Truchsessischer Krieg

Hogenberg, Belagerung von Königswinter
Hogenberg, Belagerung von Königswinter

Der zweite Beitrag – Truchsessischer oder Kölner Krieg – führt in das späte 16. Jahrhunderts. Der Krieg brachte Tod und Zerstörung über Königswinter, Kloster Heisterbach, die Godesburg und die ganze Region. Beide Seiten riefen ausländische Truppen ins Land.

König Ferdinand I. , der Bruder und Stellvertreter Kaiser Karls V., hatte 1555 mit den Protestanten den Augsburger Reichs- und Religionsfrieden geschlossen. Danach konnte ein katholischer geistlicher Würdenträger, z.B ein Erzbischof, selbst durchaus Protestant werden, doch sein erzbischöflicher Besitz musste bei der katholischen Kirche verbleiben.

Gebhard I.

In Köln war  Gebhard I. Truchsess von Waldburg Erzbischof. 1582 sagte er sich von der katholischen Kirche los, verkündete Glaubensfreiheit und heiratete Agnes von Mansfeld, eine Protestantin. Das war sein gutes Recht, doch nach den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens musste er seinen Besitz als Erzbischof aufgeben. Dazu aber war er nicht bereit. Daraufhin exkommunizierte der Papst ihn am 1. April 1583, und das Domkapitel wählte einen Gegen-Erzbischof, Ernst von Bayern., den Bruder des Herzogs von Bayern.

Beide Seiten machten mobil: Gebhard erhielt Unterstützung von Truppen aus der Kurpfalz. Truppen aus Bayern und Spanien unterstützten das Domkapitel.

Damals im Siebengebirge

Auch der Herr vom Drachenfels, Dietrich von Mirelaer, stellte sich auf seine Seite und stellte ihm die Burg Drachenfels zur Verfügung.

Während der nächsten Jahre kam es zu heftigen Gefechten. Vergeblich verschanzte sich Gebhard auf der Godesburg; sie wurde belagert und nach Eroberung 1583 gesprengt.

Königswinter wird gebrandschatzt

1583 belagerten und brandschatzten die Truppen des Pfalzgrafen Johann Kasimirs Königswinter, bis bayrische Truppen, die vom Drachenfels angriffen, die Stadt entsetzten. Auch Kloster Heisterbach erlebte Schlimmes.

Gebhard floh nach Westfalen und dann in die Niederlande. Unterstützt durch niederländische Truppen, nahm er den Kampf noch einmal auf und eroberte 1587 Bonn. Doch als die Niederländer 1588 ihre Truppen zurückzogen (sie kämpften selber gegen die Spanier), musste er aufgeben.

Wittelsbacher Erzbischöfe

Ernst von Bayern war nun unumschränkter Erzbischof von Köln,  in den folgenden fast 200 Jahren regierten Wittelsbacher im Erzbistum Köln. Er  baute seine Macht weiter aus, schließlich war er in Personalunion Bischof von Freising, Hildesheim, Lüttich, Münster und eben Erzbischof von Köln.  Im Herzogtum Berg arrangierte er die Ehe zwischen seiner – katholischen – Cousine und dem Sohn Herzog Wilhelms V. Fest auf der Seite des Kaisers und Spaniens, war er die katholische Macht in unserer Region und ging scharf gegen die Protestanten vor.

Viele Burgen und Städte waren zerstört. Der Augsburger Religionsfrieden war verletzt worden; zudem hatten beide Seiten ausländische Truppen ins Land geholt. Ungefähr 50 Jahre später sollte es im Dreißigjährigen Krieg noch viel schlimmer kommen.

Zum Weiterlesen
Gebhard Truchsess von Waldburg im Portal Rheinische Geschichte, LVR

Glaubensspaltung und Erbfolgekriege
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