Burg Löwenburg

Burg Löwenburg, Wappen der Löwenburger

Der Berg und die Burg tragen denselben Namen, das ist ein bisschen verwirrend. Auf dieser Seite im Kapitel „Burgen“ geht es um die mittelalterliche Burg Löwenburg und ihre wechselvolle Geschichte.

Thronkrieg und Fehde

Rheinland, um 1200. Im Reich tobte der Thronkrieg zwischen Otto IV. und Philipp von Schwaben, auch das Rheinland wurde schwer heimgesucht.

Die Grafen von Sayn waren mächtige Männer in unserer Region. Seit 1180 stand ihre Burg Blankenberg oberhalb des Siegtals. Eine erbitterte Fehde tobte zwischen den Grafen von Sayn, Gefolgsleuten Ottos, und Dietrich von Landsberg, einem Anhänger der Staufer.

In jenen Jahren entstand die Löwenburg.

Graf Heinrich III. von Sayn

Erst durch die Ehe zwischen Heinrich III. von Sayn und Mechthild von Landsberg wurde die Fehde beendet.

Graf Heinrich III. von Sayn war ein hochgeachteter Fürst, der mit der Kaiser Otto IV., König König Heinrich (VII.) und Kaiser Friedrich II. in Kontakt stand. Zusammen mit seiner Gattin machten sie viele Stiftungen. Hauptsitze waren .. auf Burg Löwenburg waren sie wohl selten. Damals war es auch eher ein Wachtum.

Und doch wurde er 1233 der Ketzerei angeklagt und wäre beinahe auf dem Scheiterhaufen gestorben.

Die Herren von Sponheim

Graf Heinrichs III. von Sayn verstarb in der Silvesternacht 1246/47. Für seine Witwe Mechthild, die Thüringerin, wurde es schwer.

In seinem Testament hatte der Graf ihr u.a. die Burg Löwenburg als Witwensitz übertragen. Bedrängt von den Verwandten ihres Mannes übertrug sie in einer vorgezogenen Erbauseinandersetzung 1248 in Blankenberg einige Ländereien an Heinrich I. von Sponheim, den Gatten ihrer Schwägerin Adelheid. Urkunden aus dem Jahr 1248 belegen, dass ihm 3/4 der Löwenburg gehörten.

Zunächst behielt Mechthild von Sayn ihr Wohnrecht, doch um 1268/69 entschied sie sich dann für eine andere Burg als Witwensitz und gab ihre Rechte an der Löwenburg vorzeitig ab. Nun fiel die Löwenburg ganz an die Familie ihrer Schwägerin. Zur Jahreswende 1284/85 oder im Juli 1285 verstarb Gräfin Mechthild von Sayn.

Heinrich I. von Sponheim war verheiratet mit Agnes, der Erbtochter von Heinsberg. So konnten er und seine Söhne sich Herren von Heinsberg nennen. Nach dem Tod Heinrichs 1269 ging die Löwenburg zunächst an seinen ältesten Sohn, Dietrich II. von Heinsberg, über. Von 1269-1271 war er Herr der Löwenburg.  Wenig später ging die Löwenburg an den jüngeren Bruder Johann I. von Heinsberg. Von 1271-1306  war er Herr der Löwenburg.

Graf Heinrich III. von Sayn war ein mächtiger Fürst gewesen, seine Nachfolger konnten diese Machtposition nicht halten.

Johann I. zu Löwenberg

Mit Johann I. begann das nächste Kapitel in der Geschichte der Löwenburg, das der Herren zu Löwenberg. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, vermutlich unter Johann I., entstand die Burg, deren Ruinen wir heute sehen.

Die Folgen aus der Niederlage von Worringen 1288 trafen Graf Johann I. besonders hart. Er war in die Gefangenschaft des Grafen Gerhard von Jülich geraten, hatte ihm seine Burg Reitersdorf bei Rhöndorf übertragen müssen und war für eine geraume Zeit an dessen Weisungen gebunden.

Als unfreiwilliger Lehnsmann geriet er 1301 beim „Kurfürstenkrieg“ König Albrechts I. von Habsburg (1298-1308) gegen den Kölner Erzbischof Wigbert von Holte und die anderen rheinischen Kurfürsten zwischen die Fronten, denn die Grafen von Berg, Jülich und der Mark standen auf Seiten des Königs. Truppen des Erzbischofs beraubten und brandschatzten sein Gebiet, und sein sein Sohn aus erster Ehe, Heinrich, schlug sich auf die Seite des Erzbischofs. Doch noch im gleichen Jahr versöhnten sich Vater und Sohn wieder.

Heinrich I.

1306 verstarb Johann I. und Heinrich wurde als Heinrich I. Herr der Löwenburg (1306-1343). Der Thronstreit 1314 zwischen Ludwig IV. „dem Bayern“ und Friedrich „dem Schönen““ von Habsburg spaltete auch die Familie der Löwenberger: Heinrich I. stand auf der Seite des Erzbischofs und damit auf der Seite Friedrichs, sein Stiefbruder Johann II. aus der zweiten Ehe seins Vaters auf der Seite von Jülich und Heinsberg, und damit auf der Seite Ludwigs. In den folgenden Kämpfen wurde die Burg Reitersdorf bei Rhöndorf zerstört. Erst 1325 versöhnten sich die Brüder.

