Burgruinen im Siebengebirge

Wappen Wolkenburg, Drachenfels und Löwenburg, Burgruine Löwenburg

Neben den Wanderwegen und Ausblicken sind die Burgruinen aus dem Mittelalter sicherlich die bekanntesten Ausflugsziele im Siebengebirge. Gleich drei können wir besuchen: Burg Drachenfels, Burg Löwenburg und Burg Rosenau. Dazu noch Burg Reitersdorf in Bad Honnef direkt am Rhein, am Fuß des Siebengebirges,.

Eine umkämpfte Region

Das Hohe Mittelalter war die Zeit der Burgen und Ritter; eine oder mehrere Burgen an strategisch guten Plätzen sicherten das Herrschaftsgebiet. Die Gefolgsleute der Königs erwarben Grundherrschaft und bekamen von ihm Rechte verliehen, die ihnen Einkünfte und Macht sicherten. Am Rhein galt das ganz besonders für das Zollrecht, auch das Vogteirecht über Klöster waren begehrt und umkämpft. Doch Grundherrschaft und Rechte mussten behauptet und verteidigt werden: Burgen wurden errichtet, sie wurden belagert und verteidigt.

Skizzen der Burgen Wolkenburg und Drachenfels

Wolkenburg

Als erste Burg im Siebengebirge entstand um 1118 Burg Wolkenburg. Bauherr war der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg, ein wichtiger Mann im Reich. Er geriet in den Konflikt zwischen Heinrich IV. und Heinrich V., und später überwarf er sich mit Heinrich V. und wurde zum Anführer einer Fürstenopposition gegen den König. Vor diesem Hintergrund entstanden die Burgen Rolandseck und Wolkenburg an der Südgrenze des Kölner Erzbistums.

Zur Wolkenburg

Burg Drachenfels

Drachenfels

Doch die Grafen von Sayn vom Süden und die Grafen von Berg von Norden machten dem Erzbistum die Vorherrschaft im Rheinland zunehmend streitig. Ab 1140 ließ Erzbischof Arnold I. von Merxheim die Burg auf dem Drachenfels bauen, die von Abt Gerhard von Are vom Bonner St. Cassius-Stift fertiggestellt wurde. Das war zur Zeit Kaiser Friedrichs I. Barbarossa und seinem Kanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel. 

Zur Burg Drachenfels

Burgruine Löwenburg
Burgruine Löwenburg

Löwenburg

Viele Jahre später entstand die Burg Löwenburg der Grafen von Sayn. Zusammen mit ihrer Burg Blankenburg oberhalb der Sieg sicherte sie saynisches Territorium. Damals zerriss der Thronkrieg zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. das Reich, auch das Rheinland wurde schwer heimgesucht. Eine gnadenlose Fehde tobte sichen den Grafen von Sayn, treue Gefolgsleute Ottos, und Dietrich von Landsberg, einem Anhönger der Staufer.

Zur Burg Löwenburg

Burgruine Rosenau, Siebengebirge
Burgruine Rosenau

Rosenau

Unklar ist, welche Rolle die Burg Rosenau nahe des Ölbergs gespielt hat, vielleicht war sie eine Feste des Erzbistum Kölns gegen die Grafen von Sayn auf der Löwenburg. Schon um 1250 wurde sie wieder abgerissen.

Zur Rosenau

In den Texten über Burgen in unserer Region ließt man immer wieder, dass ein Kölner Erzbischof eine Burg errichten ließ, mit einem anderen Regionalfürsten oder sogar dem König im Konflikt lag, oder sogar in die Schlacht zog. Ja, der mittelalterliche Kölner Erzbischof musste Schwert und Bischofsstab griffbereit halten.

Burgen und Rheinzölle am Mittelrhein

Unsere Region liegt ganz am nördlichen Ende des Mittelrheintals, mittelalterlich gesprochen an der Südgrenze des Machtbereichs der Kölner Erzbischöfe, die zugleich weltliche Herren waren, Kurfürsten. Am Rhein drängten sich gleich vier Kurfürsten, dazu viele kleinere Grafen und adlige Herren. Sie alle hatten die Rheinzölle als Einnahmequelle für sich entdeckt. Streng genommen ist Bonn schon nicht mehr Mittelrhein, aber vom Drachenfels aus konnte man bestimmt gut sehen, wie die Rheinschiffer dort an der Stadtmauer anlegten und erst einmal kräftig Zoll zahlen mussten.

Ein Streifzug durch die Zeit der Burgen und Rheinzölle

Die Magdalenenflut

Wir können nicht so tun, als wenn alles nur Rhein- und Burgenromantik wäre. An dieser Stelle denke ich an die Magdalenenflut 1342, die ganz Mitteleuropa heimsuchte.

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Noch ein Hinweis

Obwohl die Burgen am Mittelrhein so bekannt sind, hat unser Wissen große Lücken. Manchmal kann man die Ereignisse aus den Quellen gut rekonstruieren, und moderne Wissenschaften helfen bei der Altersbestimmung alter Gemäuer oder Holzbalken. Andere Stellen liegen im Dunkeln, es gibt keine Quellen, oder von der Burg ist kaum oder gar nicht mehr erhalten, so wie bei Burg Wolkenburg. Bedenken wir auch, dass viele Burgen am Mittelrhein erst vor wenigen Jahren fachmännisch konserviert wurden. Wo wir kaum schriftliche Quellen haben, ist eine eindeutige Zuordnung einer Burg zu einem Gründer oder Eigentümer nur mit Vorbehalten möglich.

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