Unser Vater Rhein

Carl' Schurz Abschied von seinem Bonner Zimmer

„einen freien Blick auf den Rhein und das Siebengebirge, jene Aussicht, die an Lieblichkeit in der ganzen Welt ihresgleichen sucht.“
Carl Schurz beim Abschied von Bonn, Mai 1849

Diese Worte aus Carl Schurz‘ Lebenerinnerungen stehen nicht ohne Grund am Anfang diese Widmung an unseren „Vater Rhein“. Seit jeher wird viel über ihn geschrieben, gedichtet, werbe-getextet und gesungen. Doch die  innigsten Worte zur rheinischen Heimat fand ich in Heinrich Heines „Wintermärchen“ und in den Lebenserinnerungen von Carl Schurz. Heine, der große Dichter aus Düsseldorf, wurde zeitlebens zensiert, später sogar steckbrieflich verfolgt, und ging ins Exil nach Paris. Schurz, der junge Bonner Student, ging nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in die USA und wurde dort ein großer Staatsmann.

Schweiz bis Holland

Wenn wir von unseren Sieben Bergen auf unser Stückchen Rhein hinab sehen, dann hat er schon einen langen Weg hinter sich. Von seinen Quellen in der Schweiz ging es über Liechtenstein, Österreich, Baden-Württemberg, Frankreich, Hessen und Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen. Und weiter geht es durch das niederrheinische Buchtland und in einem weiten Bogen durch Holland bis zur Mündung in die Nordsee.

Wenn wir vom „Vater Rhein“ reden, dann haben wir in all diesen Regionen eine große Verwandtschaft. Dazu ist unsere Ahnenreihe bunt gemischt. „Ich wor ne stolze Römer, kom met Caesar’s Legion, ..“ so beginnt das Lied „unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss. Seit nun gut 2000 Jahren sind immer wieder Menschen aus aller Herrn Länder in unsere Region gekommen, und so sind wir Rheinländer von Geburt aus Mischwerke. Ich bin stolz darauf.

„Wenn de en d’r Welt römhängs ..“

Das ist auch eine Textzeile von den Bläck Fööss aus „Die kleine Saache“. Unser heutiges Berufsleben verlangt Mobilität. Einige von uns hängen in der Welt rum – die ersehnte unbefristete Festanstellung oder der Bonn-Berlin Umzug, von dem ich selbst betroffen bin. Mit dem Rheindrachen möchte ich auch den Menschen eine Freude machen, die weit weg wohnen und nicht so oft herkommen können.

Ich weiß wohl, mit dem ‚Rheindrachen‘ werde ich Vater Rhein wohl nie ganz gerecht werden. Und so sei noch einmal Heinrich Heine bemüht. 


„Gib‘ dich zufrieden, Vater Rhein, denk‘ nicht an schlechte Lieder
Ein bess’res Lied vernimmst Du bald,
leb‘ wohl, wir sehen uns wieder.“


Heinrich Heine, Wintermärchen

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