Über den Rheindrachen und mich

Rheindrache Petra Willnecker
Rheindrache Petra Willnecker

Der Rheindrache, Petra Willnecker, ist ein Königswinterer Mädchen, und seit Kindertagen im Siebengebirge unterwegs. Autorin und Regionalhistorikern bin ich aus Interesse und mit viel Freude, beruflich arbeite ich auf dem Gebiet Finanzcontrolling und IT. Ich bin sehr dankbar, dass ich in Büchern und online immer weiter lernen und hochwertige Quellen einsehen kann.

Unterwegs im Siebengebirge

Meine ältesten Erinnerungen gehen ins Nachtigallental, den Weg hinauf ins Lemmerzbad, und die Schlittenfahrten durch den Parallelweg „De Höll“.  Die Schutzhütte auf dem Geisberg weiß von allem, was ich als Jugendliche ausgefressen hatte und keinem zu sagen wagte.  Mein persönliches Stückchen Paradies ist die südliche Ecke um Tretschbachtal und Annatal.

Doch mich bedrückt, wieviel Müll man unterwegs sieht.

Drachen und Ritter

Vielleicht haben Sie es bemerkt: Märchen, und ganz besonders Drachen und Ritter, haben einen besonderen Platz auf meiner Siebengebirgsseite. In einer Gegend mit gleich drei Burgruinen liegt das nah, und das Mittelalter fasziniert mich. Drachen sind wunderbare Geschöpfe, die ganz zu Unrecht so lange als Schurken galten.

Die Engländer haben Richard Löwenherz, seine Mutter Alienor von Aquitanien und Robin Hood, die Schotten haben Braveheart. Bücher und Filme vermitteln uns ein lebendige Vorstellung dieser Persönlichkeiten und ihrer Welt. Leider haben wir keine so bekannten Heldinnen und Helden. Daher bleiben uns Recherche, historische Geschichten und Vorstellungskraft. Meine historischen Märchen sind eine Annährung an die Welt der mittelalterlichen Menschen auf den Burgen im Siebengebirge.

Caesarius von Heisterbach schrieb, dass er sich bei den Wundersamen Geschichten von Joh. 6, 12 leiten ließ: „Sammelt die Stücklein, damit sie nicht verderben“. Während andere das ganze Brot brachen, schrieb er weiter, habe er die Brosamen gesammelt. Das ist ihm ganz wunderbar gelungen. Bei meinen historischen Märchen habe ich es ähnlich gemacht. Meine Brosamen sind die „Randnotizen“ der Reichsgeschichte, in denen die Herren vom Siebengebirge am Rande der Kaiser und Könige und Kölner Erzbischöfe erwähnt werden.

Geschichtsbücher berichten längst nicht alles

Geschichtsbücher berichten viel von Kaisern und Königen, Prinzen und Erzbischöfen, aber wenig von Menschen wie Ihnen und mir. Deswegen graben wir beim Rheindrachen etwas tiefer. In drei längeren historischen Geschichten begleiten wir fiktive Familien aus unserer Region durch ganz Europa und bis nach Amerika. Die Auswanderergeschichte Zuhause am Rhein und in Amerika, die Römergeschichte Leben an der Rheingrenze und 200 Jahre Preußische Rheinprovinz zeigen auch Verbindungen auf, die es zwischen dem Rheinland und dem umgebenden Deutschland und Europa, ja sogar Nordamerika, seit jeher gab.

Ich selbst habe einige Jahre in Brüssel und in Osteuropa gelebt, und war mehrfach in den USA. Zuhause am Rhein und in Amerika gilt auch für mich.

Heimatverbunden, weltoffen und tolerant

Heimatliebe und Weltoffenheit prägen seit den Tagen der Römer und Ubier unsere Region – auch wenn Hassprediger und Populisten uns etwas anderes glauben machen möchten. In diese Tradition stellt sich auch mein „Rheindrache“. Heimatverbunden heißt nicht, sich abzuschotten und die anderen draußen zu halten – sondern zu zeigen, dass genug für alle da ist, wenn man respektvoll miteinander und den Ressourcen umgeht und es richtig anfängt. Das fordert vor allem Toleranz, Offenheit, zuhören können und bereit sein zu lernen und neue Wege zu gehen.

Nah und fern

Mit dem Rheindrachen möchte ich auch den Menschen eine Freude machen, die weit weg wohnen und nicht so oft herkommen können. Unser heutiges Berufsleben verlangt Mobilität – die ersehnte unbefristete Festanstellung oder der Bonn-Berlin Umzug, von dem ich selbst betroffen bin.

Genau gesagt wohne und arbeite ich zur Zeit in Potsdam. Wenn ich im ICE unterwegs nach Hause bin, werden meine Augen feucht, wenn der Rhein, der Kölner Dom und dann der Drachenfels in Sicht kommen.

In der Nähe meines Potsdamer Wohnorts, im Park Sanssouci, ist die Friedenskirche mit dem Grab Friedrich Wilhelms IV. Das war der Preußenkönig, der sich als Kronprinz sehr für den Erhalt des Drachenfelses eingesetzt hatte. Wenn ich da bin, zünde ich immer ein Kerzchen an – vom Drachenfels, Majestät.

PS: als Rheinländerin bin ich von Natur aus ein Mischwerk.

Rheindrache, Petra Willnecker, Impressum

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