Weimarer Republik

Siebengebirge, von Rolandseck

Die erste deutsche Republik hatte von Anfang an einen schweren Stand. Während die Mitglieder der Nationalversammlung in Weimar über die Verfassung berieten, legten die Sieger des Ersten Weltkrieges in Versailles harte Friedensbedingungen fest.

Eine „Republik ohne Republikaner“ hat man die Weimarer Republik genannt, denn es gab wenig überzeugte Republikaner, und sie wurden auf die schlimmste Weise angefeindet. In der jüngeren rheinisch-preußischen und deutschen Geschichte liest man mit blutendem Herzen, wie wenig aufrechte Demokraten im Kaiserreich und in der Weimarer Republik galten, ganz zu schweigen vom Nationalsozialismus.

Am 11. August 1919 trat die Verfassung in Kraft. Sie galt als die freieste der Welt, denn sie verankerte die Grundrechte und kannte keinen Extremistenerlass und keine Parteienverbote. Doch so gab sie auch ihren geschworenen Feinden alle Rechte und Möglichkeiten.

Revolutions- und Putschjahre

Nachdem die Kriegspropaganda stets den Sieg versprochen hatte, kam die Niederlage für die meisten Menschen völlig überraschend. Fast alle litten Hunger, denn die Seeblockade der Alliierten bestand weiter.

Die junge Weimarer Republik stand vor überwältigen Problemen, und die Extremisten von rechts gaben den Demokraten die Schuld daran. Viele trugen Waffen, paramilitärische Kampfverbände entstanden und fühlten sich berufen, die „Novemberverbrecher“ mit der Waffe zu richten.

Mehr lesen

Das Krisenjahr 1923

Wegen ausstehender Reparationen besetzten französische und belgische Soldaten das Ruhrgebiet, die Reichsregierung rief zum passiven Widerstand auf. Auch Königswinter und Bad Honnef wurden besetzt. Die Wirtschaft brach zusammen, der Wert der Mark sank ins Bodenlose. Im Westen schlugen die Separatisten los, in Sachsen und Thüringen die Kommunisten, in Bayern putschte Hitler. Ein Lichtblick am Ende des Jahres war die Einführung einer neuen Währung, der Rentenmark.

Mehr lesen

Aufschwung und Stabilisierung

Wenige Jahre des Aufschwungs waren der Weimarer Republik vergönnt. Das waren die „goldenen“ zwanziger Jahre. Die Wirtschaft erholte sich langsam, und die Menschen konnten sich ein bisschen Normalität gönnen: Kino, Radrennbahn, Baden oder Ausflüge mit dem Auto. Auch die Menschen im besetzten Rheinland konnten etwas aufatmen: Die französischen Soldaten gaben Bonn und den Siebengebirgsraum frei.

Mehr lesen

Die Republik zerfällt

Doch der Börsencrash in New York weitete sich schnell zur Weltwirtschaftskrise aus und riss die ganze nicht-sowjetische Welt in den Abgrund. In Deutschland führte die Weltwirtschaftkrise zu Massenarbeitslosigkeit und Verelendung. Die parlamentarische Republik zerbrach darüber, die Reichskanzler regierten mit Notverordnungen des Reichspräsidenten, der politische Kampf spielte sich mehr und mehr auf der Straße ab. Anfang der 1930er Jahre gab es eine Mehrheit für die Extremisten, im Januar 1933 ernannte Reichspräsident von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler.

Mehr lesen


„Ein Bollwerk der Demokratie“

Gustav Stresemann über den Freistaat Preußen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*