist zunächst der Hass und die Ablehnung allen Deutschen gegenüber, dann die Schulspeisung. Er erzählt von der Not und dem Hunger in den Jahren nach dem Krieg. Kartoffeln, ein wenig Obst und Kaffeebohnen waren wundervoll. Viele Menschen passten stehende Güterzüge ab, um etwas Kohle mitzunehmen, denn im bitterkalten Winter kam sie einem Vermögen gleich.

Josef Kardinal Frings

Erzbischof Josef Kardinal Frings (1887-1978) hatte dies in seiner Silvester-Predigt 1946 nicht als Sünde bezeichnet: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten nicht erlangen kann“.

Truman-Doktrin und Marshall-Plan

Der sowjetische Machtbereich dehnte sich weiter aus, und nicht nur im späteren „Ostblock“. Als auch in Griechenland und in der Türkei ein kommunistischer Umsturz drohte, baten beide Länder die USA um Hilfe. Auch die Länder Westeuropas litten Not, und dies nutzte die kommunistische Propaganda aus.

In dieser Situation verkündete US-Präsident Truman 1947 eine Politik der Eindämmung: „Es muss .. der außenpolitische Grundsatz der Vereinigten Staaten werden, allen Völkern, deren Freiheit von militanten Minderheiten oder durch einen von außen geübten Druck bedroht wird, unseren Beistand zu leihen .. Unter einem solchen Beistand verstehe ich vor allem wirtschaftliche und finanzielle Hilfe zur Herstellung geordneter politischer Verhältnisse und zur Sicherung der Stabilität.“

Auf Initiative seines Außenministers George C. Marshall begann 1947 das „European Recovery Program“ oder einfach „Marschall-Plan“: große Mengen Lebensmittel, Rohstoffe, Maschinen und auch Geld gingen an notleidende europäische Staaten, damit die Wirtschaft gesunden konnte. Umgekehrt sollten die begünstigen Länder auch das Ihre tun, so schlossen sich 18 freie Länder sich zur „Organization for European Economic Corporation“ zusammen. Daraus entstand 1960 die heutige Organization for Economic Cooperation and Development (OECD).

Bundesländer (1947)

Die Länder Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und der Stadtstaat Hamburg entstanden

1948, Deutschland

Aufrüstung und Krieg hatten die deutsche Volkswirtschaft völlig aus dem Gleichgewicht gebracht, und der Wert der Reichsmark war ins Bodenlose gesunken. Die „gültige Währung“ waren amerikanische Zigaretten. Zudem hatten die Alliierten Demontagen und die Drosselung der Produktion angeordnet. In vielen Fabriken, nicht nur der Rüstungsindustrie, wurden Maschinen abmontiert und ins Ausland gebracht. Andere Fabriken durften nicht wieder aufgebaut werden. Die deutsche Wirtschaft lag tief danieder; die Lebensmittelimporte konnten nicht mehr bezahlt werden, und so war  die Versorgung der Menschen völlig unzureichend.

„Trizonesien“

Schließlich schlugen die Amerikaner vor, die Besatzungszonen wirtschaftlich zu vereinigen und einen föderativen Staatsaufbau anzustreben. Zu Beginn des Jahres schlossen Amerikaner und Briten ihre Besatzungszonen zur Bizone zusammen; durch den Anschluss der französischen Besatzungszone 1948 wurde daraus die Trizone. So sangen die Jecken im Karneval: „Wir sind die Einwohner von Trizonesien“.

Währungsreform

Chef der Wirtschaftsverwaltung in der Bizone war Ludwig Erhard, unter ihm wurde die Währungsreform durchgeführt. Die Währungsreform war Voraussetzung für das Gesunden der Wirtschaft und das spätere Wirtschaftswunder.

Auf den letzen Seiten des Büchleins erzählt Heinz Klein vom Tag der Währungsreform, dem 20. Juni 1948: „mit 40 DM, nunmehr fester Valuta, pro Kopf der Bevölkerung startet man in die neue Zeit. Das sollte sich schon am nächsten Tag in den Schaufenstern zeigen, wo es manches wieder zu kaufen gab, was bisher unerreichbar war. Damit hatte die Kriegsära ein endgültiges Ende zu einem hoffnungsvollen Neubeginn.“

„An Iron Curtain has swept across the continent.“ Winston Churchill

Zugleich zeichnete sich das Scheitern des Alliierten Kontrollrats ab, denn die Differenzen zwischen den Westmächten USA, England und Frankreich auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite waren zu groß. . Der von England, Frankreich und den USA besetzte Teil des Landes sollte demokratisch regiert werden, die sowjetisch besetzte Zone hingegen sollte kommunistisch werden. Als die Westmächte nach dem kommunistischen Umsturz in Prag Verhandlungen über die Zusammenschluss ihrer Zonen begannen, verließ die Sowjetunion den Kontrollrat. De facto war damit die Teilung des Landes vollzogen.

Berlin-Blockade und Luftbrücke (1948/49)

Kurz darauf sperrte die Sowjetunion den Güterverkehr mit Berlin auf Straße, Scheine und Wasser. Britische und amerikanische Flugzeuge flogen Lebensmittel und Kohle in die drei Westsektoren ein. Dank der „Rosinenbomber“ und ihrer großartigen Disziplin überstanden die Menschen in Berlin den Winter 1948/49 trotz harter Entbehrungen, und Anfang Mai 1949 wurde die Blockade wieder aufgehoben.

Doch die Spaltung und der „Kalte Krieg“ waren da. Am 7. Oktober 1949 trat die längst beschlossene Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Kraft.

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