Vulkanischer Ursprung

Aufgelassener Steinbruch am Weilberg
Aufgelassener Steinbruch am Weilberg

Das Siebengebirge entstand durch heftigen Vulkanismus. Vor ungefähr 30 Millionen Jahren, im Oligozän und bis ins Miozän hinein, muss auf dem Gebiet des heutigen Siebengebirges die Hölle los gewesen sein. Über Millionen von Jahren kam es immer wieder zu Vulkanausbrüchen.

Heute wissen wir, dass unsere Region Teil des Rheingrabens ist, eines großen kontinentalen Bruchliniensystems. An solchen Linien brechen Kontinente vielleicht auseinander, und dann kommt es zu heftigen Vulkanausbrüchen.

Vulkangestein

Wenn Sie in der Ittenbacher Gegend sind und oberhalb des Stöckerhofs auf den Ölbergrundweg einbiegen, kommen Sie an den Buchenplatz. Hier können Sie einige Vulkangesteinsarten aus dem Siebengebirge sehen: Trachyt, Latit, Quarzit und Basalt.

Buchenplatz, Trachyt
Buchenplatz, Trachyt

Trachyt und Trachyttuffe

In einer ersten Ausbruchsphase wurden Lava und große Mengen von Steinen an die Oberfläche geschleudert, wo sie langsam erkalteten. Das waren die Trachyttuffe. Bald war ein Gebiet weit über das heutige Siebengebirge hinaus damit bedeckt.

In einer zweiten Ausbruchsphase blieben die Trachyte in der dicken Schicht aus Trachyttuff stecken, so dass die Trachyttuffdecke hochgewölbt wurde. Zahlreiche Berge entstanden: Drachenfels, Schallenberg, Geisberg, Jungfernhardt, Lohrberg, Perlenhardt, Wasserfall, großer Ölberg und Lahrberg.

Siebengebirge Latit
Siebengebirge Latit

Latite und Latittuffe

In einer dritten Ausbruchsphase erschienen Latittuffe und Latite. Sie durchbrachen den Trachyttuff  und formten ihrerseits Berge: Wolkenburg, Bolvershan, Hirschberg, Stenzelberg, Lahrberg, Himmerich, Mittelberg und Broderkonsberg.

Basalt
Basalt

Basalt

Die letzte Ausbruchsphase fällt schon in Miozän. Nun kamen mit der Lava Basalttuffe und Basalte. Als letzte Berge entstanden: Asberg, Leyberg, Scheerkopf, Petersberg, Nonnenstromberg, der Kern des großen Ölbergs, der kleine Ölberg, Weilberg, Dollendorfer Hardt, Rabenley und Finkenberg.

Wind und Wetter gaben dem Siebengebirge dann seine heutige Gestalt. Am Buchenplatz am Ölbergrundweg können Sie Steine aus dem Siebengebirge sein: Trachyt, Latit, Basalt und Quarzit.

Naturdenkmal geologischer Aufschluss Weilberg

Hier am Naturdenkmal Weilberg sieht man die verschiedenen Gesteinsschichten gut, deshalb heißt es auch geologischer Aufschluss Weilberg.

Genau genommen ist es ein stillgelegter Steinbruch, denn über Jahrzehnte  hat man hier Basalt abgebaut. Basalt gehört zu den vulkanischen, auch magmatischen Gesteinen. Sie entstehen, wenn Vulkane Magma ausstoßen und dieses erstarrt.

Humboldt und der Basaltstreit

Die Geologie ist eine recht junge Wissenschaft. Die frühen Geologen konnten nicht glauben, dass das Siebengebirge vulkanischen Ursprungs ist. Sogar der große Alexander von Humboldt hielt das bei seiner ersten Rheinreise .. nicht für möglich.

Im Februar 1790 war seine erste größere Publikation „Mineralogische Beobachtungen über einige Basalte am Rhein“ fertig. Da ging es vor allem um die Basalte. Damals stritten die Wissenschaftler, ob Basalt ein magmatisches oder ein sedimentäres Gestein sei, wie die „Neptunisten“ behaupteten.

Dann machte Humboldt seine große Reise, über Südeuropa, Südamerika, Nordamerika, und sammelte dabei viele geologische Daten, gerade auch über Vulkane. Schließlich konnte er nachweisen, dass auch Basalt vulkanischen Ursprungs ist.

Zum Weiterschauen
Viel mehr zu Gesteinen, Vulkanismus im Siebengebirge und Gesteinskunde sehen Sie im Naturparkhaus des VVS und auf seiner Website www.vv-siebengebirge.de.
KuLaDig, Entstehung und Vulkanismus des Siebengebirges

2 Kommentare

    • Für alle Freunde von Alexander von Humboldt: Ich habe ein herrliches BUch entdeckt, „Alexander von Humboldt oder Die Sehnsucht nach der Ferne“, von Volker Mehnert und Claudia Lieb.

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