Wildnis Siebengebirge

"Schwester Buche und Bruder Specht" im Wildnisgebiet Siebengebirge
"Schwester Buche und Bruder Specht" im Wildnisgebiet Siebengebirge

In weiten Teilen des Siebengebirges lassen wir die Natur, Natur sein. „Wildnis Siebengebirge“ ist ein großes Anliegen des (VVS) und des Landes Nordrhein-Westfalen. Damit geben wir ihr und auch uns selbst sehr viel zurück.

Naturerbe Buchenwald

Wäre das Siebengebirge unberührte Natur, so wäre es wohl überwiegend Buchenwald. Einst waren weite Teile Deutschlands Buchen bedeckt, doch heute stehen sie nur noch auf sieben Prozent ihrer möglichen Fläche, und wenig mehr als 5% dieser Buchenwälder sind älter als 160 Jahre (Quelle: Verschönerungsverein für das Siebengebirge, VVS). Dabei gibt es Buchen nur in Westeuropa, sie sind unser Naturerbe.

Umso schöner ist es, dass es im Siebengebirge viele alte Buchen gibt, und umso wichtiger ist es, diese zu erhalten. Da sind 140–150jährige Buchen am Nonnenstromberg, 145-165jährige Buchen in der Naturwaldzelle am Petersberg, und die ältesten Buchen und auch Eichen am Ölberg und am Nonnenstrombergs, sie sind 185 Jahre alt (Quelle: Verschönerungsverein für das Siebengebirge, VVS).

Die Wälder verschwanden

Seit dem frühen Mittelalter rodete man, um Platz für die Landwirtschaft zu gewinnen, später ging es auch um Platz für die stetig wachsende Bevölkerung. Doch da war kein Sinn fürs Balance halten. 1342, als die verheerende Magdalenenflut über Mitteleuropa kam, waren die Wälder bis auf 10-15 % abgeholzt. Trotz der verheerenden Katastrophe änderte sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte kaum etwas, man denke nur später an die verheerenden Steinbrüche im Siebengebirge.

Ein europäisches Anliegen

Heute ist Mitteleuropa ist eine jahrhundertealte Kulturlandschaft, eng besiedelt und dicht bebaut. Viele Tiere und Pflanzen sind verloren gegangen, primäre Wildnis haben wir kaum noch. Heute ist es ein europäische Anliegen, das zu schützen, was wir noch haben.

Am 3. Februar 2009 hat das Europäische Parlament die „Entschließung des Europäischen Parlaments vom 3. Februar 2009 zur Wildnis in Europa“ verabschiedet und darin die Europäische Kommission unter anderem aufgefordert, eine europäische Wildnis-Definition festzulegen, die potentiellen Gebiete aufzuführen und die European Wilderness Society bei der Gebietsverwaltung zu unterstützen.

Die European Wilderness Society mit Sitz in Österreich, ist eine gemeinnützige europäische Nichtregierungsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Europas letzte Wildnis, wilde Küsten, Flüsse, Urwälder und Inseln zu identifizieren, zu zertifizieren und deren nachhaltige nd umweltschonende Vermarktung (Naturtourismus) und Verwaltung zu unterstützen, um die Gebiete dauerhaft erhalten zu können (zitiert aus der Deutschen Wikipedia, siehe unten).

Wildnis Siebengebirge

Auch im Siebengebirge führen viele Wege in die Wildnis. „Wildnis Siebengebirge“ ist ein großes Anliegen des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) und des Landes Nordrhein-Westfalen.

Inzwischen haben wir rund 800 Hektar Wildnis im Siebengebirge, dazu gehört das Gebiet des VVS im Kernbereich zwischen Petersberg, Ölberg und Löwenburg, das Gebiet der NRW-Stiftung am Petersberg und das Gebiet des Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, u.a. an der Dollendorfer Hardt, an Weilberg, Ölberg, Löwenburg, Hartenbruch und Himmerich.

Hier darf der Wald einfach sein, die Natur darf Natur sein. Mischwälder mit nicht standortgerechten Nadelhölzern werden behutsam in naturnahe Laubwälder umgewandelt, ansonsten greifen die Forstwirte nicht mehr sein. Das ist Abenteuer, an dem wir Menschen teilhaben und mit wachsen können. „Wir wissen nicht, was uns erwartet. Doch schon heute stellen wir fest, dass sich ein neues Werden und Vergehen einstellt, dass die biologische Vielfalt zunimmt. Dabei wollen wir nicht stören. In ausgesuchten Wildniswäldern wollen wir geduldig beobachten und verstehen lernen“, heißt es auf der Website Wildnisgebiete NRW.

„Ein Heim für Schwester Buche und Bruder Specht“,
so hätte es Franz von Assisi vielleicht formuliert.

Zurück zu den Buchen. Sie können 300 Jahre alt werden, und in der Wildnis können sie das in Ruhe tun. Hier sollen die alten Bäume natürlich absterben, Totholz wird nicht entnommen, und Spechte können in Frieden ihre Höhlen bauen.

Wir Menschen sind Teil der Schöpfung, ebenso wie die Tiere, die Pflanzen und die ganze Natur. Mögen wir alle miteinander, achtsam und mit Respekt, glücklich leben.

Zum Weiterlesen
Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS)
Wildnisgebiete NRW

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