In jenen Jahren wurde erstmals die „Herrschaft von Löwenberg“ und die Errichtung der „unteren Burg“ erwähnt. Am 11.11.1338 übertrugen Heinrich I. und seine Ehefrau Agnes von Cuyk u.a. die Löwenburg dem Grafen Dietrich von Loen und Chiny, Herr von Heinsberg und Blankenberg (1331-1361) zu Lehen. Dietrich stammte aus der Linie des älteren Sohns Heinrichs von Sponheim, sein  Vater war Herr von Heinsberg und Blankenberg, seine Mutter hatte die Grafschaften Loen und Chiny in die Ehe eingebracht. So war Dietrich ein einflussreicher Mann in unserer Region, und mit ihm sollte es Jahre später Streit geben.

Als 1339 der Hundertjährige Krieg ausbrach, stellte sich Heinsberg auf die Seite Englands, und auch Heinrich I. zog in den Krieg.

Die letzten Löwenberger

Ende Dezember 1343 verstarb Heinrich I. von Löwenberg. Da seine Ehe mit Agnes von Cuyk kinderlos geblieben war, trat sein Neffe Heinrich II. , Sohn seines Stiefbruders Johann II., das Erbe an. Doch schon wenige Jahre später, am 19. Juli 1346, fiel Heinrich II. in der Schlacht von Vottem. Bald darauf starb auch sein kleiner Sohn, und es gab keine männlichen Löwenberger mehr.

Erbstreitigkeiten

Nun kämpften Agnes von Dollendorf aus der Familie der Löwenberger und ihr Neffe Johann vom Stein auf der einen Seite und Dietrich III. von Heinsberg und Blankenberg, Graf zu Loen und Chiny auf der anderen um das Erbe. Kurz darauf erhob auch Dietrichs Neffe Gottfried III. von Heinsberg Ansprüche auf die Löwenburg.

Als 1361 Dietrich III. ohne legitime Erben starb, konnte Gottfried III. den Streit für sich entscheiden. Doch Gottfried III. muss finanziell ständig in der Klemme gewesen sein, denn er verkaufte weite Ländereien, und 1363 verpfändete er Blankenberg an Wilhelm II. von Jülich, Graf von Berg. Damit wuchs der Einfluss der Grafen von Berg in unserer Region beträchtlich. Der Graf von Berg setzte 1365 seinen Lehnsmann Johann vom Stein als Amtmann auf der Löwenburg ein.

Nach dem Tod seiner Tante Agnes von Dollendorf 1376/77 erhob Johann selbst Erbansprüche Gottfried III. gegenüber und konnte sich zunächst durchsetzen.

Doch 1395 besiegte ihn Gottfrieds Sohn Johann II. von Loen (eine Herrschaft im heutigen belgischen Limburg), genannt „der Streitbare“. Für eine lange Zeit war er der „Herr zu Löwenberg“ (1395-1438). Jene Jahrzehnte sind von militärischen Auseinandersetzungen geprägt. Johann II. von Loen verwüstete bergisches Gebiet, und zur Rache eroberten die Berger 1400 die Löwenburg. Erst Jahre später verglich man sich, vorerst. Um die Löwenburg wurde eine Zwingermauer gebaut.

Die Zeit der Habsburger

Nach dem Tod Johanns II. von Loen 1448 gab es wieder Erbstreitigkeiten. Die Löwenburg und das Land Löwenberg wurden zunächst Philipp II. von Nassau zur Verwaltung zugesprochen, denn seine Gattin stammte aus der Familie Loon-Heinsburg und hatte Erbansprüche. Dabei machte er sich durchaus verdient, denn die Löwenburg hatte durch die ständigen Kämpfe einiges mitgemacht. Zudem war sie 1436 verpfändet, aber schon 1438 ausgelöst worden.

Im Dezember 1457 wurden Johann II. von Nassau-Saarbrücken und seine Frau Johanna von Heinsberg neue Herren der Löwenburg. Bei ihrem Tod 1469/1472 hinterließen sie zwei Töchter, Elisabeth und Johanna.

Die Löwenburg kommt zu Berg

Bald darauf heiratete Herzog Wilhelm von Jülich und Berg (beide Herzogtümer waren seit 1423 vereinigt) die ältere Schwester Elisabeth, zudem schaffte er 1478 eine gütliche Einigung mit Philipp II. von Nassau. Schließlich verkaufte die jüngere Schwester Johanna 1483 alle ihre Erbansprüche auf die Löwenberg an ihren Schwager. 1484 kam das Land Löwenberg endgültig zu Berg und wurde zum „Amt Löwenberg“.

Dreißigjähriger Krieg

Im 15. und 16. Jahrhundert war die Burg Löwenburg kaum noch befestigt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1638 zerstört und dann aufgegeben.

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