Weimarer Republik

Siebengebirge, von Rolandseck
Siebengebirge, von Rolandseck

Ruhrbesetzung und passiver Widerstand, Hyperinflation, Separatisten – aus der Zeit der Weimarer Republik im Siebengebirge gibt es viel zu berichten.

Beiträge in diesem Kapitel
Revolutions- und Putschjahre | Das Krisenjahr 1923 | Aufschwung und Stabilisierung | Die Republik zerfällt

Während die Mitglieder der Nationalversammlung in Weimar über die Verfassung berieten, legten die Sieger des Ersten Weltkrieges in Versailles harte Friedensbedingungen fest. So hatte die erste deutsche Republik von Anfang an einen schweren Stand.

Am 11. August 1919 trat die Verfassung in Kraft. Sie galt als die freieste der Welt, denn sie verankerte die Grundrechte und kannte keinen Extremistenerlass und keine Parteienverbote. Doch so gab sie auch ihren geschworenen Feinden alle Rechte und Möglichkeiten.

Eine „Republik ohne Republikaner“ hat man die Weimarer Republik genannt, denn es gab wenig überzeugte Republikaner, und sie wurden auf die schlimmste Weise angefeindet. Mit blutendem Herzen liest man, wie wenig aufrechte Demokraten im Kaiserreich und in der Weimarer Republik galten, ganz zu schweigen vom Nationalsozialismus.

Ebert begrüßt heimkehrende Fronttruppen
Ebert begrüßt heimkehrende Fronttruppen

Revolutions- und Putschjahre

Nachdem die Kriegspropaganda stets den Sieg versprochen hatte, kam die Niederlage für die meisten Menschen völlig überraschend. Fast alle litten Hunger, denn die Seeblockade der Alliierten bestand weiter.

Die junge Weimarer Republik stand vor überwältigen Problemen, und die Extremisten von rechts gaben den Demokraten die Schuld daran. Viele trugen Waffen, paramilitärische Kampfverbände entstanden und fühlten sich berufen, die „Novemberverbrecher“ mit der Waffe zu richten.

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Siebengebirge Geschichte, Das Krisenjahr 1923
Krisenjahr 1923, Lebensmittelgeschäft

Das Krisenjahr 1923

Wegen ausstehender Reparationen besetzten französische und belgische Soldaten das Ruhrgebiet, daraufhin rief die Reichsregierung zum passiven Widerstand auf. Auch Königswinter und Bad Honnef wurden besetzt. Die Wirtschaft brach zusammen, und die Hyperinflation ließ den Wert der Mark ins Bodenlose sinken.

Nun schlugen im Westen die Separatisten los, in Sachsen und Thüringen die Kommunisten, in Bayern putschte Hitler. Ein Lichtblick am Ende des Jahres war die Einführung einer neuen Währung, der Rentenmark.

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Berlin, Dankveranstaltung bei Friedrich Ebert
Berlin, Dankveranstaltung bei Reichspräsident Ebert

Aufschwung und Stabilisierung

Wenige Jahre des Aufschwungs waren der Weimarer Republik vergönnt. Das waren die „goldenen“ zwanziger Jahre. Die Wirtschaft erholte sich langsam, und die Menschen konnten sich ein bisschen Normalität gönnen: Kino, Radrennbahn, Baden oder Ausflüge mit dem Auto. Auch die Menschen im besetzten Rheinland konnten etwas aufatmen, denn die französischen Soldaten gaben Bonn und den Siebengebirgsraum frei.

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Zerstörtes Geschäft in Berlin
Wahlsieg der NSDAP, zerstörtes Geschäft in Berlin

Die Republik zerfällt

Doch 1929 weitete sich der Börsencrash in New York zur Weltwirtschaftskrise aus und riss die ganze nicht-sowjetische Welt in den Abgrund. In Deutschland führte die Weltwirtschaftkrise zu Massenarbeitslosigkeit und Verelendung. Die parlamentarische Republik zerbrach darüber, die Reichskanzler regierten mit Notverordnungen des Reichspräsidenten, und der politische Kampf spielte sich mehr und mehr auf der Straße ab. Anfang der 1930er Jahre gab es eine Mehrheit für die Extremisten. Schließlich, im Januar 1933, ernannte Reichspräsident von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler.

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Weimarer Republik im Siebengebirge, zum Weiterlesen
Wilhelm Marx und Konrad Adenauer im Portal Rheinische Geschichte, LVR

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