20. Jahrhundert

Nun sind wir im letzten Kapitel zur Geschichte unserer Region angekommen. Als kleines Kind habe ich einmal den amerikanischen Präsidenten in einer schwarzen Limousine auf der Königswinterer Fähre gesehen, und an der Hauptstraße in Niederdollendorf die Queen in ihrem Rolls-Royce, begleitet von Polizisten auf dem Motorrad, den „Weißen Mäusen“.

In zahlreichen historischen Abhandlungen ist die Rede vom „kurzen 20. Jahrhundert“. Das liegt nah, denn die Welt vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 und dem Epochenjahr 1917 war eine andere als die danach.

Anfang des 20. Jahrhundert saß Kaiser Wilhelm II. noch fest auf seinem Thron. Er war der „schneidige“ Kaiser, den viele Deutschen sich wünschten. Mit seinem ganzen Denken gehört er sicher ins 19. Jahrhundert, obwohl ihn der gewaltige technische Fortschritt seiner Zeit faszinierte. Dass aber technischer Fortschritt nicht mit politischem einhergeht, sehen wir auch heute, in erschreckender Weise. Der Beitrag über die Ära Wilhelms II. gehört von der Sache her ins 19. Jahrhundert, ins Kapitel Königreich Preußen und Kaiserreich.

Wilhelms „Herrliche Zeiten“ endeten in Tod und Zerstörung. Der Erste Weltkrieg, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, brachte die totale Mobilmachung und den Umsturz in Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland, dazu eine neue Gesellschafts- und Weltordnung. 1917 stürzten die Bolschewiki in Russland den Zaren und ermordeten ihn und seine Familie wenig später, und im selben Jahr traten die USA in den Krieg ein. Nach dem Krieg waren sie die führende Weltmacht.

Am Ende des 20. Jahrhunderts, 1989, steht dann wieder ein gewaltiger Umbruch. Ja, das eigentliche 20. Jahrhundert war kurz.

Seiten in diesem Kapitel:

Erster WeltkriegNovemberrevolutionAlliierte RheinlandbesetzungWeimarer RepublikNazi-DeutschlandBundesrepublik

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