Natur erleben im Siebengebirge

In diesem Kapitel geht es um den Naturpark Siebengebirge, heimische Bäume, Blumen und ein bisschen Erdgeschichte. Wir sind in einem der ältesten Naturschutzgebiete in Deutschland. Hören Sie die Vögel singen?

Flora und Fauna

Wanderer genießen die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren Waldgesellschaften, Wiesenblumen und die Siefen, die tief eingeschnittenen feuchten Täler, von denen es im Siebengebirge viele gibt. Vielleicht haben sie ihm sogar seinen seinen Namen gegeben.

Neben den Drachenfels-Eseln zählt der Feuersalamander zu den „Wahrzeichen“ des Siebengebirges. Wenn wenn man ganz viel Glück hat, hört man im Wald eine Nachtigall, oder ein Eisvogel fliegt an einem vorbei. Die Ofenkaulen, wo einst untertage Tuffstein abgebaut wurde, sind heute ein Winterquartier für Fledermäuse. Wenn Sie aus dem Naturschutzgebiet Richtung Rhein gehen, hören Sie schon von weitem die Lachmöven.

Naturschutz

Der Naturpark Siebengebirge ist seit langem Naturschutzgebiet. Heute haben viele seltene Pflanzen und Tiere hier ein Zuhause gefunden, und damit sie ungestört leben können, gibt es strenge Regeln. Wir Menschen sind dort sehr willkommen, wenn wir uns an die Verhaltensregeln halten, daher gibt es für uns Wege, Waldgaststätten und Schutzhütten.

Buchen

"Schwester Buche und Bruder Specht" im Wildnisgebiet SiebengebirgeBuchen und Wildnis
Wäre das Siebengebirge unberührte Natur, so wäre es wohl überwiegend Buchenwald. Einst waren weite Teile Deutschlands Buchen bedeckt, doch heute stehen sie nur noch auf sieben Prozent ihrer möglichen Fläche, und wenig mehr als 5% dieser Buchenwälder sind älter als 160 Jahre.

Heute ist Mitteleuropa ist eine jahrhundertealte Kulturlandschaft, eng besiedelt und dicht bebaut. Viele Tiere und Pflanzen sind verloren gegangen, primäre Wildnis haben wir kaum noch. Heute ist es ein europäische Anliegen, das zu schützen, was wir noch haben. Auch im Siebengebirge führen viele Wege in die Wildnis. Inzwischen haben wir rund 800 Hektar Wildnis im Siebengebirge, u.a. im Gebiet zwischen Petersberg, Ölberg und Löwenburg. Hier darf der Wald einfach sein, die Natur darf Natur sein. Buchen können 300 Jahre alt werden, und in der Wildnis können sie das in Ruhe tun. Hier sollen die alten Bäume natürlich absterben, Totholz wird nicht entnommen, und Spechte können in Frieden ihre Höhlen bauen. „Ein Heim für Schwester Buche und Bruder Specht“, so hätte es Franz von Assisi vielleicht formuliert.

Vulkanischer Ursprung und Steinbrüche

Schließlich noch ein bisschen Erdgeschichte. Das Siebengebirge ist vulkanischen Ursprungs, und es ist rund 30 Millionen Jahre alt.

Doch es fiel fast dem Steinbruch zum Opfer. Auf alten Bildern sieht man die Wunden, die der Steinbruch geschlagen hatte. Dass es heute ein so wundervoller Ort ist, verdanken wir der engagierten Arbeit des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS).

Nationaler Geotop Siebengebirge

Im Mai 2006 wurde als Ergebnis eines bundesweiten Wettbewerbs 77 Objekten in Deutschland das Prädikat Nationaler Geotop verliehen, auch das Siebengebirge war dabei.

„Geotope sind Gebilde der unbelebten Natur, die Einblicke in die Erdgeschichte, einschließlich der Entstehung und Entwicklung des Lebens auf der Erde, vermitteln.“ So zitiert die Wikipedia aus der Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland – Leitfaden der Geologischen Dienste der Länder der Bundesrepublik Deutschland (Ad-hoc-AG Geotopschutz, Bundesamt für Naturschutz)

Auch stillgelegte Steinbrüche können Geotope sein. Hier sieht man den Gesteinsbau, und geologisch geschulte Personen erkennen daraus, wie eine Region entstanden ist, und was sie im Verlauf von Millionen Jahren mitgemacht hat. Im Siebengebirge haben wir vor allem den Großen Weilberg und die Aufschlusswände am Drachenfels und an der Wolkenburg.

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