Burgruinen im Siebengebirge

Wappen Wolkenburg, Drachenfels und Löwenburg, Burgruine Löwenburg

Neben den Wanderwegen und Ausblicken sind die Burgruinen sicherlich die bekanntesten Ausflugsziele im Siebengebirge. Gleich drei können wir besuchen: Burg Drachenfels, Burg Löwenburg und Burg Rosenau.

Dazu noch Burg Reitersdorf in Bad Honnef direkt am Rhein, am Fuß des Siebengebirges,.

In den Texten über Burgen in unserer Region ließt man immer wieder, dass ein Kölner Erzbischof eine Burg errichten ließ, mit einem anderen Regionalfürsten oder sogar dem König im Konflikt lag, oder sogar in die Schlacht zog. Ja, der mittelalterliche Kölner Erzbischof musste Schwert und Bischofsstab griffbereit halten.

Wolkenburg

Als erste Burg im Siebengebirge entstand um 1118 Burg Wolkenburg. Bauherr war der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg, ein wichtiger Mann im Reich. Er geriet in den Konflikt zwischen Heinrich IV. und Heinrich V., und später überwarf er sich mit Heinrich V. und wurde zum Anführer einer Fürstenopposition gegen den König. Vor diesem Hintergrund entstanden die Burgen Rolandseck und Wolkenburg an der Südgrenze des Kölner Erzbistums.

Skizzen der Burgen Wolkenburg und Drachenfels

Drachenfels

Die Grafen von Sayn vom Süden und die Grafen von Berg von Norden machten dem Erzbistum die Vorherrschaft im Rheinland zunehmend streitig. 1139 belagerten die Grafen von Sayn die Grafschaft Bonn, ab 1140 ließ Erzbischof Arnold I. von Merxheim die Burg auf dem Drachenfels bauen, die von Abt Gerhard von Are vom Bonner St. Cassius-Stift fertiggestellt wurde.

Das war zur Zeit Kaiser Friedrichs I. Barbarossa und seinem Kanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel.

Burg Drachenfels

Löwenburg

Der plötzliche Tod Kaiser Heinrichs VI. 1197 stürzte das Reich ins Chaos. In Deutschland kam es zu einer Doppelwahl, es folgte ein jahrelanger Thronkrieg zwischen Otto IV. und Philipp von Schwaben. Auch das Rheinland wurde schwer heimgesucht. In jenen Jahren, um 1200 entstand die Löwenburg der Grafen von Sayn.

Damit hatten nun zwei Landesherrn Burgen im Siebengebirge. Die Grafen von Sayn waren hochrangige Mitglieder des Kölner Lehnshof, doch kam es immer auf die handelnden Personen und ihre politische Haltung an. Während des Thronstreits wurde Erzbischof Adolf von Altena ein erbitterter Feind der Familie, besonders als er abgesetzt und Bruno von Sayn wurde zum Erzbischof erhoben wurde.

Burgruine Löwenburg
Burgruine Löwenburg

Rosenau

Unklar ist, welche Rolle die Burg Rosenau nahe des Ölbergs gespielt hat, vielleicht war sie eine Feste des Erzbistum Kölns gegen die Grafen von Sayn auf der Löwenburg. Schon um 1250 wurde sie wieder abgerissen.

Burgruine Rosenau, Siebengebirge
Burgruine Rosenau

Burgen und Rheinzölle am Mittelrhein

Das Hohe Mittelalter war die Zeit der Burgen und Ritter; eine oder mehrere Burgen an strategisch guten Plätzen sicherten das Herrschaftsgebiet. Die Gefolgsleute der Königs erwarben Grundherrschaft und bekamen vom König Rechte verliehen, die ihnen Einkünfte und Macht sicherten. Am Rhein galt das ganz besonders für das Zollrecht, auch das Vogteirechte über Klöster waren begehrt und umkämpft. Doch Grundherrschaft und Rechte mussten behauptet und verteidigt werden: Burgen wurden errichtet, sie wurden belagert und verteidigt.

Unsere Region liegt ganz am nördlichen Ende des Mittelrheintals, mittelalterlich gesprochen an der Südgrenze des Machtbereichs der Kölner Erzbischöfe. Streng genommen ist Bonn schon nicht mehr Mittelrhein, aber vom Drachenfels aus konnte man bestimmt gut sehen, wie die Rheinschiffer dort an der Stadtmauer anlegten und erst einmal kräftig Zoll zahlen mussten.

Ein Streifzug durch die Zeit der Burgen und Rheinzölle

Die Magdalenenflut

Wir können nicht so tun, als wenn alles nur Rhein- und Burgenromantik wäre. An dieser Stelle denke ich an die Magdalenenflut 1342, die ganz Mitteleuropa heimsuchte.

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