Wolkenburg

Drachenfels und Wolkenburg
Drachenfels und Wolkenburg, vom Breiberg

Drachenfels und Wolkenburg, verbunden durch einen tiefer liegenden Bergkamm, prägen das Bild vom Siebengebirge.

Heute ist die Wolkenburg mit ihren 324 Metern ein Hügel. Man sagt, dass sie Wolkenburg einst der höchste Berg im Siebengebirge gewesen ist.

Doch weil man sie über Jahrhunderte als Steinbruch benutzte, ging ihre ursprüngliche Form verloren. Mit dem Latit von der Wolkenburg ließen sich gut die barocken Fronten gestalten. So sind uns nur die prächtigen Wanderwege geblieben, die herrlichen Ausblicke bieten.

Burg und Amt Wolkenburg

Auch von der mittelalterlichen Burg ist nichts erhalten geblieben. Dabei muss sie einst mächtig gewesen sein; Burg und Amt Wolkenburg  im Siebengebirge wachten über die Menschen in unserer Region. Heute haben wir nur noch eine Skizze.

Zur Zeit der Salier waren die Kölner Erzbischöfe mächtige Männer in Reich und Region. Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg (EB 1100-1131) sicherte den Süden des Erzbistums durch den Bau mehrerer Befestigungen, unter ihnen 1118 die Wolkenburg und Rolandseck auf der anderen Rheinseite. Am Vorabend des zweiten Kreuzzugs 1146, als es wieder zu Judenprogromen kam, bot er den Kölner Juden Schutz auf der Wolkenburg.  Der Erzbischof kam selbst gerne her, und er starb auch auf der Wolkenburg.

Burggrafen von der Wolkenburg

Von den Burggrafen der Wolkenburg ist nur wenig bekannt. Als Lehnsmann des Kölner Erzbischofs zog Ludwig von Wolkenburg mit den Burggrafen vom Drachenfels und Johann I. von Löwenberg 1288 in die Schlacht von Worringen und geriet in die Gefangenschaft des Herzogs von Berg. Für eine geraume Zeit war er unfreiwillig an dessen Weisungen gebunden.

Zur Mitte des 14. Jahrhunderts starb die Familie der Wolkenburger aus.

Die Wolkenburg wird verpfändet

Im Spätmittelalter, zur Zeit der Luxemburger Dynastie, war Burggraf Godart vom Drachenfels ein reicher und mächtiger Mann in unserer Region. Ein „Trachyt Tycoon“ möchte man sagen, denn der Trachyt vom Drachenfels für den Kölner Dom hatte ihn reich gemacht. Der Kölner Erzbischof Dietrich von Moers hatte ihn immer wieder um Geld gebeten. 1425 war er bei Burggraf Godart vom Drachenfels so tief verschuldet, dass der ihm die Wolkenburg verpfändete.

Über die weitere Geschichte der Burg ist wenig bekannt. Kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), als der Drachenfels in Verteidigungsbereitschaft gesetzt wurde, war die Wolkenburg schon dem Verfall preisgegeben. Leider!

Sagen

Hedwig von der Wolkenburg ist eine traditionelle Sage aus der Kreuzfahrerzeit.

Und noch etwas..

Vielleicht interessiert es Sie, wie das Siebengebirge einst ausgesehen haben mag. Das Haus der Geschichte in Bonn hat einen sehenswerten Film gedreht, „Auf römischen Spuren im Haus der Geschichte“, der auf YouTube verfügbar ist. Ganz am Anfang des Films schwenkt die Kamera vom Legionslager im Bonner Norden den Rhein hinauf Richtung Siebengebirge.

2 Kommentare

  1. Kann man mit dem Elektrorollstuhl zur Wolkenburg hoch fahren.Welche Route?
    War schon mit dem Roller auf dem Drachenfels und Petersberg und möchte die
    anderen Berge im Siebengebirge alle noch befahren wenn möglich. Geht das?
    Bin zwar in Bonn geboren 1937 lebe aber schon über 50 Jahre in Australien und
    New Zealand und dem Rest der Welt. Habe schon 164 Länder besucht und bin noch nicht ausgelastet!!!! Danke Gruß KAP
    satt!

    • Hallo lieber Klaus-Arne Pedersen,
      ich freue mich, von Ihnen zu hören! So viele Menschen geben sich auf, wenn sie älter werden und/oder nicht mehr gut zu Fuß sind. Da machen Sie eine Menge Mut, vielen Dank dafür!
      Zu Ihrer Fragen: Richtig hinauf zur Wolkenburg wie etwa zum Drachenfels geht es nicht. Jedenfalls heute nicht mehr. Der großer Wanderweg, die „klassische“ Königswinterer Route, führt über die Wolkenburg. Es ist ein breiter Weg.

      https://www.siebengebirge.com/index.php/wandern-radfahren/13-wandern/62-rundweg-5

      Auch zum Ölberg führt ein breiter Weg, den auch die Autos nehmen. Die letzten Meter bis zum Restaurant oben mit der herrlichen Aussicht gehen vielleicht nicht so gut, zuletzt geht es die Treppe hinauf, doch die Leute da oben sind freundlich und hilfsbereit. Zur Burgruine Löwenburg hinauf ist es die letzten Meter recht steil, etwa so wie der Aufstieg vom Drachenfelsplateau zur Ruine.
      Nun sind wir im Naturschutzgebiet. Die Radfahrer und Reiter nützen für sie ausgewiesene Wege, da gibt es auch Karten. Ich frage morgen mal beim Verschönerungsverein für das Siebengebirge, wie die Regelungen abseits der Hauptrouten (Drachenfels, Petersberg) für Elektroroller sind.
      Da leben Sie in ja einer tollen Ecke der Welt!

      Auf viele neue Entdeckungen und alles Gute!
      Petra Willnecker

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