Burg Drachenfels

Burg Drachenfels, Wappen der Drachenfelser

Der Berg und die Burg tragen denselben Namen, das ist ein bisschen verwirrend. Auf dieser Seite im Kapitel „Burgen“ geht es um die mittelalterliche Burg Drachenfels und ihre wechselvolle Geschichte.

Auch die Kölner Erzbischöfe  waren mächtige Männer: Sie krönten den König in Aachen, und Barbarossas Kanzler war der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel (1159-67).

Auch in unserer  Region hatten sie das Sagen. Seit 1118 stand ihre Burg auf dem Berg Wolkenburg; es war die erste Burg im Siebengebirge. Doch die Grafen von Sayn und die Grafen von Berg machten dem Erz-bistum die Vorherrschaft zunehmend streitig. 1139 hatten die Grafen von Sayn sogar die Grafschaft Bonn belagert.

Um 1140 hatte Erzbischof Arnold I. von Merxheim (EB 1137-1151) mit dem Bau einer Burg auf dem Drachenfels begonnen.

Doch seine Männer plünderten in den Dörfern der Umgebung und zerstörten Felder und Weinberge. Besonders schlimm traf es das Bonner St. Cassius-Stift, deshalb bat dessen Propst Gerhard von Are den Erzbischof immer wieder dringend, ihm die Burg zu übertragen. Doch erst als der Erzbischof selbst in Bedrängnis kam, gab er nach. 1149 übertrug er die Burg an das St. Cassiusstift.

1167 stand die Burg. Es war eine Gipfelburg, gut geschützt durch ihre Lage. Angreifer konnten kaum schweres Belagerungsgerät herauf bringen; zudem waren sie Brandpfeilen, Steinen und Pechnasen ausgesetzt.

Die Burggrafen

Die Verwaltung der Burg übertrug das St. Cassius-Stift Dienstleuten, den Ministerialen. Diese Personengruppe treffen wir seit Barbarossas Zeit im Stauferreich an, sie übernahmen Verwaltungsaufgaben und leisteten ebenso Kriegsdienst.  Auf dem Drachenfels ist als erster Godart genannt, der Zusatz „vom Drachenfels“ bezeichnet den Dienstort.

Doch diese Regelung verschlang eine Menge Geld. Um 1200 übertrug das St. Cassius-Stiftung die Burg ihren Ministerialen  zu Lehen, gegen einen Anteil der Einkünfte. Um 1225 ist als erster Burggraf Heinrich vom Drachenfels verzeichnet. Anders als etwa ein Landgraf gehörten sie zum niederen Adel.

Es gab auch einen Kaplan auf der Burg, und eine Kapelle entstand.  Man weihte sie später St. Urbanus, dem Schutzpatron der Winzer. Ein Mess-buch, das „Drachenfelser Missale“, ist erhalten geblieben.

Steine vom Drachenfels für den Kölner Dom

1248 hatte Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den neuen gotischen Dom gelegt. Trachyt vom Drachenfels ist der ideale Stein für den Dombau; Verträge zwischen den Burggrafen und dem Domkapitel werden geschlossen, und die „Steine für den Dom“ brachten den Burggrafen schnell ein beachtliches Vermögen.

Die Niederlage von Worringen

Der Machtkampf zwischen den Erzbischöfen von Köln und den Grafen von Berg eskaliert in der Schlacht von Worringen im Juni 1288. Die Grafen aus dem Siebengebirge ziehen als Lehnsmänner Erzbischof Siegfrieds von Westerburg mit ihm in die Schlacht – und unterliegen. Burggraf Heinrich vom Drachenfels und sein Bruder gerieten in die Gefangenschaft des Herzogs von Berg und mussten ihm den Lehnseid schwören.

Godart, VI. Burggraf vom Drachenfels

Im Spätmittelalter, zur Zeit der Luxemburger, treffen wir den wohl berühmtesten Burggrafen vom Drachenfels, Godart, hatte mit dem Drachenfelser Trachyt ein Vermögen gemacht. Eine Anekdote besagt, dass er einen prächtigen Ring mit einem ganz besonderen Stein trug – einem Stück Trachyt vom Drachenfels! Bereits zum Ende des 14. Jahrhunderts gehörten weite Gebiete auf der linken Rheinseite um Ober- und Niederbachem und Berkum zu seinem Herrschaftsgebiet, dem „Drachenfelser Ländchen“.

Der Kölner Erzbischof Dietrich von Moers war so tief bei ihm verschuldet, dass er ihm 1425 Amt und Burg Wolkenburg verpfändete – Godart vom Drachenfels war quasi Landesherr!

Familiendrama am Drachenfels

Im ausgehenden Spätmittelalter schwelte in der Familie der Burggrafen schwelte ein Konflikt, denn Claus vom Drachenfels forderte den Drachenfels für sich. 1493 wurde er von seinem Vetter Heinrich in der Nähe des Kucksteins erschlagen. Am vermutlichen Tatort vor der Nibelungenhalle steht heute ein Kreuz.

1530
Burggraf Heinrich, der letzte aus der Familie der Drachenfelser, starb.

Truchsessischer Krieg

1583
Frühe Neuzeit. Truchsessischen Krieg (1583-1588) wurde Königswinter besetzt, gebrandschatzt und dann durch die bayrischen Truppen, die vom Drachenfels über den Feind kamen, entsetzt.

Dreißigjähriger Krieg

Zwischen 1618-48 tobte der Dreißigjährige Krieg über weite Teile Europas. 1638 eroberten protestantische schwedische Truppen den Drachenfels und schleiften die Außenwerke. Kurz darauf wurden sie von den Spaniern, katholische Verbündeten des Erzbistums Köln, vertrieben.
Dennoch ließ der Erzbischof wenig später die Burgruine abreißen. Eine Instandsetzung wäre viel zu teuer gewesen und wohl auch sinnlos gegen Kanonen und Feuerwaffen, zudem war die halbzerstörte Burg war ein guter Schlupfwinkel für Feinde und Gesetzesbrecher.

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