Ölberg

Blick nach Bonn
Blick nach Bonn

Der Ölberg ist der höchste Berg im Siebengebirge. Wenn man mit dem Auto über die Autobahn A3 kommt, begrüßt er einen schon von weitem – „Willkommen im Siebengebirge“ oder einfach „Willkommen zuhause“.

Hinauf zum Ölberg, dem höchsten Berg im Siebengebirge

Der Aufstieg zum Ölberg mag Sie ins Schwitzen und ans Keuchen bringen, aber er lohnt sich, ganz bestimmt. Neben den Hauptwanderwegen gibt es Trampelpfade hinauf dem Ölberg, die aber nur bei trockenem Wetter und mit passendem Schuhwerk zu empfehlen sind. Wenn Sie wie ich Bäume und ganz besonders Lärchen mögen, kommen Sie am Ölberg voll auf Ihre Kosten.

Von oben hat man eine wunderbare Aussicht auf das Rheintal, den Westerwald, das Bergische Land, das Sauerland, die Eifel und den Taunus. In der Gaststätte auf dem Ölberg kann man sich für den weiteren Weg stärken.

Blick nach Süden
Blick nach Süden

Am Humbroich-Platz

Etwas unterhalb des Gipfels ist der Humbroich-Platz, von hier haben sie eine herrliche Aussicht ins Rheintal. Der Platz erinnert an den Bonner Justizrats Humbroich, einen engagierten Naturschützer im Verein zur Verschönerung des Siebengebirges (VVS). Ohne Humbroich und seinen „Verein zur Rettung des Siebengebirges“ hätten wir viele schöne Stellen im Siebengebirge gar nicht mehr. Ganz besonders hat er sich um den Petersberg verdient gemacht, mehr dazu auf der Seite zum Petersberg.

Steinbruch am Ölberg

Gehen wir einmal zurück ins Kaiserreich zur Zeit Wilhelms II. Ein riesiger Steinbruch bedrohte auch den Ölberg. Im damaligen Oberpräsidenten der Preußischen Rheinprovinz, Berthold von Nasse, hatte der VVS einen wichtigen Verbündeten. Neue Eisenbahnstrecken in unserer Region genehmigte er nur, wenn sie das Siebengebirge nicht gefährdeten, solche zum Transport von Steinen gar nicht. Und ohne eine günstige Anbindung zum Transport der Steine lohnte sich ein Steinbruch nicht. Der Oberpräsident hatte sogar den Boykott von Basalt aus dem Siebengebirge organisiert, und viele rheinische Städte machten mit. Als Bauherrn im Straßen- und Wegebau waren die Rheinprovinz und die Städte ja Großabnehmer.

Engagierte Naturschützer

Auch der preußische Landwirtschaftsminister von Hammerstein stand auf der Seite der Naturschützer. Da es keine Naturschutzgesetze mit Sanktionsmöglichkeiten gab, blieb nur, möglichst viel Gelände und bestehende Steinbrüche aufzukaufen und sie dann stillzulegen. Dazu brauchte man Geld, viel Geld, und im schlimmsten Fall ein Enteignungsrecht.

1897 beantragte der VVS eine Geldlotterie und die Bewilligung des Enteignungsrechts bei der Königlich Preußischen Staatsregierung. Zudem machte er eine Immediateingabe an Kaiser Wilhelm II. gemacht. Es folgte ein langwieriges Verfahren, bei dem viele Interessen gegeneinander abgewogen werden mussten. Im März 1899 kam dann über den Oberpräsidenten von Nasse der offizielle Bescheid: Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. hat dem VVS am 18. Januar 1899 für die Erhaltung des Siebengebirges eine Geldlotterie mit einem Reinertrag von 1.500.000 Mark genehmigt und auch das Enteignungsrecht verliehen. Ein Jahr später war genug Geld zusammengekommen, um weite Gebiete im Siebengebirges kaufen und zahlreiche Steinbrüche stillzulegen.

Märchen vom Ölberg

Liba vom Ölberg

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*